Timo Bernhard - Berichte 2017

Die Porsche 919 Hybrid feiern auch in Texas einen Doppelsieg

Mit einem Doppelsieg der beiden Porsche 919 Hybrid im texanischen Austin hat das Porsche LMP Team seine WM-Führung weiter ausgebaut. Die Le-Mans-Sieger und Tabellenführer Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) gewannen das sechsstündige Hitzerennen auf dem Circuit of The Americas bei bis zu 33 Grad Luft- und 40 Grad Asphalttemperatur. Auf Platz zwei kam der Porsche 919 Hybrid des amtierenden Weltmeisters Neel Jani (CH) sowie André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB) ins Ziel. Das Trio war von der Poleposition gestartet und hatte den sechsten von neun Läufen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft lange angeführt, ehe es kurz vor Schluss zugunsten der WM-Situation zurücksteckte. Jani fuhr die schnellste Rennrunde in 1.47,149 Minuten im neunten von 192 Umläufen. Die Prototypen von Toyota erwiesen sich als harte Gegner.

 

Es war der insgesamt 17. Sieg und der siebte Doppelsieg für den 919 Hybrid seit seinem Debüt 2014. Außerdem stehen nun elf schnellste Rennrunden zu Buche. 2017, im letzten Einsatzjahr des 919 Hybrid, will Porsche die Bilanz für den innovativen Prototyp perfekt machen: Drei Le-Mans-Siegen hintereinander sollen der fünfte und sechste Weltmeistertitel folgen. In der Hersteller-WM führt Porsche mit 242 Punkten vor Toyota 168,5. In der Fahrertabelle vergrößerten Bamber/Bernhard/Hartley mit nun 159 Zählern den Abstand auf die beiden bestplatzierten Toyota-Fahrer auf 51 Punkte. Jani/Lotterer/Tandy sind Tabellenvierte (90 Punkte). Der siebte von neun WEC-Läufen findet am 15. Oktober im japanischen Fuji statt.

 

Aufgrund der Hitze wurde die maximale Fahrzeit für die Piloten per Reglement auf 80 Minuten begrenzt. Somit stand bereits vor dem Start fest, dass in Austin keine Doppelstints gefahren werden können. Der 919 Hybrid konnte 30 Runden mit einer Tankfüllung abspulen. Dies entspricht etwa 57 Minuten.

 

„Ein weiterer Doppelsieg ist natürlich super, doch es war nicht leicht heute,“ sagte Timo. „Viele Situationen beim Überrunden waren richtig schwierig. Mit meinem Start-Stint war ich nicht zufrieden, denn das Auto verhielt sich anders als erwartet, darum verlor ich an Boden. Bei meinem nächsten Einsatz hatte ich dann gute Kämpfe mit beiden Toyota und konnte Mike Conway überholen. Wir freuen uns riesig über die volle Punktzahl für die Fahrer-WM, unser Schwesterauto hätte den Sieg aber mindestens genauso verdient.“

 

18.09.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Porsche LMP Team erwartet Hitzeschlacht in Texas

Nach dem Doppelsieg des Porsche LMP Teams in Mexiko-Stadt werden die Karten für den sechsten Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft neu gemischt: Am 16. September wird auf dem Circuit of The Americas (COTA) in Austin im US-Bundesstaat Texas sechs Stunden lang bei voraussichtlich großer Hitze gefahren. In den Vorjahren wurde das Rennen auf dem Formel-1-Kurs von 17:00 bis 23:00 Uhr Ortszeit ausgetragen und damit zur Hälfte in der kühleren Dunkelheit. 2017 ist das Rennen auf 12:00 bis 18:00 Uhr vorverlegt. 2016 herrschten selbst um 17:00 Uhr noch Temperaturen von über 35 Grad Celsius, 2014 musste das Rennen wegen Starkregens unterbrochen werden – in Austin scheint alles möglich.

 

Das Porsche LMP1 Team will in der vierten und letzten Saison des innovativen Prototyps Porsche 919 Hybrid den jeweils dritten Hersteller- und Fahrerweltmeistertitel in Folge holen. In der Hersteller-WM führt Porsche mit 198 Punkten vor Toyota 141,5. In der Fahrerwertung liegen Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) nach Siegen in Le Mans, auf dem Nürburgring und in Mexiko mit 134 Zählern an der Spitze. Ihr Polster auf das bestplatzierte Toyota-Trio beträgt 41 Punkte. Neel Jani (CH), André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB) sind Tabellendritte (64 Punkte).

 

Fritz Enzinger, Leiter LMP1, sagt vor dem nächsten Einsatz auf dem amerikanischen Kontinent: „Ich bin sehr stolz darauf, wie sich die Mannschaft in die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte mit den Überseerennen gestürzt hat. Nachdem wir den LMP1-Rückzug zum Saisonende beschlossen hatten, hätte die Leidenschaft nachlassen können. Das ist nicht geschehen. Wir wollen die einzigartige Erfolgsgeschichte des Porsche 919 Hybrid mit zwei weiteren Weltmeistertiteln krönen.“

 

Das Rennen in Austin wird am Samstag ausgetragen und kann via Internet und TV weltweit verfolgt werden.

 

„Die Rennstrecke in Austin ist toll und immer eine Herausforderung,“ sagte Timo. „Der Kurs ist zwar einer von den ganz modernen, aber nicht langweilig. Die verschiedenen Elemente und Passagen verlangen ganz unterschiedliche Geschwindigkeiten. Vor allem der erste Sektor mit den S-Kurven ist unheimlich interessant. Eine große Neuerung ist natürlich, dass wir nicht mehr vom Tag in die Nacht fahren. Das ist schade. Ich war immer sehr gerne in der Dunkelheit unterwegs, das ist eine besondere Stimmung. Und die durch den früheren Start zu erwartende andauernde Hitze wird auch Auswirkungen auf Reifenwahl und Abstimmung haben.“

 

11.09.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Porsche LMP Team feiert überlegenen Doppelsieg in Mexiko

Dem Porsche LMP Team ist in Mexiko-Stadt ein weiterer großer Schritt in Richtung Titelverteidigung gelungen: Beim fünften Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez erzielte die Mannschaft aus Weissach mit den beiden Porsche 919 Hybrid einen überlegenen Doppelerfolg. Die diesjährigen Le-Mans-Sieger und aktuellen Tabellenführer Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) gewannen vor ihren Teamkollegen Neel Jani (CH), André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB).

