ADAC Retro-Rallye-Serie - zum Hundertsten!

Eine Erfolgsgeschichte im Automobil-Clubsport

Bei der 1. ADAC Historic Rallye Alzey des MSC Alzey e.V. im ADAC im Juni 2006 fing alles an: Der 1. Wertungslauf zur ADAC Retro-Rallye-Serie („RRS“ - damals noch nicht in „Nord-“ und „Süd“-Region aufgeteilt) wurde gestartet. 15 Teams waren am Start, mehr oder weniger der Freundeskreis um das neu gegründete Orgateam der Retro-Rallye-Serie. Unter der Prämisse „Make it simpel“ wurde die ADAC Retro-Rallye vom ADAC Pfalz für jedermann zugänglich gemacht. Keine Lizenzen, ein Auto nicht jünger als 20 Jahre, ein Feuerlöscher und eine Stoppuhr für den Beifahrer, mehr brauchte es nicht, um in der Anfangszeit der Retro-Rallye Spaß und sogar Erfolg zu haben. Das lockte einige Exoten an, von der 250 ccm „Goggomobil“ Limousine bis zum Chevrolet Camaro mit Big Block Motor. Ziel des ADAC Pfalz war es, kostengünstigen Motorsport für die Aktiven anzubieten und damit die Rallye-Veranstalter im südwestdeutschen Raum mit neuen Startern zu unterstützen, damit es sich für diese finanziell wieder lohnt, Bestzeit-Rallyes durchzuführen. Im Laufe der Jahre wurde die RRS zu einem Erfolgsmodell mit stetig steigenden Starterzahlen. Vom ADAC und vom DMSB wurde der ADAC Pfalz mit der bundesweiten Federführung für Retro-Rallyes betraut. Bzgl. der Themen Sicherheit und Technik wurden die Entscheidungen daraufhin vom DMSB bestimmt, sodass sich gerade mit der Vorschrift von Überrollvorrichtungen einiges im Vergleich zu den „Gründerjahren“ änderte. Das RRS-Konzept machte dennoch Schule. 2010 folgte die ADAC Retro-Rallye-Serie Nord des ADAC Ostwestfalen-Lippe. Auch der ADAC Hessen-Thüringen schrieb einen eigenen Cup aus. Zudem wurde im Osten der Republik der ADMV-Histo-Rallye-Cup ins Leben gerufen. Zusätzlich wurde in der RRS-Süd die Sonderwertung “Best-of-Retro“ eingeführt, bei der nur die drei besten Retro-Rallyes – gewählt von den aktiven Fahrern - zur Wertung herangezogen wurden. Aktuelle Neuerung in der RRS-Süd ist eine Ausweitung der Fahrzeugaltersgrenze auf das Baujahr 2009 und älter - wie gesagt, man möchte die Starterfelder vergrößern, damit die Veranstalter schwarze Zahlen schreiben können. Heutzutage sind bei den Veranstaltungen der RRS-Süd im Schnitt an die 40 Fahrzeuge am Start. Nicht nur altgediente Rallyehasen finden hier ein neues Betätigungsfeld, indem sie sich nicht mehr dem „Bestzeitenstress“ unterwerfen müssen, sondern auch junge Rallyeinteressierte können durch die niedrigen Einstiegskosten ihre ersten Motorsport-Schritte wagen. Einige der jungen Fahrer fand man später im ADAC Opel Rallye Cup wieder oder sie haben sogar den Aufstieg in die Deutsche Rallye-Meisterschaft und die Junior-WM geschafft, wie im Fall des Pfälzers Tobias Braun, der aktuell Copilot von Skoda Werksfahrer Fabian Kreim ist. Am 17. August 2019 findet nunmehr mit der 2. Labertal Retro-Rallye der 100. Wertungslauf der ADAC Retro-Rallye-Serie Süd statt. Der ADAC Pfalz feiert dieses Jubiläum in aller Stille. Werbung für die Serie musste man nie machen, die Qualität sprach sich per Mundpropaganda herum. „Ein großes Dankeschön an alle Veranstalter, die Sportwarte und die Offiziellen, die die ADAC Retro-Rallye-Serie zu einer Erfolgsstory haben werden lassen!“ so der Sportleiter des ADAC Pfalz Friedhelm Kissel. „Zum Jubiläum wünsche ich der ADAC Retro-Rallye-Serie weiterhin viel Erfolg, den Teilnehmern unfallfreie Veranstaltungen und ein gemeinsames Miteinander mit gegenseitiger Achtung und Fairness!“ 

 

Ehrentafel:

 

2006 Herbert Schmidt (SG Edesheim, VW-Porsche 914)

 

2007 Herbert Schmidt/Isabelle Schmidt (MSC Ramberg, VW-Porsche 914)

 

2008 Edwin Bingel/Martin Bernhard (AMC Hungen/MSC Schotten, Opel Ascona B)

 

2009 Herbert Schmidt (MSC Ramberg, Porsche 911)

 

2010 Thomas Gutheil (MSC Ramberg, Toyota Celica)

 

