Loris Prattes - Berichte 2017

Loris Prattes – Wow, wie cool war das denn!

Spa Francorpchamps gehört zu den Klassikern unter den Rennstrecken. Mit seinen 7004 Metern ist die Ardennen-Achterbahn in Belgien legendär und für jeden Rennfahrer eine absolute Herausforderung. Am vergangenen Wochenende war Spa-Franchorchamps der Austragungsort des Renault Clio Cups Central Europe, bei dem zusammen mit der französischen Serie, Loris Prattes und weitere 51 Fahrer an den Start gingen.

 

„Eau Rouge zaubert dir als Racer ein Funkeln in die Augen, lässt dir gleichzeitig den Atem stocken und du kneifst nur noch die Arschbacken zusammen, wenn es nach der Senke wieder bergauf geht.“, nimmt uns ein vollkommen geflashter Youngster verbal auf seine Achterbahnfahrt der Gefühle mit. „Diese Strecke ist einfach nur genial! Jedes Mal wenn du rausfährst, erlebst du diesen absoluten WOW-Effekt. Es ist brutal schwierig das Auto auf der Strecke zu halten, aber es macht hammermäßig Spaß!“, erzählt er begeistert weiter. Kein Wunder, dass der jüngste Tourenwagenfahrer Österreichs derart fasziniert ist, denn sein Wochenende verlief besser als er es sich jemals erträumt hätte. Am Donnerstag beim freien Training sah es danach allerdings noch nicht aus. Ein Motorschaden gleich zu Beginn der Session, verbannte Prattes in eine Zwangspause. Der Motor musste getauscht werden und Stunde um Stunde verging, bis man entschied, das Auto gleich für das Freitagstraining fertig zu machen. Am Freitag fuhr dann das Wetter Achterbahn und es schüttete zum ersten freien Training wie aus Eimern. „Bei trockenen Bedingungen krallst du dich schon ins Lenkrad, aber bei den Wassermassen war das Spurhalten kaum machbar.“, so der Newcomer. Zum nächsten Training stand dann eine feuchte, abtrocknende Strecke auf dem Programm, und weil das noch nicht genügend Parameter für das Setup waren, ging es am Samstag bei sonnigen, frühsommerlichen 20 Grad, zum 1. Qualifying auf eine trockene Strecke. Sein Schläppi Tec-Team hatte ihm trotz aller Widrigkeiten ein perfektes Auto hingestellt. Und der Rookie machte das Beste daraus. „In der dritten Runde hatte ich freie Fahrt, kein Mitbewerber stand mir im Weg und ich habe eine absolut perfekte Runde getroffen.“, freut sich Prattes. Mit Startplatz fünf fuhr sich der Rookie damit seinen bisher besten Startplatz ein. Das darauffolgende Rennen war eine harte Bewährungsprobe, denn mit seinem leicht übersteuernden Clio versuchte er seine gute Position zu halten und etliche Angriffe abzuwehren. „Ich wollte an diesem Wochenende in die TOP-Ten fahren, dass ich auf Platz sechs ins Ziel kam hat mich riesig gefreut und natürlich auch ein wenig überrascht.“, grinst der Youngster und fügt noch hinzu: „Echt schade, dass mir das beim zweiten Rennen nicht auch gelungen ist. Aber ohne freie Runde beim Qualifying, kann das eigentlich nicht klappen.“ Zum Verdruss aller bekam Prattes im zweiten Rennen - zusammen mit sechs weiteren Fahrern - dann noch eine 30 Sekunden Zeitstrafe aufgebrummt. Der Grund: Sie waren zu schnell hinter dem Safety Car hergefahren. Mit einem Schmunzeln im Gesicht kommentiert Prattes diese Situation: „Ich weiß eigentlich gar nicht, wie man hinter dem Safety Car zu schnell sein kann? Eigentlich gibt dieses ja das Tempo vor.“ Es wird sich zeigen ob sich sein 17. Platz nach dem Einspruch noch verbessert.

 

Die Freude lässt sich das Motorsporttalent dennoch nicht nehmen: „Das Wochenende war einfach cool! Ein sechster Platz in meinem dritten Rennen, das ist doch unglaublich! Ich hoffe natürlich, dass ich bei meinem nächsten Start in Dijon-Prenois beim Championat de France am 1. und 2. Juli 2017 daran anknüpfen kann.“

 

14.06.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes begibt sich in die Ardennen-Achterbahn

Wörtlich zu nehmen ist dies natürlich nicht, denn bei der Ardennen-Achterbahn handelt es nicht wortwörtlich um eine Achterbahn, sondern um eine Motorsport-Rennstrecke in Belgien, den Circuit de Spa-Francorchamp. Die zahlreichen Kurven und die insgesamt 100 Meter Höhendifferenz, die sich im Streckenverlauf zeigen, führen zu derart hohen Fliehkräften, dass jeder Rennfahrer, der sich das erste Mal auf die 7004 m lange Strecke begibt, das Gefühl hat, in einer Achterbahn unterwegs zu sein. So erging es auch Loris Prattes, der sich am vergangenen Wochenende für das erste Training in seinen Rennwagen setzte, um sich zusammen mit seinem Schäppi Tec-Team auf das zweite Saisonrennen in der Serie des Renault Clio Cups Central Europe vom 10.-11. Juni 2017 vorzubereiten.