 

Entgegen der Prognosen ging das gut besuchte Sechsstundenrennen komplett trocken und damit unverfälscht von Wetterkapriolen über die Bühne. Die beiden Porsche 919 Hybrid überrundeten die Konkurrenz von Toyota. Hartley fuhr die schnellste Rennrunde.

 

Die Zwischenbilanz nach 30 Einsätzen des Porsche 919 Hybrid von Anfang 2014 bis heute lautet nun: 17 Polepositions, 16 Siege – darunter sechs Doppelsiege – und zehn schnellste Rennrunden. 2017 sollen der jeweils dritte Hersteller- und Fahrerweltmeistertitel hintereinander folgen. In der Hersteller-WM führt Porsche mit 198 Punkten vor Toyota 141,5. In der Fahrerwertung vergrößerten Bamber/Bernhard/Hartley mit nun 134 Zählern den Abstand auf das bestplatzierte Toyota-Trio auf 41 Punkte. Jani/Lotterer/Tandy verbesserten sich auf den dritten Tabellenplatz (64 Punkte). Bereits am 16. September startet die WEC zum sechsten von neun WM-Läufen auf dem Circuit of The Americas im texanischen Austin (USA).

 

„Das ist ein sehr schöner Tag für unser Porsche LMP1 Team und ein richtig gutes Wochenende,“ sagte Timo. „Der 919 war immer schnell, die Strategie hat gepasst, es hat unheimlich Spaß gemacht. Am Ende konnte ich aufgrund des großen Vorsprungs sogar etwas haushalten. Ich freue mich unheimlich, und jetzt wird gefeiert.“

 

04.09.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Porsche LMP Team will in Mexiko die WM-Führung ausbauen

Nach der Sommerpause steht für das Porsche LMP Team der erste Übersee-Einsatz auf dem Programm: Beim fünften von neun Läufen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC am 3. September in Mexiko-Stadt will die Mannschaft ihre Tabellenführung weiter ausbauen. Nach Siegen in Le Mans und auf dem Nürburgring führt Porsche in der Hersteller-Weltmeisterschaft mit 154 Punkten vor Toyota (114,5). Das Trio Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) liegt mit 108 Zählern an der Spitze der Fahrer-WM und hat einen Vorsprung von 30 Punkten auf die bestplatzierte Toyota-Crew. Die Piloten des zweiten Porsche 919 Hybrid, Weltmeister Neel Jani (CH), André Lotterer DE) und Nick Tandy (GB), folgen auf dem vierten Tabellenplatz (46 Punkte).

 

Fritz Enzinger, Leiter LMP1, sagt vor dem Sechsstundenrennen in Mexiko: „Wir verfolgen weiterhin das klare Ziel, unsere WM-Titel zu verteidigen. Nachdem wir trotz schwieriger Umstände zum dritten Mal in Folge die 24 Stunden von Le Mans gewonnen haben und zuletzt auch auf dem Nürburgring der Hattrick gelungen ist, wollen wir die WEC 2017 mit dem dritten Hersteller- und Fahrertitel hintereinander abschließen.“ Porsche hat mit dem innovativen 919 Hybrid seit der Rückkehr in die Topkategorie der Le-Mans-Prototypen (LMP1) zur Saison 2014 bislang 15 Siege erzielt.

 

Ende Juli hat Porsche eine Neuausrichtung seiner Motorsportstrategie bekannt gegeben. Dazu gehört die Einstellung des LMP1-Programms zum Ende der Saison 2017. „Der Porsche 919 Hybrid wird nicht nur als einer der erfolgreichsten Rennwagen in die Unternehmensgeschichte eingehen“, betont Enzinger, „er ist auch ein Paradebeispiel für die Porsche-Philosophie, im Motorsport technische Grenzen auszuloten und zukunftsrelevante Innovationen zu erproben. Bezüglich Elektrifizierung, Hybrid- und Hochvolttechnik sowie Verbrennungseffizienz hat sich die mutige Vorreiterrolle des 919 ausgezahlt.“

 

Die Strecke ist benannt nach den Brüdern Pedro und Ricardo Rodríguez. Ihre Erfolge haben einen festen Platz in der Porsche-Rennsportgeschichte; herausragend ist der Gewinn der Sportwagen-WM 1970 durch Pedro Rodríguez mit dem Porsche 917. Der Kurs ist schmal und technisch anspruchsvoll. Wahrzeichen ist die Rechts-Links-Kombination vor den steil aufragenden Tribünen eines ehemaligen Baseball-Stadions. Der Start erfolgt am Sonntag um 12:00 Uhr. Das Rennen wird via Internet und TV weltweit übertragen.

 

„Das WEC-Debüt in Mexiko-Stadt war 2016 eine tolle Veranstaltung mit vielen begeisterten Fans,“ sagte Timo. „Eine super Kulisse, und am Ende wurde unser Einsatz mit einem Sieg gekrönt. Die Strecke ist nicht einfach. Sie ist ein Mix aus einer permanenten Rennstrecke mit Stadtkurs-Elementen. An einigen Stellen kommt man den Mauern sehr nah, da kann präzise Fahrtechnik den entscheidenden Unterschied bilden. Die Höhenluft ist physisch eine spürbare Umstellung, das kommt hinzu. Im vergangenen Jahr hat sich das Team sehr schnell darauf eingestellt. Ich freue mich sehr auf das Rennen. Es wird Zeit, dass die Pause endet.“

 

28.08.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Eifel-Hattrick: Porsche feiert Doppelsieg mit 919 Hybrid auf dem Nürburgring

Nach dem dritten Le-Mans-Sieg in Folge hat Porsche mit dem 919 Hybrid auch den Hattrick beim Sechsstundenrennen auf dem Nürburgring geschafft: Wie in den Jahren 2015 und 2016 standen Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) ganz oben auf dem Podium, dieses Mal gemeinsam mit Earl Bamber (NZ). Für den 919 Hybrid ist es der zweite Sieg in der laufenden Saison und der insgesamt 15. seit seinem Debüt in 2014.

