Stefan Ekerold - Berichte 2020


EMX Open Arco di Trento / Italien

Für mich ging es Ende Oktober zur letzten Rennveranstaltung von 2020 nach Italien zur EMX Open in Arco. Gleich drei Veranstaltungen fanden dort wieder in einer Woche statt, wie bereits im August in Lettland. Leider reiste ich etwas körperlich angeschlagen an, trotzdem war es mein Ziel, die Top 5 im Endklassement zu erreichen und auf dem Weg dorthin möglichst viele gute Rennen abzuliefern. Am ersten Renntag fanden dann beide Läufe von Startplatz 20 aus statt, womit  ich nicht zufrieden  war. Jedoch gab es nicht viel Zeit zu schmollen, denn die Rennen waren sehr intensiv und stets mit Zweikämpfen verbunden. Mit den Plätzen 10 und 7 stand am Ende der 8. Gesamtplatz in der Tageswertung auf dem Papier, womit ich für den ersten Renntag des Jahres auf Hartboden gut leben konnte. Am Dienstag ging es dann nach zwei Erholungstagen wieder weiter mit Racing. Nach einer besseren Quali kam ich jeweils in beiden Läufen allerdings nur sehr schlecht aus dem Gatter und musste mich nach einem kleinen Sturz in der Anfangsphase in Lauf eins und einem größeren Gerangel in Lauf zwei mit den Plätzen 14 und 12 zufrieden geben. Ein etwas enttäuschender 11. Gesamtplatz war am Ende die Ausbeute. Körperlich regenerierte ich dann jedoch nochmal etwas mehr vor Renntag drei - dem somit letzten des Jahres 2020. Ich ergatterte mir mit Platz 13 eine etwas bessere Ausgangsposition am Startgatter und verschaffte mir mit besseren Starts und starken ersten Runden, bei denen ich viele Fahrer überholte, eine bessere Ausgangslage für beide Rennen. Mit Platz 8 und Platz 7 in den Läufen belegte ich Platz 6 insgesamt, womit ich dann auch zufrieden war. Alles in allem fiel es sehr auf, dass mir etwas der Speed auf dem harten Boden fehlte und ich sicherlich auch gerade bei den Starts auf dem MXGP-Startgatter noch viel Luft nach oben habe. Trotzdem stand mit Platz 4 in der Meisterschaft am Ende mein erstes top 5 Europameisterschafts-Resultat in den Büchern. Das ganze Unterfangen EMX-Open war finanzielle, sowie körperlich und mental wirklich anstrengend und nicht leicht zu realisieren. Deshalb bin ich sehr stolz auf mich über diese Leistung. Jetzt freue ich mich auf eine Pause und dann wird es im Dezember wieder mit der Vorbereitung für 2021 losgehen.

 

18.11.2020 - Text: Stefan Ekerold / Foto: Steve Sevenonepictures


ADAC MX Masters Grevenbroich und Tensfeld

Die ADAC MX Masters Short Season stand endlich, nach langem Warten, auf dem Plan – nach viel Spekulation ob, und wie, das Ganze stattfinden wird. Mit nur zwei Veranstaltungen und einem geänderten Format von 2 auf 3 Wertungsläufen pro Wochenende war dies eine wirklich neue Situation für alle. Das erste Aufeinandertreffen fand im sehr bekannten Sand-„Loch“ von Grevenbroich statt und die Strecke wurde ihrem Ruf gerecht. Unglaublich ausgefahren ab der ersten Runde des neu gelegten Warm Ups mit integriertem Quali-Training ging es für mich direkt zur Sache. Mit Platz 10 in meiner Gruppe war eine solide Ausgangsposition für die Wertungsläufe geschaffen. Der erste Lauf fand dann schon am Samstag Abend statt. Nach einem mittelmäßigen Start kämpfte ich mich auf den 12. Platz vor, was leider auch das beste Ergebnis des Wochenendes war. Der Sonntag lief dann alles andere als gut und nach einem Sturz in Lauf Zwei beendete ich den Tag mit Platz 22 und 17. Es war nicht mein Wochenende, jedoch war nicht viel Zeit zum Schmollen. Zwei Wochen danach, das erste Oktoberwochenende, ging es bereits in das Short Season Finale nach Tensfeld - auch wieder tiefer Sand. Nach meiner durchwachsenen Qualifikation belegte ich mit starken Aufholjagden und guter Fitness den 10. Gesamtrang. Die Plätze 11-10-12 in den Läufen waren durchaus akzeptabel, auch wenn ich immer nach Besserem strebe. Alles in allem war die Short Season kein riesiger Erfolg für mich, jedoch konnte ich mich stark steigern und wichtige Erkenntnisse für 2021 sammeln, um dann dort wieder weiter vorne Richtung Top 5 zu fahren. Ich freue mich jetzt auf mein letztes Rennen der Corona Saison 2020 Anfang November im nördlichen Italien gelegenen Arco di Trento.