2011 Hans-Jürgen Pfohe/Karin Pfohe (ADAC Team Hansa, Opel Corsa GSI)

 

2012 Thomas Gutheil/Albert Gutheil (MSC Ramberg, Toyota Celica)

 

2013 Thomas Meyer/Nico Meyer (div. Opel Modelle)

 

2014 Hans-Jürgen Pfohe/Karin Pfohe (ADAC Team Hansa, Opel Corsa GSI)

 

2015 Johannes Ott/Christian Beetz (Scuderia Offenbach, BMW E30 318 is)

 

2016 Thomas Meyer (div. Opel Modelle, Porsche 911))

 

2017 Udo Wagner/Sebastian Kurz (AC Maikammer, BMW E36 325 i)

 

2018 Johannes Ott/Christian Beetz (Scuderia Offenbach, BMW E30 318 is)

 

 

 

Aktueller Meisterschaftsstand ADAC Retro Rallye Serie 2019:

 

  1. Wolfgang Michalsky/Fabian Michalsky, Alfa Romeo Giulia: 28,861 Pkte.

  2. Udo Wagner, BMW E36 325i: 28,833 Pkte.

  3. Thomas Gutheil/Albert Gutheil, Toyota Celica: 28,691 Pkte.

  4. Thomas Meyer/Nico Meyer, Opel Manta B: 28,401 Pkte.

  5. Sebastian  Dietz/Denise Dietz, BMW 316i: 28,168 Pkte.

 

 

 

Zahlenspiele zur ADAC Retro-Rallye-Serie Süd

 

3.631: Gesamtstarterzahl. 3.631 Fahrzeuge waren von Juni 2006 bis April 2019 am Start

 

99: Retro-Rallyes… wurden in der RRS-Süd von Juni 2006 bis April 2019 durchgeführt

 

89: Rekordstarter! 89 x am Start bei den 99 Läufen der RRS-Süd war Thomas Meyer aus Frankenthal auf Opel Ascona A, Manta B, Corsa A, Kadett C – und einem Porsche 911.

 

81: Starter. Bestbesuchte Retro-Rallye in der RRS-Süd (und Deutschlandweit!) war die Rallye Südliche Weinstraße Historic 2012 des MSC Ramberg

 

18: Retro-Rallye-Veranstalter. Insgesamt 18 verschiedene Veranstalter haben bis einschließlich der Saison 2018 einen Lauf zur RRS-Süd durchgeführt – Tendenz steigend, da in 2019 die Retro-Rallye des MSC Calw und die Rallye BW erstmals dazugehören werden und mit der Unterland-Hohenlohe-Wertungsfahrt eine weitere Veranstaltung für 2020 in den Startlöchern steht.

 

12: Rekordhalter! Der Veranstalter mit den meisten Wertungsläufen zur RRS ist der MSC Alzey, gefolgt von den beiden Pfälzer Ortsclubs MSC Potzberg und MSC Ramberg, dem saarländischen MSC Obere Nahe und der hessischen VG Nibelungenring –Rallye mit je 11 Wertungsläufen.

 

10,6: Ausfallquote. 10,6 % betrug die Ausfallquote der „Retros“ in der Saison 2018. ein guter Wert   im Vergleich zu den gleichzeitig stattfindenden Bestzeit-Rallyes, bei der die Ausfallquote bei 28,3 % lag – was den Beweis erbrachte, dass die „Retros“ nicht hemmungslos Gas geben!

 

10: Rekordsieger! Thomas Gutheil ist der Beste. Er gewann 10 der 99 Wertungsläufe zur RRS-Süd. An zweiter Stelle folgt Michael Groß mit seinem 2-taktenden „räng-täng-täng“ Auto Union 1000 S mit 8 Siegen vor Herbert Schmidt, dem Rekordmeister mit 7 Siegen.

 

3: Rekordmeister! Herbert Schmidt aus Edesheim gewann in den Anfangsjahren der RRS dreimal die Meisterschaft, gefolgt von Toyota-Treter Thomas Gutheil, den „Nordlichtern“ Hans-Jürgen/Karin Pfohe, Rekordstarter Thomas Meyer und – „erbarme, die Hesse kommen!“ - Johannes Ott/Christian Beetz mit je zwei Meistertiteln.

 

1: Walter Röhrl. 1x war der Doppel-Rallye-Weltmeister und 4-fache Sieger der Rallye Monte Carlo Walter Röhrl als Vorwagen am Start der RRS (Rallye SÜW 2009) mit einer Replica des Monnet Porsche 924 Carrera GTS Rallye. Für viele Fans ein Zeitsprung in das Jahr 1981, als er die Rallye Vorderpfalz gewonnen hatte. Für die Rallye SÜW brachte es einen ungeheuren Schub in der Starterzahl mit sich - und für Copilot Helmut Rotzal, Leiter der Sportabteilung des ADAC Pfalz der den „Deal“ eingefädelt hatte, war es das Highlight seines Motorsport-Lebens!

 

Foto: Walter Röhrl/Helmut Rotzal (Porsche 924) bei der ADAC Rallye Südliche Weinstraße Historic 2009 auf der WP Heldenstein (Foto: Privat)