 

Das Schwesterauto mit dem amtierenden Weltmeister Neel Jani (CH), André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB) belegte nach langer Führung Platz zwei. Es komplettierte damit den insgesamt fünften Doppelsieg in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC für Porsche, der letzte gelang 2015 in Shanghai.

 

Nach leichtem Regen am Vormittag ging der vierte von neun WM-Läufen trocken über die Bühne. Porsche baute die Tabellenführung in der Hersteller-WM auf 154 Punkte aus und hat nun einen Vorsprung von 39,5 Zählern auf Toyota. In der Fahrer-Weltmeisterschaft vergrößerten Bamber/Bernhard/Hartley mit nun 108 Zählern den Abstand auf das bestplatzierte Toyota-Trio auf 30 Punkte. Jani/Lotterer/Tandy verbesserten sich auf den vierten Tabellenplatz (46 Punkte).

 

„Nach einem guten Start war es schon ein harter Kampf mit Kamui und André,“ sagte Timo. „Wir konnten gleich schnell fahren. Unterschiede ergaben sich eigentlich nur durch mehr oder weniger Glück beim Überrunden. Dabei wollte natürlich auch keiner von uns in der ersten Rennstunde zu viel riskieren. Unterm Strich ist ein Doppelsieg beim Heimrennen ein fantastisches Ergebnis für Porsche. Jedes unserer Autos hätte heute gewinnen können. Wir lagen vom Start bis zum Ziel eng beisammen.“

 

Nach der Sommerpause wird der fünfte Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft am 3. September in Mexiko-Stadt ausgetragen.

 

18.07.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Die Le-Mans-Sieger kommen zum Nürburgring

Das Porsche LMP Team kommt als Le-Mans-Sieger und Tabellenführer in der Weltmeisterschaft zum Heimrennen auf dem Nürburgring am 16. Juli. „Etwas Schöneres gibt es kaum“, freut sich Fritz Enzinger, der Leiter LMP1. „Die 24 Stunden in Le Mans waren Langstreckensport mit allen Höhen und Tiefen. In der Eifel wollen wir ein blitzsauberes Sechsstundenrennen fahren und am liebsten auch hier nach 2015 und 2016 zum dritten Mal in Folge gewinnen. Unser neues Aerodynamik-Paket für hohen Abtrieb hat beim Test gut funktioniert. Jetzt geht der Kampf um die Verteidigung unserer Weltmeistertitel für Hersteller und Fahrer richtig los.“

 

Nach drei von neun Läufen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und doppelter Punktvergabe in Le Mans führt Porsche in der Herstellerwertung mit 111 Punkten vor Toyota (78,5). In der Fahrer-WM liegen die Le-Mans-Sieger Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) mit 83 Punkten und einem Vorsprung von 17 Zählern auf das bestplatzierte Toyota-Trio an der Spitze. Der amtierende Weltmeister Neel Jani (CH) und seine Partner André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB) waren in Le Mans nach einer mehr als zehn Stunden währenden Führung ausgefallen und belegen derzeit mit 28 Punkten den fünften WM-Platz.

 

Das in vier Klassen eingeteilte WEC-Feld aus Prototypen und GT-Sportwagen zählt auf dem Nürburgring 29 Fahrzeuge. Der Start zum Sechsstundenrennen erfolgt am Sonntag um 13:00 Uhr. Es wird via Internet und TV weltweit übertragen.

 

„Ich freue mich riesig auf den Nürburgring,“ sagte Timo. „Neben Le Mans ist mein Heimrennen für mich das zweite Saison-Highlight. Seit zwei Jahren gibt es das Sechsstundenrennen am Ring. Es wurde von Anfang an super angenommen. Die Atmosphäre mit vollen Rängen und sehr sachkundigem Publikum war genial. Vor dieser Kulisse haben wir 2015 und 2016 gewonnen. So kann es gerne weitergehen, der Hattrick wäre schön. Allerdings werden sowohl die Toyota als auch unser Schwesterauto sehr stark sein.“

10.07.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Von Platz 56 auf die 1: die Fakten zum Sieg in Le Mans

 

Mit großem Teamgeist und einer schier übermenschlichen Kraftanstrengung hat Porsche das 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2017 gewonnen.

 

Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) holten am 18. Juni nach einer grandiosen Aufholjagd den 19. Gesamtsieg für Porsche. Eine ähnlich starke Leistung gelang vor genau 40 Jahren Jacky Ickx (BE), Jürgen Barth (DE) und Hurley Haywood (USA), die mit dem Porsche 936 von Platz 42 aus zum Sieg fuhren.

 

Die 85. Auflage des größten und härtesten Autorennens der Welt begann mit einer Doppelführung für Toyota und einem herben Rückschlag für den später siegenden Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 2. Das Auto von Bamber, Bernhard und Hartley kam um 18:30 Uhr außerplanmäßig an die Box. Der Tausch der E-Maschine, welche die Vorderräder antreibt, dauerte eine Stunde und fünf Minuten. Das Auto ging um 19:35 Uhr mit 13 Runden Rückstand an Position 56 wieder ins Rennen.

 

In der Nacht musste der starke Konkurrent aus Japan Verluste hinnehmen. Der Toyota Nummer 8 kam mit einem Defekt zu einer mehrstündigen Reparatur an die Box, die Nummer 7 rollte mit Kupplungsschaden aus und die Nummer 9 nach einem Überrundungsunfall. Um 00:45 Uhr ging der von Platz drei gestartete Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 1 in Führung. Um 11:09 Uhr forderte die Hitzeschlacht auch bei Porsche das nächste Opfer: Motorschaden am Führungsauto. Für Neel Jani (DE), André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB) war der Traum vom Gesamtsieg nach über zehn Stunden souveräner Führung jäh beendet.

 

Damit schlug die Stunde der Jäger: Der 919 mit der Nummer 2 war nun der bestplatzierte LMP1 im Rennen und pflügte durch das LMP2-Feld. Um 12:50 Uhr in der 330. Rennrunde fuhr Bernhard wieder in derselben Runde wie der Führende. In der 347. Runde rang er ihn nieder und kam 20 Umläufe später als Sieger ins Ziel.