 

22.10.2020 - Text: Stefan Ekerold / Foto: Steve Bauerschmidt


EMX Open Lettland 2020 

Am 04.08.20 – dienstags - machte ich mit meinem Mechaniker

Marcel auf, in Richtung Lettland zur MXGP Weltmeisterschaft und der damit verbundenen, neu gegründeten EMX Open. Die EMX Open ist für 450ccm Motorräder gedacht und eine absolut geniale Idee. Somit bietet die Serie ein internationales Starterfeld im Rahmenprogramm der WM, um sich mit guten Ergebnissen für die WM zu empfehlen. Für mich war direkt klar, als ich die Serie sah, dass ich dort mit am Start stehen muss – komme was wolle. Durch die Corona-Vorschriften kamen die Veranstalter der WM auf die Idee, gleich drei Rennen in einer Woche zu veranstalten, womit es sich umso mehr lohnte die Reise auf sich zu nehmen. Angekommen in Lettland am Donnerstag, machten wir uns erst einmal vertraut mit der Strecke und dann war am 08.08. samstags auch schon das erste Rennen angesetzt. Mit einem 9. Platz in der Qualifikation war ich am Gatter gut aufgestellt. Leider machte mir dieses jedoch noch etwas zu schaffen und somit startete ich in beiden Rennen leider schlecht. Jedoch kämpfte ich verbissen und zog Runde für Runde weiter nach vorne, bis ich letztendlich mit den Plätzen drei und sechs und am Ende auf Platz 4 insgesamt in der Tageswertung stand. Wir überbrückten dann die Tage zwischen den Rennen mit dem Anschauen der WM und Vorbereiten des Bikes und dann war es am Dienstag, den 11.08. schon wieder soweit. Raceday Nummer zwei fing schon viel besser an, mit Platz 5 in der Quali. Nachdem ich im ersten Rennen noch auf Platz 4 abgewunken wurde, konnte ich mir mit Platz 3 im zweiten Rennen den dritten Gesamtplatz einfahren. Mein erstes EMX Open Podium fühlte sich wirklich Klasse an und dafür hat sich alle Mühe gelohnt, den weiten Weg und die Kosten auf mich zu nehmen, um das zu erreichen.

Am Samstag, den 15.08.  stand dann Rennen drei auf dem Plan, bei bestem Wetter- und Streckenbedingungen ging es für mich in die Quali. Platz 7 war zwar keine Verbesserung zu Dienstag, jedoch sicherlich immer noch respektabel. Die Rennen verliefen dann leider nach zwei durchwachsenen Starts nicht nach Plan und es folgten zwei kleine Stürze - jeweils einer in beiden Rennen in der Anfangsphase. Dabei verlor ich viel Zeit und Plätze und beendete meine Aufholjagd jeweils auf dem 9. und 8. Platz. Leider wurde mir dann anhand eines 0.2 Dezibel zu lauten Auspuffs im zweiten Rennen 5 Strafplätze vergeben und somit beendete ich den Tag mit 9/13 Ergebnissen auf dem 11. Gesamtrang und mit Platz 5. in der Meisterschaft.

 

Alles in allem waren die drei Veranstaltungen jedoch absolut erfolgreich, ich habe wahnsinnig viel dazu gelernt und mich international bewiesen, was wirklich Spaß gemacht hat. Jetzt freue ich mich auf die letzten drei Rennen der EMX Open in Italien Anfang November.