 

Der Einstieg in die für ihn neue Serie ist dem Rookie bei der Auftaktveranstaltung in der Motorsport Arena in Oschersleben bereits souverän gelungen: „Bei knapp 40 Fahrern unter die TOP 15 in der Gesamtwertung zu fahren, stimmt mich wirklich zufrieden. Klar gab es die ein oder andere Herausforderung, aber besser machen kann man immer etwas.“ Selbstbewusst und voller Zuversicht stellt sich der Förderpilot des ADAC Pfalz jetzt seiner nächsten Aufgabe – dem Rennen in Spa-Francorchamps. Und hierfür hieß es natürlich erst einmal die Strecke genau kennenzulernen. Die beste Möglichkeit für einen Newcomer ist das Testen am Simulator. „Ich habe mir den Streckenverlauf wirklich gut eingeprägt. Ich bin sooft es ging am Simulator gefahren.“, so Prattes. „Ich wusste ja, dass die Strecke wirklich mächtig ist, dass sie extrem lange Geraden hat und dass es viel Auf und Ab geht, aber die Realität hat mich echt umgehauen!“, berichtet der Youngster absolut überwältigt, als er nach seinem ersten Training aus dem Auto steigt. „Die Fliehkräfte merkst du viel heftiger, als du dir das je vorstellen kannst und auch das bergauf und -ab ist viel stärker zu spüren. Und Eau Rouche ist der absolute Wahnsinn - Nervenkitzel pur! Du siehst nichts, weil es viel höher ist, als du es je vermutest hättest und du krallst dich einfach nur am Lenkrad fest, weil du merkst, dass du das Auto noch stärker im Griff haben musst als normal!“, erzählt er begeistert weiter. Die Strecke zählt zu den absoluten Herausforderungen im Rennkalender des Renault Clio Cups und verlangt von den Fahrern aufgrund der vielen Vollgas-Kurven enorm viel Mut. „Du musst den Bremspunkt absolut exakt treffen, da du aus extrem hoher Geschwindigkeit viel stärker abbremsen musst – in der Busstop-Schikane bremst du z.B. aus 200 km/h auf 60 km/h runter, um dann wieder schnell genug aufs Gas gehen zu können. Die Strecke ist echt der absolute Hammer.“, führt Prattes seine imposanten Eindrücke weiter aus. Als es aber um seine ganz persönliche Zielsetzung für das Rennen auf dieser Ardennen-Achterbahn geht, zeigt sich der Youngster bescheiden und sehr zurückhaltend: „Ich kann im Moment nicht wirklich einschätzen, wo ich stehe. Ich gehe davon aus, dass die Abstände zwischen den Fahrern und Autos deutlich größer sein werden, als beim Auftaktrennen in Oschersleben. Wenn ich mich wieder im Mittelfeld platzieren kann, dann wäre das für mich als Rookie bei meinem ersten Rennen hier in Spa-Francochamps ein voller Erfolg.“

 

Wenn die Ampeln am nächsten Wochenende für Loris Prattes in seinem 220 PS starken Renault Clio R.S. IV auf grün umschalten, kann das Renngeschehen aus Belgien im Live-Stream, aus der Renault-Sports-Seite heraus, live mitverfolgt werden.

 

Text und Foto: Michael Schulz

Generalprobe für Loris Prattes in Oschersleben geglückt

Seit Monaten kann es der 16-jährige Loris Prattes nicht mehr erwarten. Am letzten Wochenende war es dann endlich soweit. 220 PS warteten beim Renault Clio Cup Central Europe in der Magdeburger Börde auf den jungen Pfälzer aus Neuhemsbach. Den Startschuss in die neue Saison absolvierte die Serie im Rahmen der ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben. Bei kalten, aber sonnigen Wetterbedingungen war der Youngster in erster Linie gespannt, wie es sich denn nun in einem Rennwagen mit 220 PS anfühlt. Wie wird die Startphase sein? Bekommt er das Spiel mit der Rennkupplung hin, oder würgt er gleich zu Beginn der Saison den Motor ab? Viele Eindrücke und neue Erfahrungen galt es erst einmal zu machen und nach Priorität zu sortieren. „Wie hart wird im Clio Cup gefahren? Wie viel Kontakt wird es zwischen den Autos geben? Ich war ganz schön aufgeregt. Aber als es losging und ich in die erste Kurve einbog, war alles klar. Es hat einfach nur riesigen Spaß gemacht“, berichtete der junge Deutsch-Österreicher, der unter deutscher Lizenz an den Start geht.