 

Das Rennen in Zahlen:

 

• Das Siegerteam Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) mit der Startnummer 2 legte 367 Rennrunden (5.001,23 Kilometer) zurück. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 208,2 km/h.

• Die Startnummer 2 führte das Rennen im Gesamtklassement die letzten 20 Runden an.

• Die meisten Führungsrunden des Rennens absolvierte der Schwester-Porsche mit der Nummer 1 von Neel Jani (CH), André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB): Er lag ab der 155. bis einschließlich der 318. Rennrunde (00:45 bis 11:09 Uhr) an der Spitze. Inklusive zweier durch Boxenstopps bedingten Führungsrunden früher im Rennen, ergaben sich 166 Umläufe auf Platz eins.

• Der Vorsprung der Nummer 1 betrug zum Zeitpunkt des Motorschadens 13 Runden.

• Während der 24 Stunden gab es drei Safety-Car-Phasen (15 Runden) und 27 ‚Slow Zones’, in denen die Fahrer ihr Tempo auf 80 km/h drosseln mussten.

• Lediglich auf 246 der 367 Rennrunden herrschte auf der gesamten 13,629 Kilometer langen Strecke freie Fahrt.

• Das Siegerauto steuerte 29 Mal die Boxengasse an, einmal für eine Durchfahrtstrafe. Inklusive des Reparaturstopps für den Austausch des Elektromotors am Samstag betrug die Standzeit 1:38.05,211 Stunden.

• Das Siegerauto kam mit zehn Reifensätzen (ausschließlich Slicks) durch das Rennen und wurde 28 mal aufgetankt.

• Die höchste Spitzengeschwindigkeit im Rennen wurde für den Sieger-Porsche mit 334,9 km/h gemessen (Bernhard in der 338. Runde).

• Die längste Distanz, die mit einem Satz Reifen gefahren wurden, waren 43 Runden. Von der 124. bis zur 167 Runde saß dabei Bamber am Steuer.

• Nur eine Runde weniger lang war Bernhards Finale von der 325. Runde bis zum Zieleinlauf nach 367 Runden.

• Bernhard bestritt deutlich die größte Distanz mit dem Siegerauto. Er fuhr insgesamt 159 Runden, Hartley 106 und Bamber 102.

• Bernhard wog vor dem Rennen in voller Montur mit Overall und Helm 65,0 Kilogramm. Nach der Zieldurchfahrt brachte er 63,8 Kilogramm auf die Waage.

• Der schnellste Boxenstopp mit Fahrer- und Reifenwechsel dauerte im Porsche Team 82,343 Sekunden. • Den schnellsten Tankstopp (komplette Füllung) erledigte die Crew in 64,342 Sekunden um 22:14 Uhr.

• Den Fahrern standen im Auto pro Stint 0,9 Liter Getränk zur Verfügung. Die Trinkflaschen wurden bei jedem Tankstopp ausgetauscht.

• Insgesamt elf Folien, die nach und nach entfernt wurden, sorgten auf der Windschutzscheibe des Siegerautos für klare Sicht.

• Die höchste Außentemperatur betrug 31,5 Grad Celsius kurz vor dem Zieleinlauf. In der Nacht kühlte die Luft auf bis zu 19 Grad Celsius ab. Die Asphalttemperatur erreicht am Samstag mit 39 Grad Celsius ihren Höhepunkt. Der geringste Wert in der Nacht waren 27 Grad Celsius.

• 25,2 Gigabyte Daten wurden von Fahrzeug Nummer 2 während der 24 Stunden an die Box übermittelt. • Nach nunmehr drei von neun Läufen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft und doppelter Punktvergabe in Le Mans führt Porsche in der Herstellerwertung mit 111 Punkten vor Toyota (74,5). In der Fahrer-WM liegen Bamber/Bernhard/Hartley mit 83 Punkten und einem Vorsprung von 21 Zählern an der Spitze. Jani/Lotterer/Tandy belegen mit 28 WM-Zählern Platz fünf.

 

Rückspiegel – Jacky Ickx’ Aufholjagd 1977:

 

Auch vor 40 Jahren schaffte Porsche das scheinbar Unmögliche in Le Mans. Der sechsmalige Gesamtsieger Jacky Ickx (BE, 72) erinnert sich: „Nach drei Stunden glaubten wir das Rennen verloren. Mein 936 war ausgefallen, und ich stieg bei Jürgen Barth und Hurley Haywood zu. Aber bei denen lief es auch nicht rund, wir lagen an 42. Stelle. Was dann geschah, ist für mich bis heute schwer fassbar. Es war wie ein Rausch. Ich bin die komplette Nacht durchgefahren, mit voller Geschwindigkeit, immer am Limit. Bei Regen und Nebel. Ich wurde immer schneller. Platz 42, 35, 28, 20, neun, sechs, fünf. Alle haben gespürt, dass wir das Unvorstellbare erreichen können. Jürgen und Hurley fuhren schneller denn je, die Mechaniker leisteten Unglaubliches. Ich spürte keine Müdigkeit. Dann gingen wir in Führung. Am Sonntagvormittag war ich total erschöpft. Am Schluss trug Jürgen den 936 mit nur noch fünf Zylindern ins Ziel. Ich hätte das nicht gekonnt. Man kann über viele Rennen tolle Geschichten erzählen. Aber 1977 ragt heraus. So etwas macht man nur einmal im Leben. Solche Rennen haben Porsche zur Legende gemacht.“

 

 

21.06.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Ein Traum geht in Erfüllung

 

Timo holt sich den Gesamtsieg mit Porsche in Le Mans

 

Um 18:30 Uhr am Samstagabend schien das 24-Stunden-Rennen für den Porsche 919 Hybrid von Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) verloren: kein Vorderradantrieb mehr, über eine Stunde Reparaturzeit. Doch die 85. Auflage des Langstreckenklassikers in Le Mans nahm derart dramatische Wendungen, dass eine fast übermenschliche Aufholjagd vom 56. Platz und einem Rückstand von 18 Runden mit dem Gesamtsieg belohnt wurde. Es ist der insgesamt 19. für Le-Mans-Rekordhalter Porsche und der dritte in Folge. Wer das härteste Rennen der Welt dreimal hintereinander gewinnt, darf den Wanderpokal behalten.