 

24.08.2020 - Text: Stefan Ekerold/ Fotos: Ralf Marzahn


ADAC Pfalz Jugend-Lehrgang 01./02.08.2020 Fischbach

Am ersten Augustwochenende ging es für mich in die Pfalz, genauer gesagt nach Fischbach, was etwa 25 km von Pirmasens entfernt liegt, um mit meinen Brüdern Bernhard und Roland gemeinsam einen Jugendlehrgang für die Fahrer vom ADAC Pfalz zu geben. Ursprünglich war der Lehrgang als Vorbereitung auf den Bundesjugendendlauf geplant, der in Fischbach stattfinden sollte. Jedoch wurde die Veranstaltung leider wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Ich setzte mich trotzdem mit Markus Schmidt, dem Motorrad Referenten des ADAC Pfalz, in Verbindung, um doch einen Lehrgang für die Jugend anzubieten. Denn Fakt ist, nur weil keine Rennen stattfinden, heißt das nicht, dass man sich nicht weiter verbessern sollte. Somit war klar, dass der Lehrgang stattfinden wird und wir versuchten, allen Beteiligten etwas mit auf den Weg zu geben, woran sie weiter arbeiten können, um dann im Jahr 2021 voll angreifen zu können. Am Samstag fand vormittags nach der Begrüßung durch Markus Schmidt und Lutz Gerlach, ein kleiner Theorie-Workshop statt. Wir teilten die knapp 22 Teilnehmer in zwei Gruppen ein und während ich mich mit der ersten Gruppe um das körperliche Warm-Up und Vorbereitungsprogramm kümmerte, schauten Bernhard und Roland genau auf die Bikes der Kids. Zusammen mit den Eltern vermittelten sie gewisse Grundkenntnisse über die Vorbereitung des Motorrads, mit denen es sich oftmals schon viel besser und leichter fahren lässt. Ab mittags ging es auf die Strecke und wir teilten die Jugendlichen in drei Gruppen à 7-8 Fahrer ein, während wir das gleiche mit der Strecke taten. Roland kümmerte sich in seinem Streckenabschnitt um das Thema „Überholen“ und „Kurvenspeed“, während Bernhard mit seiner Gruppe eher Linienwahl und Streckenanalyse anging. Ich zeigte den Jungs, wie die richtige Körperhaltung auf dem Bike auszusehen hat. 

Dann rotierten wir die Gruppen, bis alle jede Station durchgemacht hatten. Die einzelnen Einheiten gingen immer etwa 50 Minuten mit grob 25 Minuten Pause dazwischen und natürlich auch ein wenig Warmfahren am Anfang. Somit hatte jeder Fahrer die Chance, mit jedem von uns drei Trainern zusammen an seinen Schwächen zu arbeiten und dabei auch noch die ganze Strecke - wenn auch nur in Abschnitten - abzufahren. Nach dem Cool-Down-Programm von etwa 15 Minuten, bei dem ich noch mal etwas Wert auf die körperliche Vorbereitung in Anbetracht auf Tag 2 legte, konnten wir den ersten Tag eines erfolgreichen Wochenendes mit gutem Gefühl abschließen. Sonntag stand Tag 2 an. Nach einem Warm-Up von etwa 20 Minuten für alle teilten wir die Jugendlichen erneut in zwei Gruppen ein, wobei die eine Gruppe erst einmal im Fahrerlager warten musste, während die zweite Gruppe ein Starttraining mit anschließendem Zweikampf absolvierte. Diese Gruppe bekam Tipps, um ihre Starttechnik zu verfeinern. Im fließenden Übergang ging es dann in ein Quali-Training, bei dem wir einen Wert ermitteln wollten anhand von einer schnellen Runde, um die Staffelung für das Rennen, welches zum Abschluss des Lehrgangs auf dem Plan stand, heraus zu finden. In zwei Gruppen ging es für die Kids um die Wurst und es kam richtiges Racefeeling auf. Die etwas langsamere Gruppe wurde auf ein 3-Runden-Format für die Quali gesetzt, bei der es in den drei Runden galt, eine schnelle Runde in den Dreck zu brennen. Die etwas erfahrenere Gruppe bekam 15 Minuten Quali-Zeit. Hier legten wir besonderes Augenmerk darauf, dass die Kids sich zwischendurch in der Box etwas zu trinken holen, durchatmen, den ein oder anderen Tipp von uns anhören und dann noch mal raus fahren, um alles umzusetzen. Alles in allem klappte das Ganze bei den Meisten wirklich super und was uns als Coaches sicherlich am meisten Spaß machte, war die disziplinierte Art und Weise, wie die Jugend konsequent an ihren Stärken und Schwächen arbeitete, ohne zu diskutieren, ohne sich zu beschweren.