 

Die ersten Trainingsphasen nach einer langen Winterzeit waren von ausgiebigen Rotphasen geprägt. Testkilometer zu bekommen, um wichtige Daten zu sammeln, war schier unmöglich. Um das auszugleichen, hätte es der Youngster im ersten Zeittraining der Saison ordentlich krachen lassen müssen. Doch auch das Zeittraining verlief für ihn nicht nach Plan. Die Rotphasen schienen sich wie ein roter Faden durch das Wochenende zu schieben. „Ich hatte dadurch keine einzige freie Runde. Jedes Mal, wenn ich die Reifen auf Betriebstemperatur hatte, konnte ich mitten in der Runde wieder abbrechen, auf Zeitenjagd zu gehen“, analysierte der Schüler seine Situation. Und so galt es für den Rookie erst einmal, seinen 14. Platz vom Zeittraining im ersten Rennen gegen seine 22 internationalen Mitbewerber zu verteidigen, um dann aus den Rennsituationen heraus weiter Plätze nach vorne gutzumachen. Doch auch bei Überholmanövern kann so einiges schiefgehen. Es ist ein ständiger Lernprozess, den die jungen Piloten innerhalb kürzester Zeit bewältigen müssen. „Ich habe beim Überholen einen kleinen Fehler gemacht und mich mit meinem Clio dabei um die eigene Achse gedreht“, sodass Prattes einige Mitbewerber an sich vorbeiziehen lassen musste. Doch mit einem 19. Platz in seinem ersten Renault Clio Cup Rennen machte es der sympathische Prattes im zweiten Rennen am Sonntag deutlich besser. Zumindest von der Platzierung her. Denn am Start erwischte er, wie schon im Vorfeld befürchtet, den optimalen Kupplungspunkt nicht perfekt. Doch ein Rennabbruch, gefolgt von einem Neustart, und Prattes war wieder auf Kurs. Von da an wurden die Rundenzeiten immer besser. „Ich hatte im Laufe des Rennens Probleme mit dem Bremsdruck. Da ich von Runde zu Runde immer härter in die Bremse trat, lag der Bremsdruck zu weit hinten. Ich hätte ihn aber viel weiter vorne gebrauchen können“, erklärte Prattes mit einem Lächeln im Gesicht. Trotz aller Widrigkeiten – kein Rennen läuft perfekt – schloss Prattes eine Riesenlücke zu den Vorausfahrenden und beendete sein zweites Rennen auf einem 13. Platz. Als Gesamt-15. geht es für den Förderkandidaten des ADAC Pfalz auf die belgische Ardennen-Achterbahn, nach Spa-Francorchamps.

 

Sein Fazit für das erste Wochenende beschreibt Prattes so: „Ich habe wieder viel gelernt und kann mit der Leistung im zweiten Rennen sehr zufrieden sein. Nachdem ich mich mit dem Ablauf an dem Wochenende vertraut gemacht habe, gehe ich voller Zuversicht in die nächste Aufgabe – Spa-Francorchamps. Dort wird dann der Renault Clio Cup Central Europe vom 10. bis 11. Juni seine Zelte aufschlagen. Loris Prattes wird jedoch schon in den Wochen davor mit seinem Schläppi Race-Tec Team einige Tests auf der Strecke von Spa-Francorchamps absolvieren.

 

Eine ganz große Freude haben dem jungen Pfälzer ein paar Kinder der Mannsfeld-Löbecke-Stiftung gemacht. Die Stiftung, die derzeit 180 traumatisierte und misshandelte Kinder versorgt, wird seit längerem von Loris Prattes tatkräftig unterstützt. Ein paar von Ihnen erhielten an diesem Wochenende von Loris die Einladung, gemeinsam mit ihm und seinem Team einen schönen Tag zu verbringen. Als Dankeschön brachten sie ein selbst gemachtes Fan-Banner mit, auf dem seine Startnummer, sein Team und sein Name zu lesen war. „Es ist auch in Deutschland nicht selbstverständlich, mit einer glücklichen Kindheit auf zu wachsen. Wenn ich es an diesem Tag geschafft habe, ein paar Kinder, einen ganz normalen Tag bereitet zu haben, dann ist das jede Anstrengung wert“, sagte Prattes und fügte hinzu: „Aber auch sie, haben mir sehr viel Unterstützung dafür zurück gegeben. Danke an alle, die sich in der Stiftung so unermüdlich Engagieren“.