Earl Bamber erzielte nach 2015 seinen zweiten Gesamtsieg mit dem Porsche 919 Hybrid. Auch Timo Bernhard gewann zum zweiten Mal an der Sarthe. Seit ihm das 2010 als Leihgabe an Audi gelang, träumte er davon, diesen Erfolg mit Porsche wiederholen zu können.

 

Der überglückliche Brendon Hartley war bis dato der einzige der Porsche LMP-Werksfahrer, dessen Name noch nicht im Pokal eingraviert war. Als das Schwesterauto um kurz nach elf Uhr am Sonntag nach einer zehnstündigen Führung ausrollt, schlägt die Stunde der Jäger. Hartley hat sich auf einem Mehrfachstint kontinuierlich verbessert. Nach 312 Runden legt er seinen letzten Tankstopp ein, nach 325 Runden übergibt er das Auto an Position vier liegend an Bernhard. Um 12:50 Uhr fährt der 919 Hybrid mit dem Führenden wieder in der gleichen Rennrunde – es ist die 330. Nachdem alle LMP1-Hybrid-Werksrennwagen entweder aus- oder nach langer Reparatur zurückgefallen sind, führt ein LMP2. Nach 338 Runden kommt Bernhard zum Tankstopp und in der 347. Runde erobert er sich die Führung. Ein Tankstopp nach 351 Runden ist sein vorletzter, nach dem finalen ‚Splash & Dash’ Ende der 360. Runde fährt Bernhard nach insgesamt 367 Umläufen mit dem Startnummer-2-Porsche als Sieger ins Ziel.

„Das ist alles noch völlig surreal für mich,“ sagte Timo. „Als ich 1999 als Junior zu Porsche kam, habe ich mich zu träumen getraut, dass ich vielleicht irgendwann einmal die Chance bekomme, in Le Mans um den Gesamtsieg zu kämpfen und dass ich dann hoffentlich auch noch gut genug bin, um es zu schaffen. Jetzt, 18 Jahre später, ist uns das gemeinsam gelungen. Die Auslaufrunde war sehr emotional für mich. Es wird dauern, bis ich das alles begreife.“

 

19.06.2017 - Text und Fotos: Timo Bernhard Motorsportpresse

Porsche LMP Team steht vor hartem Kampf um den Gesamtsieg

Der Countdown zum Saisonhöhepunkt ist weit heruntergezählt: Am 17./18. Juni stellt sich Porsche erneut dem Kampf um die Kronjuwelen des Langstreckensports und will die 24 Stunden von Le Mans zum dritten Mal in Folge gewinnen. Der große Gegner auf der Strecke ist Toyota. Dem japanischen Hersteller ist bislang noch kein Le-Mans-Sieg geglückt. 2016 fiel Toyota in einem dramatischen Finish in Führung liegend nur wenige Minuten vor dem Ziel mit technischem Defekt aus. 2017 tritt die Konkurrenz mit drei Fahrzeugen gegen die zwei Porsche 919 Hybrid in der Top-Kategorie LMP1-H an.

Fünf Gesamtsieger im Porsche-Fahrerkader:

Am Steuer des Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 1 wechseln sich Neel Jani (33/CH), André Lotterer (35/DE) und Nick Tandy (32/GB) ab. Die drei vereinen 20 Le-Mans-Starts und fünf Gesamtsiege auf sich. Jani (8 Starts, 1 Gesamtsieg) ist 2017 der einzige Titelverteidiger in Le Mans, außerdem amtierender Weltmeister in der FIA Langstrecken-WM und obendrein seit 2015 Qualifying-Rekordhalter in Le Mans. Lotterer (8 Starts, 3 Gesamtsiege) steht nach seiner erfolgreichen Karriere mit Audi vor seinem ersten Le-Mans-Einsatz für Porsche. Tandy startet zum zweiten Mal in der LMP1-Klasse an der Sarthe. Er war dort drei Mal in der GT-Kategorie am Start und holte 2015 als LMP1-Rookie für Porsche den 17. Gesamtsieg.

 

Die Besetzung des Schwesterautos – Earl Bamber (26/NZ), Timo Bernhard (36/DE) und Brendon Hartley (27/NZ) – bringt es auf 17 Teilnahmen und zwei Gesamtsiege. Bamber (2 Starts, 1 Gesamtsieg) gewann 2015 als LMP1-Rookie zusammen mit Tandy. 2016 trat er für Porsche in der GT-Klasse an. Die größte Erfahrung in diesem Trio bringt Bernhard mit: Er startete bereits zehn Mal in Le Mans, das erste Mal 2002 für Porsche in der GT-Klasse. Der Klassensieg gelang auf Anhieb. Seit 2010 ist auch sein Name auf dem Gesamtsieger-Pokal eingraviert, seinerzeit war der Porsche-Werksfahrer an Audi ausgeliehen. Hartley (5 Starts) teilt sich bereits seit 2014 ein Cockpit mit Bernhard und ist der Hungrigste von allen: Ihm blieb der Gesamtsieg bisher verwehrt.

 

13.06.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Intensive Rennvorbereitung im Porsche LMP1 Team beim offiziellen Test in Le Mans

Das Porsche LMP Team absolvierte beim offiziellen Testtag in Le Mans 156 Runden mit den beiden Porsche 919 Hybrid. Neben den sechs Stammfahrern – Neel Jani/André Lotterer/Nick Tandy mit der Startnummer 1 sowie Earl Bamber/Timo Bernhard/Brendon Hartley mit der Startnummer 2 – kam am Sonntag auch Marc Lieb zum Einsatz. Der Ludwigsburger feierte zusammen mit Jani und Romain Dumas 2016 den Le-Mans-Gesamtsieg im Porsche 919 Hybrid und ist gemeinsam mit den beiden amtierender Langstrecken-Weltmeister.

