Timo Bernhard - Berichte 2018

Porsche fährt Fabelrunde am Nürburgring mit Hybrid-Prototyp

In 5:19,55 Minuten hat Timo Bernhard am heutigen Freitagmorgen die 20,832 Kilometer lange Nordschleife des Nürburgrings umrundet. Das bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 233,8 km/h auf der anerkannt schwierigsten Rennstrecke der Welt. Am Steuer des Porsche 919 Hybrid Evo unterbot Bernhard damit den bisherigen Streckenrekord von Stefan Bellof um 51,58 Sekunden.

 

35 Jahre und 31 Tage blieb Bellofs Rekordrunde von 6:11,13 Minuten unangefochten. Der 1985 in Spa-Francorchamps tragisch verunglückte Gießener galt als das größte Ausnahmetalent seiner Zeit. Er fuhr seinen Rekord am 28. Mai 1983 mit einem 620 PS starken Rothmans Porsche 956 C im Training zum 1000-Kilometer-Rennen. Auch seine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug über 200 km/h.

 

Timo Bernhard, fünfmaliger Gesamtsieger des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring, zweimaliger Gesamtsieger der 24 Stunden von Le Mans und amtierender Langstrecken-Weltmeister mit dem Porsche 919 Hybrid, kletterte stolz und erleichtert aus dem engen Cockpit des Le-Mans-Prototyps.

 

„Das ist ein großartiger Moment für mich und für das ganze Team. Die Krönung des 919- Programms! Der Evo war perfekt vorbereitet, und ich habe alles gegeben auf dieser Runde. Aufgrund des aerodynamischen Anpressdrucks gehen Passagen mit Vollgas, an denen ich mir das zuvor nie vorstellen konnte. Die Nordschleife ist mir ja wirklich vertraut. Aber heute habe ich sie neu kennengelernt“, sagt der 37-Jährige aus Bruchmühlbach-Miesau. Der Saarpfälzer ist ein glühender Verehrer von Stefan Bellof. In Spa-Francorchamps trat er 2015, als sich der Tod Bellofs zum 30. Mal jährte, mit dessen markantem Helmdesign in schwarz-rot-gold beim Sechsstundenrennen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft an. „Für mich ist und bleibt Stefan Bellof ein Riese“, betont Bernhard. „Mein Respekt vor seiner Leistung mit der damaligen Technik ist heute noch einmal größer geworden.“

Der heutige Erfolg ist bereits der zweite Streckenrekord für den Porsche 919 Hybrid Evo: Am 9. April 2018 war Neel Jani mit der Weiterentwicklung des dreimaligen Le-Mans-Siegerautos in Spa schneller als die Formel 1 gefahren. Dem 34-jährigen Porsche-Werksfahrer aus der Schweiz – Le-Mans-Gesamtsieger und Langstreckenweltmeister 2016 – gelang auf dem 7,004 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs in den belgischen Ardennen eine Runde in 1:41,770 Minuten. Damit blieb er 0,783 Sekunden unter der bisherigen Qualifying-Bestmarke von Lewis Hamilton. Der britische Mercedes-Formel-1-Pilot hatte sich 2017 in 1:42,553 Minuten die Poleposition für den Großen Preis von Belgien gesichert.

 

Die Evo-Version des Porsche 919 Hybrid basiert auf dem Le-Mans-Gesamtsiegerwagen und WEC-Langstreckenweltmeister der Jahre 2015, 2016 und 2017. Sie wurde von einigen Reglementrestriktionen befreit, ihr Hybridantriebsstrang erzeugt eine Systemleistung von 1160 PS. Der Evo wiegt nur 849 Kilogramm und seine modifizierte, jetzt aktive Aerodynamik generiert über 50 Prozent mehr Abtrieb im Vergleich zum WEC-Modell. Die Spitzengeschwindigkeit am Nüburgring betrug 369,4 km/h.

 

02.07.2018 - Text und Fotos: Timo Bernhard Motorsportpresse

Porsche 919 Hybrid Evo und 956 C auf der Nordschleife

Der heutige Paarlauf des Porsche 919 Hybrid Evo und des 956 C auf der Nordschleife des Nürburgrings war die zweite Station der ‚919 Tribute Tour’. Anders als in Spa-Francorchamps (BE), wo Neel Jani (CH) am 9. April mit dem 919 Evo die bisherige Formel-1-Rekordzeit unterbot, ließen es Timo Bernhard (DE) und Hans-Joachim Stuck (DE) in der Eifel überwiegend gemütlich angehen.