Der große Abschluss kam dann mit dem Handicap-Rennen. Es war uns wichtig, den Kindern etwas Race-Feeling nach dieser langen Corona-Pause zugeben und somit errechneten wir das Handicap jedes Einzelnen, wenn es eine Renndistanz von 10 Minuten plus eine Runde für die jüngere, langsamere Gruppe gab und über eine Distanz von 20 Minuten Plus 1 Runde für die älteren, schnelleren Fahrer. Nachdem wir die Zeiten der Quali analysierten und die Jungs ins Rennen schickten kam es zu einem schönen Showdown in den letzten zwei Runden und es war wirklich für alle beteiligten Fahrer eine anstrengende aber zufriedenstellende Angelegenheit, bei der die Eltern auch voll mit fieberten. Der erste „Ekerold-Brüder“-Lehrgang war somit vollbracht und alle Eltern, sowie Fahrer waren sehr begeistert und auch wir drei Brüder hatten jede Menge Spaß. Es bleibt sicherlich nicht bei der einen Veranstaltung und wir freuen uns schon, in naher Zukunft hoffentlich wieder der Jugend und der nächsten Generation des ADAC Pfalz Kaders weiterzuhelfen.

 

24.08.2020 - Text: Stefan Ekerold/ Fotos: Ronald Westheide


Ludwigslust 27./28.06. und 11./12.07.

Es ist endlich wieder soweit, wir haben wieder Racing. Zumindest eine Art Simulationsrennen veranstaltet von Jeff Jansen, einem bekannten Motocrosstrainer und Ex-WM-Fahrer. Die Veranstaltung fand an vier Wochenenden im Juni und Juli auf dem Motodrom in Ludwigslust statt, von denen ich zwei mitgefahren bin. Es gab eine Live-Übertragung, die man auf der Facebookseite des MC Ludwigslust kostenlos mitverfolgen konnte.

Für mich war es am 27./28.06. dann zum ersten Mal soweit. Samstag stand nach einem freien Training und einer Qualifikation das Qualifikationsrennen auf dem Plan, welches ich auch für mich entscheiden konnte. Durchaus bekannte Namen in der Deutschen MX-Szene waren ebenso am Start, z.B. der deutsche Junioren Meister der 250ccm Klasse Gianluca Ecca und der Deutsche Vizemeister der Open Klasse Mike Stender. Sonntags ging es dann bei etwas kühleren Bedingungen nach einem Warm Up in die zwei Wertungsläufe - offiziell nicht als Rennen vom DMSB abgesegnet, jedoch hat man davon nichts mitbekommen an der Strecke. Nach zwei großen Zweikämpfen zwischen mir und Mike Stender konnte ich mich - nach Platz 2 im ersten Rennen - im zweiten Rennen auf Platz eins schieben und somit den „inoffiziellen“ Gesamtsieg einfahren. Eine durchaus gelungene Veranstaltung mit professionell organisiertem Racing und 148.000 Online-Zuschauern stand am Ende auf dem Papier, was wirklich ein voller Erfolg war.

Mein zweiter Einsatz in Ludwigslust war dann am 11./12.07. mit einem noch stärkeren internationalen Aufgebot, auch nationale Fahrer waren noch mehr präsent unter anderem auch MXGP-Pilot Tom Koch. Nach einer Steigerung zur vorherigen Woche in der Quali am Samstag konnte ich mir auch wiederum an diesem Wochenende den Sieg im Qualifikationsrennen sichern. Sonntag ging es in beiden Läufen heiß her, doch ich konnte mir zwei Mal den Sieg erkämpfen, nachdem ich im ersten Rennen von hinten vorgefahren bin und im zweiten Lauf einen Start-Ziels-Sieg einfahren konnte. Somit waren beide Wochenenden ein voller Erfolg für mich sowie für die Veranstalter. Ich bin gespannt, was die Zukunft noch bringen wird. Rennen in Deutschland sind hoffentlich demnächst wieder bei den ADAC MX Masters umsetzbar.

 

Der Plan, die EMX Open in Kegums, Lettland zu fahren ist mein großes Ziel. Meine Aufgabe ist es jetzt, dafür bereit zu sein. Nach den beiden Simulationsrennen beim MC Ludwigslust, bin ich aber sicherlich schon auf einem guten Weg. Die Coronazeit konnte ich sehr gut nutzen, um meinem Bus folieren zu lassen und unter anderem auch das ADAC Pfalz-Logo zu präsentieren.

 

27.07.2020 - Text: Stefan Ekerold/ Foto: Mo Pixx