 

Die beste Rundenzeit für einen Porsche 919 Hybrid beim offiziellen Le-Mans-Test betrug 3:21,512 Minuten. Das bedeutet eine Verbesserung um sieben Zehntelsekunden gegenüber dem Vorjahr – trotz neuer Restriktionen durch das Reglement, die vor allem die Aerodynamik betreffen. Das Porsche LMP Team verzichtete beim Test auf eine Qualifyingsimulation und belegte in der Ergebnisliste nach acht Stunden die Plätze vier und fünf hinter Toyota.

 

„Anfangs war die Strecke sehr rutschig,“ sagte Timo. „Aber dann haben wir unsere Richtung bei der Abstimmung gefunden. Um die Feinheiten zu erarbeiten, hätten wir natürlich gerne mehr Zeit gehabt. Aber das Team hat bei dem Motorwechsel super gearbeitet. Ich hatte heute den Eindruck, dass mehr Neulinge als sonst unterwegs waren. Weil sie die Strecke noch nicht so gut kennen, kommt es manchmal zu schwierigen Situationen.“

 

„Das war ein durchwachsener Testtag für uns,“ sagte Andreas Seidl, Teamchef. „Wir haben uns auf die Rennabstimmung konzentriert und auf eine Qualifying-Simulation verzichtet. Obwohl wir die geplante Kilometerleistung nicht fahren konnten, haben wir dennoch einige wichtige Erkenntnisse bezüglich der Reifenwahl und Dauerhaltbarkeit gewonnen. Der Speed der Toyotas heute war beeindruckend, den konnten wir nicht mitgehen. Wir werden in den nächsten Tagen die Daten von heute analysieren und unsere Schlüsse daraus ziehen, um noch etwas mehr Performance aus unserem Auto zu kitzeln. Mit dem Fahrzeug Nummer 2 haben wir heute leider viel Testzeit verloren: Wegen eines Öllecks mussten wir über die Mittagspause den Verbrennungsmotor wechseln. Um 15:48 Uhr, nach nur zweieinhalb Stunden Reparaturzeit, war das Auto wieder unterwegs. Die Ursache für die Leckage wird noch analysiert, die Mannschaft hat super gearbeitet. Jetzt geht’s mit Vollgas weiter Richtung Rennwoche.“

 

07.06.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Podium für Timo und seine Teamkollegen in Spa

Beim letzten WM-Lauf vor den 24 Stunden von Le Mans belegte Porsche mit den beiden 919 Hybrid die Plätze drei und vier. In dem Sechsstundenrennen im belgischen Spa-Francorchamps kämpften beide Prototypen mit Zwischenfällen. Das Trio Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ) verlor wegen eines schleichenden Plattfußes viel Zeit und belegte Platz drei. Das Schwesterauto mit dem amtierenden Weltmeister Neel Jani (CH) sowie André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB) war von der Poleposition gestartet, hatte aber Pech mit dem Zeitpunkt zweier Neutralisationsphasen und kam hinter den Teamkollegen ins Ziel. Die schnellste Runde von Hartley (1.57,638 Minuten) unterstreicht das Potenzial des 919 Hybrid. Über die Renndistanz hatten in Spa jedoch zwei Toyota die Nase vorn.

 

Porsche trat in Spa wie bereits beim Saisonauftakt in Silverstone in der Aerodynamik-Konfiguration für Le Mans an. Der geringe Abtrieb führte zu höherem Reifenverschleiß. Toyota ging mit zwei unterschiedlichen Aerodynamikvarianten ins Rennen. Das Exemplar in Le-Mans-Konfiguration kam hinter beiden Porsche ins Ziel.

 

Trotz Sonnenschein beim Start hatte die Wettervorhersage für die Schlussphase des Rennens Regen vorausgesagt, der aber weitestgehend ausblieb. Der Veranstalter meldete für die Dreitagesveranstaltung 61.000 Zuschauer. Nach dem zweiten von neun Läufen zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC belegt Porsche Platz zwei in der Herstellerwertung. In der Fahrer-WM rangieren die Porsche-Crews auf den Positionen zwei und drei.

 

So lief das Rennen für die Startnummer 2: Brendon Hartley verbessert sich beim Start vom fünften auf den vierten Platz, weil sich der Nummer-9-Toyota vor der Haarnadelkurve „La Source“ verbremst. In der 21. Runde zieht der Neuseeländer am Schwester-Porsche vorbei auf Platz drei. Nach 24 Umläufen tankt Hartley. Wegen eines Ausrutschers in der letzten Kurve lässt er den anderen 919 Hybrid wieder vorbei. Beim Tankstopp in Runde 49 übernimmt Earl Bamber und setzt das Rennen als Vierter fort. Bereits nach Runde 54 muss er wegen eines schleichenden Plattfußes erneut zur Box. Das Team ersetzt nur diesen einen Reifen und füllt Benzin auf. Bamber bleibt Vierter. Nach 78 Runden, kurz vor der Halbzeit, übernimmt Timo Bernhard das Auto an Position vier. Dabei bleibt es auch nach dem nächsten Tankstopp, der anlässlich einer „Full-Course-Yellow“-Phase bereits nach 94 Umläufen stattfindet. In Runde 116 überholt der Deutsche den Nummer-1-Porsche und ist Dritter. Im 120. Umlauf übernimmt Hartley wieder das Steuer. Mit vier frischen Reifen fährt er die insgesamt schnellste Rennrunde (122.) und kämpft sich im 127. Umlauf am Nummer-7-Toyota vorbei. Auf seiner letzten Runde vor dem nächsten Boxenstopp kollidiert Hartley mit einem LMP2-Fahrzeug. Nach 143 Runden wird das Auto aufgetankt und erhält eine neue Fahrzeugnase. Der Neuseeländer kommt genau hinter der Nummer 7 wieder auf die Strecke. Seinen letzten Tankstopp legt er nach 167 Runden ein, ehe er als Dritter ins Ziel fährt.