 

Timo Bernhard: “Diese Runde so kurz vor dem Start des 24-Stunden-Rennens war ein besonderes Erlebnis für mich. Es war mir eine Ehre, Seite an Seite mit Hans um die Nordschleife zu fahren – er im 956 C, ich mit unserem 919 Evo. Das sind zwei legendäre Rennwagen, und das hat den Fans gefallen. Ihre Freude konnte ich im Cockpit förmlich spüren. Das war ein sehr schönes Geschenk.“

Hans-Joachim Stuck: “Das war ein bisschen wie vorgezogene Weihnachten für mich. Die Fans hatten Freude, und wir auch. Die Grillfeuer rauchen schon, und es ist absolut einmalig, was die Fans hier entlang der Strecke alles aufbauen. Das sieht man natürlich besonders gut, wenn man so langsam fährt wie wir heute. Aber ich muss schon sagen: Der Gasfuß hat ordentlich gejuckt, und der 956 läuft noch immer wie ein Uhrwerk.“

 

Fritz Enzinger, Leiter LMP1, sagte über den Auftritt vor rund 200.000 Zuschauern: „Die Zusammenkunft dieser beiden so extrem erfolgreichen Rennwagen bot ein tolles Bild. Die erste Idee zu einer Abschiedstournee mit dem Porsche 919 Hybrid entstand bereits kurz nach der Rückzugsentscheidung aus der FIA World Endurance Championship WEC im Sommer 2017“, berichtet Enzinger. „Anfangs ging es um Ausstellungstermine und Demorunden. Aber dann entwickelte sich im Team der Gedanke, die Tour mit einem Rekordversuch zu kombinieren, um das tatsächliche Potenzial des Autos aufzuzeigen. So begann die Entfesselung 919 von einigen Reglementvorgaben. Natürlich mussten die ‚919 Tribute Tour’ und die Evo-Entwicklung finanziert werden. Das hätten wir ohne unsere Partner nicht gestemmt. Dafür möchte ich mich auch im Sinne der Fans bedanken.“

 

12.05.2018 - Text und Fotos: Timo Bernhard Motorsportpresse

Traumpaar auf der Nürburgring Nordschleife

Kurz vor dem Start zum 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring präsentiert Porsche den rund 200.000 erwarteten Fans einen Paarlauf mit Legendencharakter: Timo Bernhard und Hans-Joachim Stuck rücken am 12. Mai für eine Demorunde mit dem Porsche 919 Hybrid Evo und dem Porsche 956 C auf der legendären Nordschleife aus. Der 919 Hybrid, Le-Mans-Sieger- und Langstrecken-Weltmeister von 2015, 2016 und 2017, trifft auf jenen Prototyp, der von 1982 bis 1984 alle Titel in der Sportwagen-WM holte und den Streckenrekord auf der Nordschleife hält.

 

In der Evo-Version zeigt sich der 919 Hybrid auf der Nordschleife zum ersten Mal vor Publikum. Mit dieser von einigen Reglementzwängen der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC befreiten Weiterentwicklung stellte Porsche am 9. April 2018 einen neuen Streckenrekord auf dem Grand-Prix-Kurs in Spa-Francorchamps (BE) auf: Porsche-Werksfahrer Neel Jani (CH) gelang auf der 7,004 Kilometer langen Strecke eine Runde in 1.41,770 Minuten. Damit war er schneller als die Formel 1. Jani unterbot die bisherige Bestmarke, die letztjährige Poleposition-Zeit von Lewis Hamilton (GB) im Mercedes F1 W07 Hybrid, um 0,783 Sekunden. Bei der Runde auf der Nordschleife, der zweiten Station der ‚919 Tribute Tour’, sind Stoppuhren überflüssig: Die beiden Rennwagen werden von einem Safety-Car geführt und lassen den Start- und Zielbereich aus, weil sich dort das Feld für die 24 Stunden formiert.

 

Sowohl Porsche als auch Timo Bernhard, Hans-Joachim Stuck und beide Rennwagen verbinden große Geschichten mit dem Nürburgring und der Nordschleife.

 

Bernhard (37, Bruchmühlbach-Miesau) ist amtierender Langstreckenweltmeister mit dem 919 Hybrid. Auf dem Weg zum WM-Titel 2017 gewann er mit dem innovativen Hybridrennwagen unter anderem das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und holte beim Sechsstundenrennen auf dem Nürburgring nach 2015 und 2016 seinen dritten Gesamtsieg in Folge. Zudem gelang Bernhard fünf Mal der Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring mit Porsche. 2018 wird der Rekordsieger dort den Einsatz eines 911 GT3 R seines eigenen Teams, Team75 Bernhard, betreuen.

 

„Die Nordschleife ist für mich Heimat“, sagt der Porsche-Werksfahrer, der in diesem Jahr sowohl im GT Masters als auch in Le Mans in der GTE-Klasse antritt. „Schon als Kind durfte ich meinen Vater in die Eifel begleiten. Die Komplexität dieser über 20 Kilometer langen Strecke ist mit nichts zu vergleichen.“ Timo Bernhard ist leidenschaftlicher Bewunderer des 1985 in Spa verunglückten Stefan Bellof. „Nicht nur die großartigen Leistungen von Stefan Bellof haben mich immer beeindruckt. Er muss ein Pfundskerl gewesen sein. Mit welchen Weggefährten ich auch sprach, sie verehrten ihn alle. Sein bis heute ungebrochener Nordschleifen-Rekord von 1983 ist gigantisch. Es ist eine große Ehre, einen Porsche 956 C von damals im 919 Evo begleiten zu dürfen.“  