 

04.05.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes auf dem Weg zum Motorsport-Abitur

Wenn am kommenden Wochenende der Renault Clio Cup Central Europe im Rahmen der ADAC GT Masters in Oschersleben in die neue Saison startet, wird es für einen Fahrer ernst. Der 17-jährige Loris Prattes aus dem rheinland-pfälzischen Neuhemsbach beendete erst Ende 2015 seine Kartsportkarriere und wechselte in der letzten Saison in den Dacia Logan Cup. „Der Umstieg war alles andere als einfach. Plötzlich sitzt du nicht mehr in der Mitte des Fahrzeugs, musst kuppeln und ständig in die Spiegel schauen“, erklärt Prattes den Unterschied zum Kart. Dabei stapelt der sympathische Schüler tief. Stellte er seinen 90 PS starken Dacia Logan doch zum Ende der Saison auf der Vizemeister-Position ab. Doch 2017 sieht es für den erfolgsverwöhnten Youngster ein weiteres Mal schwierig aus. Gerade die Grundschule des Motorsports beendet, steigt Prattes in einen mit 220 PS Leistung ausgestatteten Renault Clio. Mit einem Gewicht von nur 1.080 Kg beschleunigt der Zwerg mit seinen sechs Gängen per Schaltwippe auf 220 km/h. Stellt man sich nun vor, dass am Sonntag vom Start weg 40 Fahrzeuge aus elf Nationen auf die erste Linkskurve der Motorsport Arena in Oschersleben zurasen, bekommt man einen kleinen Einblick auf Prattes bevorstehende Aufgaben.

 

„Ich konnte Oschersleben ja schon ausgiebig im Dacia Logan Cup kennenlernen. Über Kurvenkombinationen mache ich mir weniger Sorgen. Schwierig stelle ich es mir vor, in jeder Runde den perfekten Bremspunkt zu finden, ist der Clio doch deutlich schneller und kommt daher mit einer höheren Geschwindigkeit auf den Bremspunkt zu. Von daher wäre ich schon glücklich, wenn ich mich im Grenzbereich nicht drehe“, sagte der Pfälzer lächelnd. Dieses Kräftemessen dürfte in dieser Saison stärker denn je sein. Viele routinierte Fahrer, die in der letzten Saison teilweise noch in der Liga der Sportwagen, der ADAC GT Masters unterwegs waren, werden ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um es dem Rookie so schwer wie möglich zu machen. Und da wären wir bereits bei seiner Zielsetzung für das Jahr 2017. In seiner Debütsaison möchte der Schüler der integrierten Gesamtschule in Enkenbach-Alsenborn den Rookie-Meistertitel an sich reißen, ein Titel, dessen Stellenwert gleich nach dem des Gesamtplatzierten ist. „Der Rookie-Titel und ein Platz in der Top Ten, das wärʼs“, schwärmt der sympathische Prattes.

 

Das mit seiner Zielsetzung für 2017 keine leichte Aufgabe auf den jungen Piloten wartet, ist auch ihm klar. „Ich habe mein Trainings- und Fitnessprogramm erheblich gesteigert. Im Kartsport habe ich mich noch auf ein reines Konditionstraining konzentriert. Das reicht jetzt nicht mehr. Muskelaufbau und eine noch bessere Gesamtfitness stehen drei bis vier Mal in der Woche auf meinem Stundenplan“, berichtet Prattes. Doch wie sieht es mit der Freizeit aus? Bleibt ihm bei dem ganzen Training überhaupt noch Freizeit? „Für mich ist das Fitnesstraining meine Freizeit. Ich mache das nicht, weil ich muss. Mir macht es unheimlich viel Spaß. Ich freue mich auf jede Trainingseinheit“, schwärmt Prattes und fügt hinzu: „und wenn ich abschalten möchte, gehe ich raus in den Garten und mache dort Gartenarbeit. Wunderbar zum Nachdenken, Runterkommen und Entspannen.“

 

Der Renault Clio Cup Central Europe Saisonstart findet vom 28.04. bis 30.04.2017 in der Magdeburger Börde, der Motorsport Arena Oschersleben, statt. Anschließend reist der Motorsport-Tross weiter ins Belgische Spa-Francorchamps. Weitere Stationen werden unter anderem das französische Dijon-Prenois sowie Zandvoort sein, das in der malerischen Dünenlandschaft der holländischen Nordseeküste liegt.

 

27.04.2017 - Text und Foto: Michael Schulz