 

„Ich war nach Earl an der Reihe und habe versucht, Boden gutzumachen, nachdem uns der Plattfuß zurückgeworfen hatte,“ sagte Timo. „Die Aufholjagd und der Kampf mit Neel haben Spaß gemacht, letztlich hatte ich die Nase vorn. Wir konnten zwar von einer ,Full-Course-Yellow‘-Phase profitieren, aber Toyota auch. Zum Schluss hat Brendon wirklich alles gegeben, aber mehr lag heute nicht drin.“

 

08.05.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Zuversicht vor der Le-Mans-Generalprobe in Spa

Das Sechsstundenrennen am 6. Mai in Spa-Francorchamps (BE) stellt weit mehr dar als den zweiten Lauf zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC: Es gilt als Generalprobe für Le Mans. Das Porsche LMP Team setzt in Spa wie auch beim 24-Stunden-Klassiker in Le Mans (17./18. Juni) zwei Porsche 919 Hybrid mit den sechs Stammfahrern ein. Der amtierende Weltmeister Neel Jani (CH) startet mit der Nummer 1 und wechselt sich im Cockpit mit André Lotterer (DE) und Nick Tandy (GB) ab. Das Schwesterauto mit der Startnummer 2 pilotieren Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon Hartley (NZ). Nach den Plätzen zwei und drei beim Saisonauftakt in Silverstone (GB) kommt Porsche als Führender der Herstellerwertung in die Ardennen.

 

Im Duell mit Toyota hat Titelverteidiger Porsche in Spa und in Le Mans einen Pfeil weniger im Köcher, denn das Siegerteam von Silverstone bringt drei Prototypen an den Start. Bei der aerodynamischen Auslegung des 919 Hybrid liegt

der Fokus unverändert auf der Vorbereitung für den Saisonhöhepunkt in Frankreich. Allerdings hat das Paket mit geringem Abtrieb auf den langen Volllastpassagen in Spa durchaus auch Vorteile. Darüber hinaus ist schiere Leistung gefordert, denn der 7,004 Kilometer lange Grand-Prix-Kurs wartet mit beträchtlichen Höhenunterschieden auf.

 

Das in vier Klassen eingeteilte WEC-Feld aus Prototypen und GT-Sportwagen zählt in Spa 30 Fahrzeuge. Der Start zum Sechsstundenrennen erfolgt am Samstag um 14:30 Uhr. Es wird via Internet und TV praktisch weltweit übertragen.

 

„Spa ist für mich nach dem Nürburgring praktisch ein zweites Heimrennen,“ sagte Timo. „Die Strecke liegt nur 200 Kilometer von meinem Zuhause entfernt und sie ist großartig! Sie hat einen ganz natürlichen, unverwechselbaren Charakter. Dort mit einem Le-Mans-Prototyp eine richtig gute Runde zu schaffen, ist ungeheuer befriedigend. Denn der Kurs ist nicht einfach: Es gibt schnelle und langsame Kurven, die ineinander übergehen. Ich habe mich schon 1998 in die Strecke verliebt. Damals wurde ich in einem riesigen Feld der Formel-Ford-EM auf Anhieb Sechster. Ich bin auch schon drei 24-Stunden-Rennen in Spa gefahren. Bislang ist die Beziehung zwischen mir und der Strecke aber einseitig: Ich habe in Spa schon oft geführt, aber noch nie ein Rennen gewonnen. Das möchte ich 2017 ändern.“

 

Zeitplan:

Donnerstag, 4. Mai 2017

11:45-13:15 Uhr Freies Training

16:45-18:15 Uhr Freies Training

 

Freitag, 5. Mai 2017

10:25-11:25 Uhr Freies Training

15:25-15:50 Uhr Qualifying LMP1 & LMP2

 

Samstag, 6. Mai 2017

14:30-20:30 Uhr Rennen

 

TV und Livestream (Angaben in CEST):

- Kostenloser Livestream www.sport1.de: Samstag, Rennen, 14:00-21:00 Uhr

- Sport 1, Free TV: Samstag, Rennen – live, 14:00-15:00 Uhr und 18:30-19:00 Uhr

 

60 Minuten Highlights sonntags ab 00:00 Uhr

- Sport 1+, Pay TV: Samstag, Rennen – live, 15:25-16:45 Uhr und 19:00-21:00 Uhr

- Eurosport 1: Samstag, Rennen und Siegerehrung – live, 19:30-20:40 Uhr

- n-tv: PS Spezial WEC, 42 Minuten Dokumentation

 

Dienstag, 02.05.2017 – 16:10 Uhr

- RTL: 10 Minuten Zusammenfassung am 13.05.2017 vor dem Formel-1-Qualifying zum Großen Preis von Spanien

- Die offizielle FIA WEC App ist in der Basis kostenlos und bietet gegen Gebühr eine erweiterte Version inklusive

 

Livestream des kompletten Rennens und Zeitnahme. Der Livestream wird betreut und kommentiert vom FIA WEC TV-Team inklusive der Live-Interviews aus den Boxen.

 

02.05.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Plätze zwei und drei: Porsche 919 Hybrid in Silverstone stärker als erwartet

Trotz eines zwar kalkulierten, aber deutlichen Aerodynamik-Nachteils konnte Porsche mit dem 919 Hybrid in Silverstone um den Rennsieg kämpfen. Beim Auftakt zur FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem anspruchsvollen britischen Grand-Prix-Kurs kam das Trio Earl Bamber (NZ), Timo Bernhard (DE) und Brendon

Hartley (NZ) am Sonntag nach sechs Stunden exakt 6,173 Sekunden hinter dem Toyota von Sébastien Buemi (CH), Anthony Davidson (GB) und Kazuki Nakajima (JP) ins Ziel. Die Schlussphase verlief atemraubend: Buemi konnte Hartley erst sieben Runden vor Rennende niederringen. Platz drei ging an den zweiten Porsche 919 Hybrid mit dem amtierenden Weltmeister Neel Jani (CH) sowie André Lotterer

(DE) und Nick Tandy (GB).

 

Das erste Saisonrennen fand bei typisch englischem Wetter statt: Rund elf Grad Luft- und Streckentemperatur, gelegentlich angereichert mit leichtem Regen, prägten den kühlen Apriltag. Die Stimmung war trotzdem gut: Am Wochenende kamen 50.200 Zuschauer.

 

Das Porsche LMP Team – Le-Mans-Sieger und Weltmeister 2015 und 2016 – liegt in der Hersteller-Weltmeisterschaft nach dem ersten von neun Läufen mit 33 Punkten vor Toyota (26,5) auf Rang eins. In der Fahrer-WM belegen die Porsche-Crews die Plätze zwei und drei.