Am 28. Mai 1983, im Training zum 1000-Kilometer-Rennen, hatte Bellof die damals wegen Bauarbeiten´auf 20,835 Kilometer verkürzte Nordschleife in sagenhaften 6.11,13 Minuten umrundet. Das entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 200 km/h. Der Sechszylinder-Boxermotor des 956 C mit 2649 Kubikzentimeter Hubraum leistete über 620 PS. Bellof steuerte damals das Chassis Nummer 007. Im Rennen verunfallte er damit in Führung liegend im Abschnitt Pflanzgarten, blieb aber unverletzt. Ein Jahr später, 1984, gewann er das 1000-Kilometer-Rennen am Nürburgring zusammen mit Derek Bell (GB), ebenfalls im Rothmans Porsche 956 C.

 

Auf dem Weg zur Langstrecken-Fahrerweltmeisterschaft 1984 teilte sich Bellof das 956-Cockpit auch einmal mit Hans-Joachim Stuck (DE). Trotz eines Ausritts von Stuck und folgender Reparaturpause gewannen die beiden das 1000-Kilometer-Rennen in Imola. „Dieser Einsatz in Italien war ganz besonders wichtig für mich“, erinnert sich der heute 67-Jährige Stuck. „Der 956 war für mich neu, und Stefan brachte mir bei, wie man dieses Abtriebsauto richtig fährt. Ich habe in Imola extrem viel von ihm gelernt. Als ich damals zu Porsche kam, begriff ich, warum diese Autos unschlagbar waren. Es gab keine Getriebe-Probleme, die Bremsen waren super, und mit dieser unheimlichen Downforce konnte man extrem viel Tempo mit in die Kurven nehmen. Das Auto klebte förmlich am Asphalt. Für mich ist es Weltklasse, mit dem 956 noch einmal um die Nordschleife fahren zu dürfen. Das ist emotional kaum zu toppen.“

 

Zu Stucks langer Erfolgsliste gehören zwei Le-Mans-Gesamtsiege im 956-Nachfolger 962 C (1986 und 1987) sowie drei Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring mit BMW.

 

Der am Nürburgring von Stuck ausgeführte 956 C trägt die Chassis-Nummer 005 und ist das Auto, mit dem Jacky Ickx (BE) und Jochen Mass (DE) 1984 die komplette Sportwagen-WM bestritten. Aus werberechtlichen Gründen musste im Design von Sponsor Rothmans der Name des Tabakherstellers oft dem Wort Racing weichen. Das war bei Bellofs Rekordrunde mit dem Chassis 007 der Fall und ist beim jetzt von Stuck gefahrenen 956 C ebenso.

 

07.05.2018 - Text und Fotos: Timo Bernhard Motorsportpresse

Timo Bernhard startet beim Race of Champions in Riad

Der Porsche Werksfahrer und zweifache Le Mans Sieger und Langstreckenweltmeister stellt sich am 2. und 3. Februar einer ganz besonderen Herausforderung: neben amtierenden Weltmeistern wie DTM Champion René Rast und FIA World Rallycross Champion Johan Kristoffersson steht Timo beim Race of Champions im King Fahad International Stadium in Riad auf dem Grid.

 

Im hochkarätigen Fahrerfeld finden sich mit David Coulthard, Juan Pablo Montoya, Tom Kristensen, Petter Solberg, Lando Norris, Ryan Hunter-Reay, Josef Newgarden und Helio Castroneves Legenden aus F1, Indy 500, Le Mans und Rallycross.

 

Für Timo wird es der erste Einsatz beim legendären Rennen in Saudi Arabien nächste Woche sein. Seine erste Begegnung mit dem Race of Champions hatte er 1989 als er mit seinem Vater zum Rennen auf den Nürburgring kam. “Ich erinnere mich noch genau. An dem Tag war ich als Zuschauer mit meinem Vater vor Ort, aber seither habe ich immer darauf gewartet, selbst dort antreten zu können und jetzt ist es endlich so weit. Ich freue mich sehr auf den berühmten Race of Champions Parallelkurs. Es ist eine große Ehre gegen ein so hochkarätiges Fahrerfeld, mit Top Piloten aus der ganzen Welt, die alle Experten in ihren Kategorien sind anzutreten und ich kann es kaum erwarten!“

 

Die Neuankömmlinge werden gegen die weltklassige Besetzung wie den zweifachen Indianapolis 500 Sieger und F1 Veteranen Juan Pablo Montoya, der seinen letztjährigen Sieg beim ROC verteidigen will jede Menge zu tun haben.

 

Das Race Of Champions erstreckt sich über zwei Tage mit zahlreichen Shows auf zwei und vier Rädern. Am Freitag den 2. Februar findet der ROC Nations Cup statt, wo jeweils zwei Fahrer aus dem gleichen Land gegen die Konkurrenz antreten.

 

Am Samstag dann der große Showdown beim eigentlichen Race Of Champions.

 

26.01.2018 - Text und Foto: Timo Bernhard Motorsportpresse