 

„Bei meinem Doppelstint zur Rennmitte war es nicht ganz einfach, einen guten Rhythmus zu finden,“ sagte Timo. „Ich konnte am führenden Toyota dranbleiben und wir stiegen zur richtigen Zeit von Trockenreifen auf Intermediates um, aber es blieb eine sehr rutschige Angelegenheit. Der Wechsel zurück auf Trockenreifen hat den zweiten Teil meines geplanten Doppelstints von 29 auf

zwölf Runden verkürzt.“

 

Alle Punktestände: http://www.fiawec.com/courses/classification.html

Alle Ergebnisse: http://fiawec.alkamelsystems.com

 

20.04.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse

Hochspannung vor dem ersten Duell

Am kommenden Wochenende, 14.-16. April, startet das Porsche LMP Team zum ersten von neun Läufen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft 2017. Das Sechsstundenrennen auf dem britischen Traditionskurs in Silverstone wird das erste Duell der weiterentwickelten Porsche 919 Hybrid mit den aktuellen Toyota TS050 Hybrid. Porsche, Weltmeister und Le-Mans-Sieger von 2015 und 2016, will erneut beide Titel verteidigen. In England rechnet das Team mit einem schwierigen Auftakt. Denn zugunsten der Aerodynamik-Auslegung für die gesamte Saison wird der Porsche 919 Hybrid in Northamptonshire mit weniger Abtrieb antreten als für die schnellen Kurven des anspruchsvollen Grand-Prix-Kurses wünschenswert wäre.

 

Der mit Hochspannung erwartete Start des 27 Sportwagen und Prototypen zählenden Feldes erfolgt am Sonntag um 12:00 Uhr Ortszeit auf dem 5,9 km langen Formel-1-Kurs. Das Rennen kann via Internet überall auf der Welt live verfolgt werden.

 

Der Porsche 919 Hybrid wurde für die WM 2017 umfassend überarbeitet. 60 bis 70 Prozent des Le-Mans-Prototyps sind Neuentwicklungen. Sie betreffen vorrangig die Bereiche Aerodynamik, Fahrwerk und Verbrennungsmotor. Das Antriebsprinzip des innovativen Hybrid-Rennwagens wurde beibehalten: Er entwickelt rund 900 PS (662 kW) Systemleistung aus einem kompakten Zweiliter-V4-Turbobenziner (knapp 500 PS/368 kW) in Kombination mit zwei verschiedenen Rückgewinnungssystemen – Bremsenergie von der Vorderachse und Abgasenergie. Während der Verbrenner die Hinterachse antreibt, wirkt beim Boosten ein E-Motor mit über 400 PS (294 kW) an der Vorderachse. Als Zwischenspeicher für den aus Brems- und Abgasenergie gewonnenen elektrischen Strom dient eine flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Batterie.

 

Der neu aufgestellte Fahrerkader der Porsche-LMP1-Werkspiloten hat sich bei den Wintertestfahrten sowie beim Prolog der WEC in Monza (IT) bereits gut in Szene gesetzt. Der amtierende Weltmeister Neel Jani (CH) geht mit der Startnummer 1 ins Rennen und wechselt sich mit dem Briten Nick Tandy und Porsche-Neuzugang André Lotterer (DE) ab. Das Schwesterauto mit der Nummer 2 teilen sich die beiden Neuseeländer Earl Bamber und Brendon Hartley mit Timo Bernhard (DE).

 

„Porsche und Toyota operieren auf demselben hohen Niveau,“ sagte Timo. „Auf jeder Rennstrecke kann ein anderer die Nase vorn haben. Dabei spielen die limitierten aerodynamischen Möglichkeiten eine wichtige Rolle. Ich bin sehr gespannt auf Silverstone. Die britischen Fans sind die besten der Welt – sehr enthusiastisch und immer unglaublich gut informiert. In den vergangenen beiden Jahren bin ich im Rennen leider nicht zum Fahren gekommen. 2017 wünsche ich mir einen sauberen Saisonstart und damit einen soliden Grundstein für die WM.“

 

Zeitplan (Angaben in Ortszeit):

Freitag, 14. April 2017

11:45-13:15 Uhr Freies Training

16:45-18:15 Uhr Freies Training

 

Samstag, 15. April 2017

09:40-10:40 Uhr Freies Training

13:30-13:50 Uhr Qualifying LMP1 & LMP2

 

Sonntag, 16. April 2017

12:00-18:00 Uhr Rennen

TV und Livestream (Angaben in CEST):

 

Kostenloser Livestream www.sport1.de:

Sonntag, Rennen – 12:30 bis 19:30 Uhr

 

Sport 1, Free TV:

Samstag, Qualifying – live plus Saisonvorberichte, 13:30 bis 15:00 Uhr

Sonntag, Rennen – Start im Rahmen „Volkswagen Doppelpass“ um 13:00 Uhr,

live 14:30 bis 14:55 Uhr und 16:45 Uhr bis Zieldurchfahrt

 

Sport 1+, Pay TV:

Sonntag, Rennen – live 12:30 bis 13:20 Uhr und 15:25 bis 17:50 Uhr

Montag, Wiederholung – 06:50 bis 13:05 Uhr

 

Eurosport 1: Sonntag, Rennen – live 18:00 bis 19:15 Uhr

n-tv: PS Spezial WEC, 42 Minuten Dokumentation

Samstag, 29.04.2017 – 10:10 Uhr

Sonntag, 30.04.2017 – 06:10 Uhr

Dienstag, 02.05.2017 – 16:10 Uhr

 

RTL: 10 Minuten Zusammenfassung am 29.04.2017 vor dem Formel-1-Qualifying zum Großen Preis von Russland

 

Die offizielle FIA WEC App ist in der Basis kostenlos und bietet gegen Gebühr eine erweiterte Version inklusive Livestream des kompletten Rennens und Zeitnahme. Der Livestream wird betreut und kommentiert vom FIA WEC TV-Team inklusive der Live-Interviews aus den Boxen.

 

11.04.2017 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse