Loris Prattes - Berichte 2017

Der Rookie Loris Prattes zieht Bilanz

Es ist sein erstes Jahr im Renault Clio Cup. Unter all den „alten Hasen“, die mit dem Rookie durch die Saison gebrettert sind, hat er gezeigt, was in ihm steckt. Bei dem ersten offiziellen Rennen auf seiner 4.574 Meter langen Heimstrecke, dem Hockenheimring, wurde der Nachwuchs-rennfahrer sogar von den Kameras des Regionalmagazin von SAT.1 begleitet.

 

„Das Wochenende war an Aufregung nicht zu überbieten.“, ließ uns der Youngster wissen. Am Freitag war ich schon ziemlich neugierig, was das Team von SAT.1 aus den Aufnahmen bei den Tests am Donnerstag und den freien Trainings am Freitag gemacht hatte.“ Und so saß die komplette Familie und das gesamte Team von Schläppi Race-Tec punkt 17.30 Uhr gespannt vor dem Fernseher im Teamzelt. Und am Sonntag saß dann die komplette Familie zusammen mit Freunden, Förderern und Sponsoren gebannt auf den Rängen der Sachskurve am Hockenheimring, um die Rennen des Rookies mit der Startnummer drei live mitzuverfolgen und aus Leibeskräften anzufeuern. Dabei war der Nachwuchsrennfahrer mit seiner erlangten Startposition und damit der Leistung aus dem Qualifying überhaupt nicht zufrieden: „Es ist mir am Samstag einfach nicht gelungen, meine Performance auf den Punkt zu bringen und perfekt abzuliefern. Platz fünfzehn war nicht die Ausgangsposition, die ich mir für mein Heimrennen erarbeiten wollte.“ Trotzdem zeigte der Förderkandidat des ADAC Pfalz insbesondere im ersten Rennen, mit welcher Pace er unterwegs sein konnte. Mit einer Rundenzeit von 1:58.550 lieferte er in dem hart umkämpften Teilnehmerfeld schließlich die Viertbeste Zeit ab und landete im Ziel auf einem soliden 14. Platz. „Diese Schnelligkeit konnte ich im zweiten Rennen dann leider nicht mehr ausspielen, da ich mich aus dem Gerangel und Gerempel meiner Kollegen nicht befreien konnte.“, so Prattes. Dennoch fuhr sich der Rookie noch auf den zwölften Platz vor. Etwas enttäuscht ließ uns der Neueinsteiger im Renault Clio Cup wissen: „Ich hatte mir für mein Heimrennen schon etwas mehr erhofft. Die Top-Ten hätten schon drin sein können, aber so bin ich definitiv unter meinen eigenen Erwartungen geblieben.“ Gefeiert wurde am Ende der Saison trotzdem, denn Prattes hatte es in der Meisterschaftswertung, die von erfahrenen Racern dominiert wird, bis auf Platz zehn geschafft. Und in der Rookiewertung wird der Youngster sogar auf einem ausgezeichneten fünften Rang geführt. Auch wenn der Renault Clio Cup mit dem Showdown am Hockenheimring die Saison 2017 beendete, steht für Prattes noch ein Rennen aus. Die Mansfeld Löbbecke Stiftung hat den Nachwuchsrennfahrer im Rahmen eines sozialen Projektes für den 15. Oktober in die Motorsportarena nach Oschersleben eingeladen. Unter dem Motto „Jeder kriegt die Kurve“ darf Prattes als Rennfahrer beim DACIA Logan Cups ins Steuer greifen, während junge Menschen mit psychischen Herausforderungen unter professioneller Anleitung die Aufgaben und die Verantwortung einer Boxen-Crew übernehmen. Und Prattes ist sichtlich angetan: „Ich habe mich über diese Einladung sehr gefreut und bin auf die Zusammenarbeit bei solch einem Rennen wirklich gespannt.“

 

Wie es für den 16-Jährigen im nächsten Jahr weitergeht, ist noch völlig offen. „Wir werden die Pause jetzt intensiv nutzen, um alle Möglichkeiten für die kommende Saison abzuchecken. Und dann werden wir weitersehen, wie und wo es ich als Rennfahrer in der neuen Saison durchstarten werde.“, so der Neuhemsbacher.

 

27.09.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes – Ein Kick der ganz besonderen Art!

Fertig machen für den Start. Sturmhaube überziehen. Helm aufsetzen. Handschuhe anziehen. Sich mental komplett auf das Rennen, das vor einem liegt, einlassen. Einsteigen. Volle Konzentration. Motor starten. Kupplung kommen lassen und Gas geben und spätestens ab jetzt ist Loris Prattes im Tunnel. Es gibt nur noch ihn und sein Auto. So aufregend das alles für den 16-Jährigen Pfälzer ist, beim siebten und letzten Rennen der Saison im ADAC Renault Clio Cup, das vom 22. bis 24. September auf dem 4.754 Meter langen Kurs des Hockenheimrings stattfindet, ist das alles das trotz einer gewissen „Routine“ immer noch etwas ganz Besonderes.

 

Aber der Hockenheimring ist für den Pfälzer in jedem Fall etwas ganz Besonderes. Er fühlt sich dort zuhause. Es ist sein Heimrennen. Der Nachwuchsfahrer bestreitet in seinem ersten Jahr in dieser Serie aber auch sein allererstes offizielles Rennen auf dem Hockenheimring. Von Routine kann da gewiss nicht die Rede sein. Insbesondere wenn Freunde, Sponsoren und die ganze Familie ihr Kommen angekündigt haben und ihre Augen auf die Startnummer 3 richten. „Das ist definitiv ein Kick der ganz besonderen Art. Erhöht aber natürlich auch den eigenen Druck. Schließlich möchte man zeigen was in einem steckt. Man möchte seine allerbeste Leistung an den Tag bringen und viel mehr wollen als nur „normal“.“, so Prattes. Aber der Youngster ist optimistisch: „Optimistisch? Ziemlich optimistisch, würde ich sagen! Schließlich hatten wir die Möglichkeit richtig viele Testtage auf dieser genialen Rennstrecke absolvieren zu können. Ich mag die Strecke absolut und es ist schon irgendwie cool, zu wissen, dass hier auch Formel 1 ihre Runden zieht.“ Über den Erfolg des Wochenendes wird allerdings nicht nur die Streckenkenntnis entscheiden. Deshalb hat der Neuhemsbacher für den Showdown beim Finalrennen in Hockenheim noch einmal alle Hebel in Bewegung gesetzt. Sein Mentalcoach und sein Fitnesstrainer haben ihn besonders intensiv auf diese große Herausforderung vorbereitet. Und um die Aufregung noch ein bisschen zu toppen, hat sich auch das Fernsehteam von SAT1 bei Familie Prattes eingefunden. „Die Anfrage, ob mich SAT1 in Hockenheim begleiten darf, hat mich fast umgehauen. Interviews sind mittlerweile ja nichts ungewöhnliches mehr für mich. Wenn da aber die Kamera auf einen gerichtet ist, und du weißt, dass da gerade ein Film über dich gedreht wird, dann versetzt einen das schon in zusätzliche Aufregung.“, so der sympathische Förderkandidat des ADAC Pfalz. „Neben der Neugierde, ob und wie ich Schule und Rennfahren unter einen Hut bekomme, will das Team natürlich auch wissen, wie es an der Rennstrecke so abgeht. Deshalb werden sie mich die nächsten Tage noch bei meinen freien Trainings begleiten. Ich glaube die Extra-Stunden mit meinem Mentalcoach werden sich bestimmt auszahlen!“, grinst der Gymnasiast. „Ich bin selbst schon sehr gespannt, was am Ende dabei herauskommt. Die Sendung wird jedenfalls am kommenden Freitag um 17.30 Uhr auf SAT1 17.30 Live Regional für Rheinland-Pfalz/Hessen/Saarland ausgestrahlt.“, freut sich der Nachwuchsrennfahrer. Jetzt heißt es allerdings wieder: „Allen Focus auf Qualifying und Rennen! Schließlich habe ich mir für mein Heimrennen einiges vorgenommen. Wenn alles so läuft wie wir das geplant haben, könnten die Top-Ten schon drin sein!“, so der Racer.

 

Wer die rasanten Rennen von Loris Prattes auf heimischem Terrain verfolgen möchte, muss am Samstag und Sonntag nur Sport1, Sport1.de oder Sport1+ einschalten. Wer den Blick hinter die Kulissen des Jungrennfahrers werfen möchte, der sollte sich den Termin am Freitag (22.9) um 17.30 Uhr in seinen Kalender eintragen.

 

20.09.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Prattes holt sich in Most Platz acht im Gesamtklassement

4.212 Meter lang ist das Autodrom Most, das am vergangenen Wochenende (2. bis 3. September) den Czech Truck Prix zu Gast hatte. Mit dabei war auch der junge Pfälzer Loris Prattes aus Neuhemsbach, der seinen sechsten und damit vorletzten Wertungslauf in dieser Saison im Renault Clio Cup Central Europe bestritt. Bereits am Mittwoch zuvor machte sich der 16-Jährige auf in das 600 Kilometer entfernte Tschechien. Für ihn standen am Donnerstag und Freitag die ersten Tests auf dem Programm. Als Freitag im freien Training dann plötzlich bei 150 km/h seine Bremsen blockierten und sich nicht mehr lösten, schien für ihn das Déjà-vu von Zandvoort perfekt zu sein. Zum zweiten Mal in dieser Saison machte der Gymnasiast Bekanntschaft mit der Streckenbegrenzung. Sein Kommentar dazu: „In dem Moment ging mir nur eins durch den Kopf: Bitte nicht schon wieder! Als sich dann die Front meines Renaults in die Reifenstapel schob, hob sich mein Heck auf gefühlte zwei Meter in die Höhe. Dann, beim wieder Herunterkrachen meines Hecks bekam ich einen ganz schönen Schreck“, berichtete der Youngster und fügte mit einem Lächeln im Gesicht hinzu: „Hatte etwas von Achterbahnfahren.“ Sehr ärgerlich für den Racer, zählte er auf nassem Asphalt zu den Allerschnellsten in den freien Trainings. Doch nun ging das große Bangen los. Denn die großen Fragen waren nun: Hat Renault vor Ort alle defekten Teile als Ersatzteile vorrätig? Und wird es sein Teamchef Mathias Schläppi schaffen, den Renault Clio bis zum Zeittraining am Samstagvormittag wieder einsatzbereit zu bekommen? Den ganzen Freitag bis tief in die Nacht haben sie alles gegeben. „Soweit es mir möglich war, habe ich natürlich mitgeholfen. Ich bin für den wahnsinnig tollen Einsatz meines Teamchefs sehr dankbar. Ich kann da nur ein dickes Dankeschön sagen“, so der Youngster.

 

Sie haben es also tatsächlich geschafft und konnten das Zeittraining in Angriff nehmen. Doch dann schlug die Defekthexe inmitten des Zeittrainings zu. Der Renault Clio mit der Startnummer drei war in seiner schnellen Runde bereits auf Angriff programmiert – die ersten beiden Sektoren zeigten Bestzeit an –, als der Motor plötzlich anfing zu stottern. Es kam zu Aussetzern. Zeitweise hatte der Gymnasiast keinen Vortrieb mehr. Die Topzeit war also in dieser Runde erst einmal nicht mehr zu erreichen. Doch was war passiert? „Die Benzinpumpe hatte Aussetzer. Wir gingen davon aus, dass es sich dabei um einen Folgeschaden des Unfalls handelte und tauschten sie aus“, berichtet Loris Prattes. Doch in der daraufhin verbliebenen Zeit war es unmöglich, noch einmal eine schnelle Runde zustande zu bringen, da während des Zeittrainings nun eine Rotphase nach der anderen das verhinderte. Und so musste sich der 16-Jährige mit Platz elf im Zeittraining zufriedengeben. Nicht perfekt, aber auch nicht schlecht verlief sein Start am Samstagnachmittag vor Tausenden Zuschauern im Autodrom Most. „Obwohl ich nicht meinen besten Start hingelegt habe, ging ich in den 15 gefahrenen Runden an dem ein oder anderen Mitbewerber vorbei und beendete das erste Rennen auf Platz neun in den Punkterängen“, sagte der Schläppi-Race-Tec-Pilot. Das zweite Rennen an diesem Wochenende, am Sonntag, sollte dann die Entscheidung bringen. Denn der junge Pfälzer hatte sich für dieses Wochenende deutlich mehr vorgenommen. Gleich vom Start weg, den er diesmal nahezu perfekt getroffen hatte, in Kurve zwei, drehten sich zwei Mitbewerber vor ihm. Einer der beiden schob sich entgegen der Fahrtrichtung frontal in seinen Clio, während der Hintermann sich in das Heck seines Clio schob. Der junge Prattes berichtet aus seiner Cockpit-Sicht: „Wie ich aus dieser Situation ohne großen Schaden herauskam, weiß ich eigentlich gar nicht so genau. Es war ein einziger Blechhaufen um mich herum. Umso froher bin ich, dass ich mich anschließend noch bis auf Platz acht vorkämpfen konnte. Und das Schönste daran ist, dass ich in beiden Rennen dennoch so viele Punkte für die Meisterschaft sammeln konnte, dass ich mich damit auf Platz acht im Gesamtklassement vorgekämpft habe. Ganze vier Plätze gut gemacht und damit in den Top Ten, und das in meiner ersten Saison – damit habe ich nicht gerechnet – ich bin wahnsinnig stolz.“

 

Jetzt heißt es für den jungen Neuhemsbacher, noch einmal volle Konzentration auf das Saisonfinale in Hockenheim zu richten. Denn das findet bereits in drei Wochen vom 23. bis 24. September im Baden-Württembergischen Hockenheim statt.

 

06.09.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes will es in Most wissen

Böhmen in Tschechien, genauer gesagt Most – keine einhundert Kilometer südlich von Dresden –, wird vom 2. bis 3. September das sechste Rennwochenende in dieser Saison im Renault Clio Cup Central Europe ausgetragen. Es ist damit das vorletzte Rennen in dieser Saison. Auch der 16-jährige Loris Prattes aus Neuhemsbach steht bereits mit seinem Schweizer Schläppi Race Tec um Teamchef Mathias Schläppi in den Startlöchern. Denn diesmal sind für das junge Motorsporttalent bereits am Donnerstag und Freitag die ersten Testtage angesetzt. „Leider kenne ich die Strecke momentan nur von den unzähligen YouTube-Videos. Für einen ersten Eindruck und das Lernen des Streckenlayouts ist es schon ok. Doch ist da immer noch ein großer Unterschied, ob man die Strecke in einem Video oder live erfährt. Jede Strecke hat einfach so viel Eigenarten, die immer erst bei einem Trackwalk und durch Absprache mit meinem Renningenieur zum Vorschein kommen“, erklärt der sympathische Pfälzer und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber nach den beiden Testtagen sollte ich die Strecke dann kennen. Alles, was ich bis jetzt von Most gesehen habe, gefällt mir sehr gut.“

 

Loris Prattes, der mit Unterstützung des ADAC Pfalz an den Start geht, erfährt in dieser Saison zum ersten Mal, wie komplex Motorsport wirklich ist. Denn der Gymnasiast, der in seinen ersten Jahren in der Grundschule des Motorsports – dem Kartsport – unterwegs war, steht nun vor neuen Herausforderungen. Alle Rennstrecken sind für ihn neu. Auf jeder Rennstrecke muss er sich erst langsam an das Maximum herantasten. Und das in einem Renault Clio mit 220-PS. Die Unterschiede analysiert der Youngster dann auch so: „Im Kartsport war das relativ einfach. Du kommst mehrmals im Jahr auf die gleiche Rennstrecke und lernst so ihre und deine Grenzen recht schnell kennen. Und wenn du mit einer Kartstrecke Probleme hast, fährst du hin, trainierst ein paar Tage und bist für das kommende Rennen dort gut vorbereitet. Auf den Automobilrennstrecken geht das leider nicht so einfach.“ Und so stört es den 16-Jährigen auch, wenn er seine vergangenen Rennen einmal Revue passieren lässt, „dann muss ich feststellen, dass ich in jedem Rennen wertvolle Plätze hab liegen lassen. Ich meine damit, dass ich an jedem Rennwochenende aufgrund meiner Unerfahrenheit nicht das absolute Optimum aus dem Wochenende herausgeholt habe.“

Doch sind wir einmal ehrlich. Ein junger Pilot im Alter von 16 Jahren muss doch erst einmal die Zeit bekommen, wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Entscheidender ist es für ihn, was er daraus macht. Und so sagt er uns im Interview: „Ich habe dieses Jahr bereits sehr viel gelernt. Ich weiß von Rennen zu Rennen immer mehr, worauf es ankommt. Deshalb freue ich mich schon auf Most, und dass ich dort zwei Tage vor dem Rennen trainieren kann. Dann werde ich gut gerüstet sein, um im Zeittraining eine gute Zeit in den Asphalt brennen zu lassen. Die Weichen für die Rennen wären damit gestellt. Ich möchte auf jeden Fall noch einmal wertvolle Punkte in der Meisterschaft einfahren. Doch was bedeutet das genau? „Auch wenn ich mich nur sehr ungern festlege. Eine Top-Ten-Platzierung wäre nach meinem Geschmack.“

 

In einem so erfahrenen und internationalen Fahrerfeld eine solche Aufgabenstellung zu wählen, ist kein leichtes Unterfangen. Und so wird es auf dem 4.148 Meter langen Rundkurs von Most ein weiteres spannendes Wochenende für Loris Prattes, bevor es Ende September zum Saisonfinale an den baden-württembergischen Hockenheimring geht.

 

30.08.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Gemischtes Wochenende für Loris Prattes auf dem Nürburgring

Nur zwei Wochen nach seinem Einschlag in einer der niederländischen Betonmauern von Zandvoort zeigte sich der 16-jährige Loris Prattes aus Neuhemsbach am vergangenen Wochenende von dem Erlebten unbeeindruckt. Der Renault Clio Cup Central Europe wurde zum dritten Mal in dieser Saison im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters ausgetragen. Diesmal auf der 3.629 Meter langen Sprintstrecke des Nürburgringes. Es war das fünfte der insgesamt sieben Rennwochenenden der Serie in der jungen Karriere des Pfälzer Motorsportlers und von dem Youngster mit großer Spannung erwartet. „Der Nürburgring war für mich immer dieses Mysterium. Wenn man zum Nürburgring fährt, fährt man zu einem unfassbaren Ort der Motorsportgeschichte. Überall spürst du die Geschichte. Überall sind all die großen Namen des Motorsports präsent. Also nicht dass ich mich davon eingeschüchtert fühle. Es ist eher der große Respekt, mit dem man diesem Ort begegnet“, beschrieb der Youngster den Mythos Nürburgring.

 

Und so stieg der Schüler nach nur wenigen Tagen erneut in seinen Renault Clio. Mit 220 PS ging es am Freitagvormittag in das erste der beiden freien Trainings an diesem Tag. Es galt das perfekte Setup für seinen Clio auf der schnellen Sprintstrecke zu finden. Denn wie an jedem Wochenende galt auch an diesem das Zeittraining als Schlüssel zum Erfolg. Zwei Mal Platz neunzehn in den freien Trainings und eine stetige Verbesserung seiner Rundenzeiten stimmte seinen Teamchef Mathias Schläppi zuversichtlich. „Erstaunlich, wie gut Loris seine Erfahrungen aus Zandvoort verkraftet hat. Lediglich am Anfang hatte ich

noch ein wenig das Gefühl, dass er in der ein oder anderen Kurve etwas unsicher war, diese Unsicherheit dann aber relativ schnell beseitigen konnte, weil er gutes Vertrauen in sein Auto hatte.“ Vertrauen, das er im Zeittraining auch dringend brauchte. Denn kurz vorher begann es in der Eifel zu regnen. Keine großen Wassermengen. Doch genug, um alle gesammelten Daten und Erfahrungen der ersten Trainings nicht nutzen zu können. Und so passierte es im Zeittraining, dass der Asphalt von Runde zu Runde abtrocknete und somit immer schneller wurde. Das Ergebnis: Nicht weniger als neunzehn Fahrer absolvierten ihre schnellste Runde mit gerade einmal einer Sekunde Differenz. Loris Prattes verbesserte seine eigene Bestzeit und landete auf dem siebzehnten Platz mit weniger als acht Zehntel Rückstand auf den Polesetter. „Ich fühlte mich am Nürburgring pudelwohl. Das Risiko eines Einschlages auf dieser Strecke mit ihren schnellen Kurven, deren Auslaufzonen sehr großzügig angelegt sind, war für mich sehr gering.“ Was Loris Prattes dann in seinem ersten Rennen des Wochenendes den Zuschauern auf den Tribünen bot, war schon beeindruckend. Sich geschickt aus allen Unfällen heraushaltend, ging er an einem Mitbewerber nach dem anderen vorbei und sicherte sich mit Platz neun wichtige Punkte in der Meisterschaft. Das zweite Rennen verlief dann gar nicht nach dem Geschmack des jungen Pfälzers. Ein Schlag auf seine Vorderachse von einem Mitbewerber verstellte die Spur so stark, dass ein Geradeausfahren fast unmöglich war. Sichtlich unzufrieden mit dem Ausgang schilderte der Schläppi-Race-Tec-Pilot die Situation: „Das ganze Wochenende und der Nürburgring waren für mich recht wechselhaft. Mein größtes Manko ist jedoch der Start. Den verhaue ich fast jedes Mal. Es wird Zeit, den mal intensiv zu üben, denn von den Zeiten her passt es erst einmal für mich.“ Und sein Teamchef Mathias Schläppi fügt noch hinzu: „Loris ist noch etwas zu unkonstant. Aber das ist in diesem Stadium normal. Was mir besonders gefallen hat, war sein erstes Rennen. Wie er bis auf Platz neun nach vorne gefahren ist, war schon sensationell. Heute hatte er einfach nur Pech. Viele Karambolagen und Loris war immer ein wenig mit dabei. So war das Gesamtergebnis nicht wie gewünscht.“

 

Bevor es nun für den Renault-Clio-Cup-Central-Europe-Piloten vom 2. bis 3. September zum nächsten Rennen ins tschechische Most geht, legt er und sein Schläppi-Race-Tec-Team am Donnerstag zuvor einen Test- und Trainingstag ein. Der Renault Clio Cup Central Europe findet diesmal im Rahmen des Czech Truck Prix statt.

 

10.08.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Gestärkt geht es für Loris Prattes zum Nürburgring

 

Das letzte Wochenende war kein leichtes für den 16-jährigen Loris Prattes. Doch schon geht es weiter. Denn der Renault Clio Cup Central Europe macht am kommenden Wochenende vom 4. bis 6. August auf dem traditionsreichen Nürburgring halt. Gefahren wird auf der 3.629 Meter langen Sprintstrecke, die aufgrund ihrer schnellen Kurven eine weitere Herausforderung im Kalender des Pfälzers darstellt. Doch zunächst galt es für den Youngster, das vergangene Wochenende auf dem Dünenkurs der niederländischen Nordseeküste in Zandvoort zu verarbeiten. Am Dienstag vor dem offiziellen Rennwochenende schlug Loris Prattes mit seinem Renault Clio bei Tempo 160 km/h in eine der kräftigen Betonwände ein. Sein erster Ausritt in seiner noch jungen Karriere. Gleichzeitig keine kleine Sache. Schließlich fährt in den darauffolgenden Runden, teilweise sogar in den nächsten Rennen, dieses Erlebnis im Auto mit und muss erst einmal mental verdaut werden. Obwohl es von außen den Anschein hatte, dass ihm das schon sehr gut gelungen war, zog sich Loris mit seinem Vater und Bruder gemeinsam in die Berge Österreichs zurück. „Das war eine tolle Idee meiner Eltern. Ich konnte mich zurückziehen und im Kreise der Familie in aller Ruhe über das in Zandvoort Erlebte nachdenken. Der Unfall hat mich vielleicht bis Samstag noch beschäftigt. Danach war ich wieder voll im Racing-Modus. Doch nachdem ich mir meine Daten- und Videoaufzeichnungen angesehen habe, ärgere ich mich ein wenig, dass ich aus dem Wochenende nicht mehr gemacht habe. Zumindest wäre mehr drin gewesen“, ließ der Neuhemsbacher das Geschehen Revue passieren. Dennoch kann der Youngster mit seinem Abschneiden insgesamt in dieser Saison recht zufrieden sein. Wertvolle Meisterschaftspunkte konnte er bereits für sich verbuchen, sodass er nach vier der insgesamt sieben Rennwochenenden auf einem gesamt dreizehnten Platz steht. In der Rookie-Meisterschaft, also der Meisterschaft, die unter den Fahrern ausgetragen wird, die zum ersten Mal im Auto sitzen, liegt der Schüler auf dem fünften Platz. Keine schlechten Voraussetzungen für die letzten drei Rennwochenenden des Jahres.

 

Wenn am kommenden Wochenende die Motoren der 1,6-Liter-Maschinen gestartet werden, kann Loris Prattes auf seine ersten Erfahrungen mit dem Nürburgring bereits zurückgreifen. Und so erklärte er: „Der Nürburgring kann ja in verschiedenen Kursen gefahren werden. Ich habe dort bereits auf der Grand-Prix-Variante mit 5.148 Metern Länge erste Erfahrungen sammeln können. Wir werden zwar die Sprint Variante mit 3.629 Metern Länge fahren, doch die Umstellung stelle ich mir nicht besonders schwierig vor.“ Und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Schön, dass wir die Formel-1-Variante mit der Mercedes Arena und Schikane fahren.“ Dass die Strecke insgesamt jedoch nicht einfach zu fahren ist, ist auch dem Motorsport-Talent bekannt. Viele schnelle Kurven und Passagen legen eine Ähnlichkeit mit Zandvoort nahe. „Ich finde es klasse. Ich mag es, wenn es fahrerisch ein wenig kniffelig ist und auch der Mut dabei nicht zu kurz kommt“, sagte der Youngster und fügte hinzu: „Ich werde wieder 110 Prozent geben, meine Position finden und mich dann überraschen lassen, wo ich stehe.“ Und schob lachend hinterher: „Abwarten, was geht.“

 

Die Rennen auf dem Nürburgring in der Eifel finden vom 4. bis 6. August statt. Motorsportbegeisterte können sich die Rennen im Livestream über die Renault-Motorsport-Seiten im Internet sowie über den YouTube-Kanal des Renault Clio Cups anschauen.

 

31.07.2017 - Text: Michael Schulz

Zandvoort – wertvolle Erfahrungen für Loris Prattes

Endlich war es so weit. Voller Vorfreude ging es für den Pfälzer Loris Prattes letztes Wochenende nach Zandvoort. Der Dünenkurs mitten an der niederländischen Nordseeküste zählt zu den beliebtesten Strecken der Fahrer des Renault Clio Cup Central Europe. Da Loris Prattes die 4.307 Meter lange Strecke bisher nur von ein paar Testrunden aus dem Vorjahr kannte, reiste er mit seinem Schweizer Schläppi Race-Tec-Team bereits am Montag vor dem offiziellen Rennwochenende an. Schon nach den ersten Runden musste der 16-Jährige eine Erfahrung machen, die er im Nachhinein lieber nicht gemacht hätte. Doch bleibt es keinem Rennfahrer erspart, diese Erfahrungen machen zu müssen. Mit Tempo 160 km/h verlor er die Kontrolle über seinen Renault Clio und traf erst auf einen Reifenstapel, bevor eine Betonwand seinen Vortrieb stoppte. „Ich fahre ja erst seit wenigen Monaten in einem Auto. Aber so anders wie ein Abflug im Kart ist das eigentlich nicht“, scherzte der Youngster wenige Stunden später. Doch damit waren die geplanten Testfahrten und das damit verbundene Suchen nach dem perfekten Setup des Clios erst einmal gestrichen. Denn die Mechaniker im Team hatten nun alle Hände voll zu tun. Die Front war bis auf den Motor komplett beschädigt. Aber auch Seitenteile und das Heck hatten ordentlich etwas abbekommen. Es galt also erst einmal, so schnell wie möglich Ersatzteile zu organisieren. Doch die Schweizer haben ganze Arbeit geleistet. Nachdem sie am Mittwoch und Donnerstag dem Renault das Gesicht eines Clios zurückgegeben hatten, konnte Loris Prattes am Freitagabend in die ersten freien Trainings des Wochenendes starten.

 

Motorsport ist eine sehr komplexe Sportart, deren Erfolg von sehr vielen Faktoren abhängt. Mentale Stärke, der Mut, die gleiche Stelle auf der Rennstrecke erneut im Vollgasmodus zu passieren, war nun wichtiger als alle Einstellungen am Auto. „Der Start ins Wochenende stand leider unter keinem guten Vorzeichen. Der Unfall war für Loris eine enorme Belastung. Mit 16 Jahren einen solchen Unfall zu haben, dass beschäftigte ihn schon sehr. Da ging ihm einiges durch den Kopf“, sagte uns sein Teamchef Mathias Schläppi. Rangierte er in seinen freien Trainings und dem Zeittraining noch im hinteren Drittel der vierundzwanzig Teilnehmer aus sieben Nationen, stellte er seinen Renault im ersten der beiden Rennen an diesem Wochenende auf einem hervorragenden zwölften Platz ab. Es schien unglaublich, welche mentale Stärke der Youngster da an den Tag legte. Und auch das zweite Rennen am Sonntagnachmittag, das von Wetterkapriolen geprägt war, meisterte der Schüler aus Neuhemsbach mit Bravour. Mit Platz vierzehn sicherte er sich den Respekt des gesamten Teams. Und so zog Teamchef Mathias Schläppi positive Bilanz, indem er uns mitteilte: „Wenn man betrachtet, was er alles, gerade mental, an diesem Wochenende überwinden musste, hat er eine super Leistung gezeigt. Er fuhr wieder Topzeiten. Wir müssen jetzt sehen, dass wir ihn fehlerfrei durch die Rennen bekommen, dann spült es ihn ganz sicher in eine Top-Ten-Platzierung.“ Eines dieser kleinen Missgeschicke war ein etwas zu spät gewählter Bremspunkt am Ende der ‚Startgeraden. Als alle vier seiner Reifen durch die Verzögerung der Bremsen zum Stillstand kamen und Rauch aufstieg, verpasste er die Rechtskurve und musste sich über das Kiesbett der Kurve wieder zurück auf den Asphalt kämpfen. Keine leichte Aufgabe, denn Zandvoort zählt noch zu den „Oldschool“-Strecken, in denen die Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit im Kiesbett abbauen sollen und meist darin stecken bleiben. „Da war ich beim Überholen eines Mitbewerbers doch ein wenig zu optimistisch. Ich hätte gedacht, dass passt“, erklärte der sympathische Prattes seinen Abflug im Rennen mit einem Augenzwinkern und fügte hinzu: „Zandvoort werde ich als turbulent in Erinnerung behalten. Ich habe aber auch sehr viel gelernt und werde beim nächsten Mal wieder mit Vollgas an meinen Abflugstellen vorbeifahren.“

 

Nun heißt es ganz schnell umschalten. Denn bereits in 10 Tagen, vom 4. bis 6. August, ist der Renault Clio Cup Central Europe wieder auf Tour. Diesmal machen sie auf der traditionsreichen Strecke des Nürburgringes im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters halt. Auch Loris Prattes wird mit seinem Schläppi Race-Tec-Team wieder mit dabei sein.

 

25.07.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes: Ich bin bereit für Zandvoort

Er kann es nicht mehr erwarten. Der 16-jährige Loris Prattes aus Neuhemsbach in der Pfalz bereitet sich bereits seit Tagen akribisch auf das kommende Wochenende vor. Loris Prattes, der im Renault Clio Cup Central Europe an den Start geht, fährt am kommenden Wochenende im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters auf dem Dünenkurs von Zandvoort. „Ich war bereits einmal in Zandvoort zu einem Test. Es ist atemberaubend. Ich kann es nicht mehr erwarten“, berichtet der Youngster. Der 4.307 Meter lange Rundkurs an der niederländischen Nordseeküste ist bei den Fahrern und Teams eine der beliebtesten Strecken im Rennkalender der Saison. Zum einen liegt er nur wenige Meter von der Nordsee entfernt – es darf gechillt werden –, zum anderen begeistert der Circuit Zandvoort mit seinen schnellen und anspruchsvollen Kurven, die teilweise nicht eingesehen werden können.

 

Doch wir wollten von Loris Prattes wissen, was der junge Pfälzer seit seinem Rennen letzten Rennen im französischen Dijon vor zwei Wochen so alles erlebte. Dabei stellte sich heraus, dass er in der letzten Woche ein Praktikum absolvierte. Und wie sollte es anders sein, ging es auch hier um Motoren. Denn bei seinem Partner KST in Bad Dürkheim, der für die Automobilhersteller als Entwicklungsdienstleister im Bereich Motoren tätig ist, ging es ausschließlich um die Funktionsweise eines Verbrennungsmotors. „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte ja in vielen Prozessen nicht helfen. Trotzdem habe ich sehr viel gelernt. Vom Aufbau bis zum kompletten Ablauf aller beweglichen Teile und deren Funktionen habe ich nun eine bessere Vorstellung davon, was passiert, wenn ich am Scheitelpunkt einer Kurve aufs Gaspedal steige“, berichtete das sympathische Talent mit einem netten Grinsen im Gesicht.

 

Es ist seine Debütsaison im Renault Clio Cup Central Europe. Und auch wenn sich so etwas wie Routine bei dem sympathischen Schüler einstellt, mit dem vierten der sieben Rennwochenenden werden die Aufgaben nicht leichter. Unter anderem kann das Wetter in Zandvoort wie bei seinem letzten Rennen in Dijon das Zünglein an der Waage sein. Allein die Tatsache, dass Zandvoort an der Küste liegt – er sollte das Wetter im Auge behalten. Und dann verändert sich die Strecke von Zandvoort ständig, da der Wind den Sand der Dünen von Runde zu Runde anders verteilt. Es werden einige Herausforderungen auf den jungen Pfälzer und sein Schläppi Race-Tec Team zukommen. Loris Prattes sieht das eher pragmatisch. „Ich reise bereits einige Tage vorher nach Zandvoort. Sind ja Ferien“, scherzt er, „und werde mir die Strecke ganz genau anschauen. Und da ich das Wetter nicht beeinflussen kann, zählt für mich nur eins: Hauptsache, ich kann fahren. Dabei werde ich einfach das Beste aus allem machen“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

 

Die Rennen im Renault Clio Cup Central Europe finden vom 21. bis 23. Juli im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters statt.

 

19.07.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Das Wetter im französischen Dijon war für Prattes schwer zu kalkulieren

Es war sein drittes Rennwochenende im Renault Clio Cup Central Europe. Heiß ersehnt und voller Vorfreude ging es für den Neuhemsbacher Loris Prattes am vergangenen Wochenende ins französische Dijon. In seiner noch jungen Motorsportkarriere hatte er bis zu diesem Zeitpunkt nur von der traditionsreichen Rennstrecke Circuit de Dijon-Prenois gehört. Insbesondere von dem Auf und Ab, das ihm von seinem Schläppi Race Tec Team als kleine Kopie der belgischen Spa-Francorchamps-Strecke beschrieben wurde. „Alle Beschreibungen hatten recht. Es ist total beeindruckend, wenn du im Vollgasmodus auf eine Erhöhung zufährst und absolut nicht sehen kannst, was dahinter los ist. Sicherlich habe ich mir im Vorfeld den Kurs mit seinen 3.801 Metern Länge und acht Kurven eingeprägt. Doch live vor Ort und dann auch zum allerersten Mal ist eine ganz andere Nummer“, schwärmte der 16-Jährige vom Circuit de Dijon-Prenois.

 

Als ob es für einen Rookie nicht schon schwer genug ist, auf einer unbekannten Rennstrecke im Blindflug unterwegs zu sein, zeigte sich zusätzlich noch das Wetter von seiner launischen Seite. „Egal für welchen Reifen – Slick- oder Regenreifen – wir uns entschieden haben, in jeder Trainingssitzung wechselten die Bedingungen so stark, dass ich immer wieder mit den falschen Reifen auf der Strecke war“, berichtet der Youngster. In den freien Trainingseinheiten am Freitag war das ja noch zu verkraften, zumal das Motorsport-Talent die Strecke weder im Trockenen noch im Regen kannte. War gerade eben noch der Regenreifen die schnellere Wahl, veränderte sich der französische Asphalt innerhalb weniger Runden und plötzlich war der profillose Reifen der schnellere. So auch im Zeittraining. Fanden die ersten vier Runden des Zeittrainings noch auf trockenem Asphalt statt, absolvierte der Pfälzer den Rest seines Zeittrainings zu Testzwecken im Regen. „Es war wahnsinnig schwierig, innerhalb dieser vier Runden das Leistungsoptimum der Reifen zu erwischen. Mit Platz fünfzehn im Zeittraining war ich natürlich nicht zufrieden“, analysierte Prattes. Doch auch im ersten Rennen des Wochenendes sorgte das Wetter bei allen beteiligten für volle Aufmerksamkei: Dauerregen noch vor dem Start ins Rennen, als dann inmitten des Rennverlaufes die Strecke wieder abtrocknete. Bis zu diesem Zeitpunkt machte der Renault-Clio-Pilot mit der Startnummer drei viele Positionen gut. War bereits inmitten der Top Ten. Doch da die eine Hälfte der Mitbewerber mit profillosen „Slick“-Reifen ins Rennen ging, Prattes jedoch auf Regenreifen unterwegs war, drehte sich das Blatt zu Ungunsten des Newcomers. Etliche Piloten, die auf Slickreifen ins Rennen gestartet sind, gingen nun an dem sympathischen Prattes vorbei. Platz vierzehn war nicht nach seinem Geschmack. Den misslungenen Start ins zweite Rennen des Wochenendes musste sich Prattes dann auf seine eigene Fahne schreiben. „Ich habe den Start komplett ,versaubeutelt‘. Das war ganz klar mein Fehler. Doch dieser motivierte mich umso mehr“, sagte der Youngster. Bis zur vorletzten Kurve zählte der Clio von Prattes zu den schnellsten im gesamten Fahrerfeld und erkämpfte sich einen hervorragenden Top-Ten-Platz. Wäre da nicht die unglückliche Kollision mit einem Mitbewerber gewesen, die Prattes auf den zwölften Gesamtplatz zurückwarf. „An diesem Wochenende gab es einige Widrigkeiten, die auf mich gewartet haben. Dennoch freue ich mich, diese Erfahrungen gemacht zu haben. Ich freue mich definitiv auf das Wiederkommen nach Dijon. Es hat mir hier sehr viel Spaß gemacht“, sagte der Racer abschließend.

 

Prattes, der gerade vor zwei Wochen seine mittlere Reife absolvierte, ist bereits hochmotiviert mit der nächsten Aufgabe beschäftigt. Für ihn und sein Schweizer Team um Teamchef Matthias Schläppi geht es vom 21. bis 23. Juli zur nächsten Aufgabe an die holländische Nordseeküste. Der Dünenkurs von Zandvoort, nur wenige Meter vom Nordseestrand entfernt, ist Austragungsort der kommenden ADAC GT Masters. Im Rahmenprogramm findet auch das vierte Rennen des Renault Clio Cup statt, das gleichzeitig die Halbzeit in dieser Saison darstellt. „Ich freue mich riesig auf Zandvoort. Ich habe schon so viel von dieser legendären Rennstrecke gehört, dass ich es kaum mehr erwarten kann, das Flair der Rennstrecke selber zu bestaunen“, so Loris Prattes.

 

06.07.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes kann das Auf und Ab im französischen Dijon nicht mehr erwarten

Der nächste weiße Fleck auf seiner Motorsportvita steht für den 16-jährigen Loris Prattes am kommenden Wochenende auf seiner Agenda. Der junge Pfälzer aus Neuhemsbach geht damit in sein drittes Rennen der Saison im Renault Clio Cup Central Europe. Diesmal ist es der Circuit Dijon Prenois im französischen Burgund. 3.801 Meter lang, acht Kurven und viele Vollgaspassagen, gepaart mit vielen Höhenunterschieden von bis zu 30 Metern, werden bei dem Youngster einige Erinnerungen an sein erfolgreiches Wochenende im belgischen Spa-Francorchamps auslösen. Loris Prattes erreichte bereits in seinem zweiten Rennen mit seinem Renault Clio mit der Startnummer drei den Sprung in die Top Five. Dabei galt am Anfang der Saison ein Ausrufezeichen unter den Top-Ten-Plätzen bereits als Erfolg. Doch der Youngster hat den Erfolg generell eingeplant. Bereits vor vielen Jahren im Kartsport und auch im letzten Jahr, seinem ersten im Automobilsport, gab sich der Förderkandidat des ADAC Pfalz mit einem zweiten Platz eher weniger zufrieden.

 

„Spa-Francorchamps war einfach nur unglaublich. Die Strecke verursachte bei mir ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Sie hat hammermäßig Spaß gemacht und zugleich war es brutal schwierig, das Auto auf der Strecke zu halten“, erklärte der sympathische Racer. „Hinzu kam, dass ich mit den Besten der Serie mithalten konnte. Eine Platzierung unter den Top Five, damit habe ich nicht gerechnet. Es war einfach sehr emotional für mich. Und das wollte ich am liebsten sofort noch einmal erleben. Doch ich musste mich in Geduld üben, denn die nächste Chance auf ein erfolgreiches Wochenende habe ich ja erst in Dijon. Die letzten zweieinhalb Wochen habe ich intensiv genutzt und mich auf die Eigenheiten der Strecke von Dijon vorbereitet.“ Und da gibt es für den Newcomer einiges zu lernen. Denn auch wenn man beim Betrachten des Streckenlayouts im ersten Moment geneigt ist, dessen Schwierigkeit zu unterschätzen, so wird jedem Fahrer spätestens live vor Ort in seinem Rennwagen klar – das sieht einfacher aus, als es ist. Einige Passagen werden „blind“ gefahren. Der Pilot kommt mit Vollgas an und kann aufgrund der Senken und des Anstiegs den weiteren Verlauf der Strecke nicht sehen. Er muss sich auf sein Können verlassen und allen Mut zusammennehmen. Das gilt insbesondere für die Kurvenkombinationen der „S de sablières“ und der „Virage de la combe“. Aber auch die „Parabolique“ ist eine knifflige Aufgabe für jeden Piloten. Ihr enger Radius mit einer Überhöhung am Kurvenausgang und einem Anstieg der Fahrbahn hat schon manch einen Piloten zum Verzweifeln gebracht.

 

Für den Pfälzer Schüler heißt es am Donnerstag erst einmal, seine Schulbücher beiseitezulegen, um gemeinsam mit seinem Schweizer Schläppi Race-Tec Team zum Championat de France ins französische Burgenland zu reisen. Freitag bis Sonntag werden dann weitere wichtige Erfahrungen in der jungen Motorsportkarriere auf Loris Prattes warten. „Ich kann es kaum erwarten. Die Zeit zwischen den Rennwochenenden war mir definitiv zu lang. Ich muss unbedingt zurück ins Auto und da weitermachen, wo ich in Spa-Francorchamps aufgehört habe“, so der Racer.

 

27.06.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes – Wow, wie cool war das denn!

Spa Francorpchamps gehört zu den Klassikern unter den Rennstrecken. Mit seinen 7004 Metern ist die Ardennen-Achterbahn in Belgien legendär und für jeden Rennfahrer eine absolute Herausforderung. Am vergangenen Wochenende war Spa-Franchorchamps der Austragungsort des Renault Clio Cups Central Europe, bei dem zusammen mit der französischen Serie, Loris Prattes und weitere 51 Fahrer an den Start gingen.

 

„Eau Rouge zaubert dir als Racer ein Funkeln in die Augen, lässt dir gleichzeitig den Atem stocken und du kneifst nur noch die Arschbacken zusammen, wenn es nach der Senke wieder bergauf geht.“, nimmt uns ein vollkommen geflashter Youngster verbal auf seine Achterbahnfahrt der Gefühle mit. „Diese Strecke ist einfach nur genial! Jedes Mal wenn du rausfährst, erlebst du diesen absoluten WOW-Effekt. Es ist brutal schwierig das Auto auf der Strecke zu halten, aber es macht hammermäßig Spaß!“, erzählt er begeistert weiter. Kein Wunder, dass der jüngste Tourenwagenfahrer Österreichs derart fasziniert ist, denn sein Wochenende verlief besser als er es sich jemals erträumt hätte. Am Donnerstag beim freien Training sah es danach allerdings noch nicht aus. Ein Motorschaden gleich zu Beginn der Session, verbannte Prattes in eine Zwangspause. Der Motor musste getauscht werden und Stunde um Stunde verging, bis man entschied, das Auto gleich für das Freitagstraining fertig zu machen. Am Freitag fuhr dann das Wetter Achterbahn und es schüttete zum ersten freien Training wie aus Eimern. „Bei trockenen Bedingungen krallst du dich schon ins Lenkrad, aber bei den Wassermassen war das Spurhalten kaum machbar.“, so der Newcomer. Zum nächsten Training stand dann eine feuchte, abtrocknende Strecke auf dem Programm, und weil das noch nicht genügend Parameter für das Setup waren, ging es am Samstag bei sonnigen, frühsommerlichen 20 Grad, zum 1. Qualifying auf eine trockene Strecke. Sein Schläppi Tec-Team hatte ihm trotz aller Widrigkeiten ein perfektes Auto hingestellt. Und der Rookie machte das Beste daraus. „In der dritten Runde hatte ich freie Fahrt, kein Mitbewerber stand mir im Weg und ich habe eine absolut perfekte Runde getroffen.“, freut sich Prattes. Mit Startplatz fünf fuhr sich der Rookie damit seinen bisher besten Startplatz ein. Das darauffolgende Rennen war eine harte Bewährungsprobe, denn mit seinem leicht übersteuernden Clio versuchte er seine gute Position zu halten und etliche Angriffe abzuwehren. „Ich wollte an diesem Wochenende in die TOP-Ten fahren, dass ich auf Platz sechs ins Ziel kam hat mich riesig gefreut und natürlich auch ein wenig überrascht.“, grinst der Youngster und fügt noch hinzu: „Echt schade, dass mir das beim zweiten Rennen nicht auch gelungen ist. Aber ohne freie Runde beim Qualifying, kann das eigentlich nicht klappen.“ Zum Verdruss aller bekam Prattes im zweiten Rennen - zusammen mit sechs weiteren Fahrern - dann noch eine 30 Sekunden Zeitstrafe aufgebrummt. Der Grund: Sie waren zu schnell hinter dem Safety Car hergefahren. Mit einem Schmunzeln im Gesicht kommentiert Prattes diese Situation: „Ich weiß eigentlich gar nicht, wie man hinter dem Safety Car zu schnell sein kann? Eigentlich gibt dieses ja das Tempo vor.“ Es wird sich zeigen ob sich sein 17. Platz nach dem Einspruch noch verbessert.

 

Die Freude lässt sich das Motorsporttalent dennoch nicht nehmen: „Das Wochenende war einfach cool! Ein sechster Platz in meinem dritten Rennen, das ist doch unglaublich! Ich hoffe natürlich, dass ich bei meinem nächsten Start in Dijon-Prenois beim Championat de France am 1. und 2. Juli 2017 daran anknüpfen kann.“

 

14.06.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes begibt sich in die Ardennen-Achterbahn

Wörtlich zu nehmen ist dies natürlich nicht, denn bei der Ardennen-Achterbahn handelt es nicht wortwörtlich um eine Achterbahn, sondern um eine Motorsport-Rennstrecke in Belgien, den Circuit de Spa-Francorchamp. Die zahlreichen Kurven und die insgesamt 100 Meter Höhendifferenz, die sich im Streckenverlauf zeigen, führen zu derart hohen Fliehkräften, dass jeder Rennfahrer, der sich das erste Mal auf die 7004 m lange Strecke begibt, das Gefühl hat, in einer Achterbahn unterwegs zu sein. So erging es auch Loris Prattes, der sich am vergangenen Wochenende für das erste Training in seinen Rennwagen setzte, um sich zusammen mit seinem Schäppi Tec-Team auf das zweite Saisonrennen in der Serie des Renault Clio Cups Central Europe vom 10.-11. Juni 2017 vorzubereiten.

 

Der Einstieg in die für ihn neue Serie ist dem Rookie bei der Auftaktveranstaltung in der Motorsport Arena in Oschersleben bereits souverän gelungen: „Bei knapp 40 Fahrern unter die TOP 15 in der Gesamtwertung zu fahren, stimmt mich wirklich zufrieden. Klar gab es die ein oder andere Herausforderung, aber besser machen kann man immer etwas.“ Selbstbewusst und voller Zuversicht stellt sich der Förderpilot des ADAC Pfalz jetzt seiner nächsten Aufgabe – dem Rennen in Spa-Francorchamps. Und hierfür hieß es natürlich erst einmal die Strecke genau kennenzulernen. Die beste Möglichkeit für einen Newcomer ist das Testen am Simulator. „Ich habe mir den Streckenverlauf wirklich gut eingeprägt. Ich bin sooft es ging am Simulator gefahren.“, so Prattes. „Ich wusste ja, dass die Strecke wirklich mächtig ist, dass sie extrem lange Geraden hat und dass es viel Auf und Ab geht, aber die Realität hat mich echt umgehauen!“, berichtet der Youngster absolut überwältigt, als er nach seinem ersten Training aus dem Auto steigt. „Die Fliehkräfte merkst du viel heftiger, als du dir das je vorstellen kannst und auch das bergauf und -ab ist viel stärker zu spüren. Und Eau Rouche ist der absolute Wahnsinn - Nervenkitzel pur! Du siehst nichts, weil es viel höher ist, als du es je vermutest hättest und du krallst dich einfach nur am Lenkrad fest, weil du merkst, dass du das Auto noch stärker im Griff haben musst als normal!“, erzählt er begeistert weiter. Die Strecke zählt zu den absoluten Herausforderungen im Rennkalender des Renault Clio Cups und verlangt von den Fahrern aufgrund der vielen Vollgas-Kurven enorm viel Mut. „Du musst den Bremspunkt absolut exakt treffen, da du aus extrem hoher Geschwindigkeit viel stärker abbremsen musst – in der Busstop-Schikane bremst du z.B. aus 200 km/h auf 60 km/h runter, um dann wieder schnell genug aufs Gas gehen zu können. Die Strecke ist echt der absolute Hammer.“, führt Prattes seine imposanten Eindrücke weiter aus. Als es aber um seine ganz persönliche Zielsetzung für das Rennen auf dieser Ardennen-Achterbahn geht, zeigt sich der Youngster bescheiden und sehr zurückhaltend: „Ich kann im Moment nicht wirklich einschätzen, wo ich stehe. Ich gehe davon aus, dass die Abstände zwischen den Fahrern und Autos deutlich größer sein werden, als beim Auftaktrennen in Oschersleben. Wenn ich mich wieder im Mittelfeld platzieren kann, dann wäre das für mich als Rookie bei meinem ersten Rennen hier in Spa-Francochamps ein voller Erfolg.“

 

Wenn die Ampeln am nächsten Wochenende für Loris Prattes in seinem 220 PS starken Renault Clio R.S. IV auf grün umschalten, kann das Renngeschehen aus Belgien im Live-Stream, aus der Renault-Sports-Seite heraus, live mitverfolgt werden.

 

Text und Foto: Michael Schulz

Generalprobe für Loris Prattes in Oschersleben geglückt

Seit Monaten kann es der 16-jährige Loris Prattes nicht mehr erwarten. Am letzten Wochenende war es dann endlich soweit. 220 PS warteten beim Renault Clio Cup Central Europe in der Magdeburger Börde auf den jungen Pfälzer aus Neuhemsbach. Den Startschuss in die neue Saison absolvierte die Serie im Rahmen der ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben. Bei kalten, aber sonnigen Wetterbedingungen war der Youngster in erster Linie gespannt, wie es sich denn nun in einem Rennwagen mit 220 PS anfühlt. Wie wird die Startphase sein? Bekommt er das Spiel mit der Rennkupplung hin, oder würgt er gleich zu Beginn der Saison den Motor ab? Viele Eindrücke und neue Erfahrungen galt es erst einmal zu machen und nach Priorität zu sortieren. „Wie hart wird im Clio Cup gefahren? Wie viel Kontakt wird es zwischen den Autos geben? Ich war ganz schön aufgeregt. Aber als es losging und ich in die erste Kurve einbog, war alles klar. Es hat einfach nur riesigen Spaß gemacht“, berichtete der junge Deutsch-Österreicher, der unter deutscher Lizenz an den Start geht.

 

Die ersten Trainingsphasen nach einer langen Winterzeit waren von ausgiebigen Rotphasen geprägt. Testkilometer zu bekommen, um wichtige Daten zu sammeln, war schier unmöglich. Um das auszugleichen, hätte es der Youngster im ersten Zeittraining der Saison ordentlich krachen lassen müssen. Doch auch das Zeittraining verlief für ihn nicht nach Plan. Die Rotphasen schienen sich wie ein roter Faden durch das Wochenende zu schieben. „Ich hatte dadurch keine einzige freie Runde. Jedes Mal, wenn ich die Reifen auf Betriebstemperatur hatte, konnte ich mitten in der Runde wieder abbrechen, auf Zeitenjagd zu gehen“, analysierte der Schüler seine Situation. Und so galt es für den Rookie erst einmal, seinen 14. Platz vom Zeittraining im ersten Rennen gegen seine 22 internationalen Mitbewerber zu verteidigen, um dann aus den Rennsituationen heraus weiter Plätze nach vorne gutzumachen. Doch auch bei Überholmanövern kann so einiges schiefgehen. Es ist ein ständiger Lernprozess, den die jungen Piloten innerhalb kürzester Zeit bewältigen müssen. „Ich habe beim Überholen einen kleinen Fehler gemacht und mich mit meinem Clio dabei um die eigene Achse gedreht“, sodass Prattes einige Mitbewerber an sich vorbeiziehen lassen musste. Doch mit einem 19. Platz in seinem ersten Renault Clio Cup Rennen machte es der sympathische Prattes im zweiten Rennen am Sonntag deutlich besser. Zumindest von der Platzierung her. Denn am Start erwischte er, wie schon im Vorfeld befürchtet, den optimalen Kupplungspunkt nicht perfekt. Doch ein Rennabbruch, gefolgt von einem Neustart, und Prattes war wieder auf Kurs. Von da an wurden die Rundenzeiten immer besser. „Ich hatte im Laufe des Rennens Probleme mit dem Bremsdruck. Da ich von Runde zu Runde immer härter in die Bremse trat, lag der Bremsdruck zu weit hinten. Ich hätte ihn aber viel weiter vorne gebrauchen können“, erklärte Prattes mit einem Lächeln im Gesicht. Trotz aller Widrigkeiten – kein Rennen läuft perfekt – schloss Prattes eine Riesenlücke zu den Vorausfahrenden und beendete sein zweites Rennen auf einem 13. Platz. Als Gesamt-15. geht es für den Förderkandidaten des ADAC Pfalz auf die belgische Ardennen-Achterbahn, nach Spa-Francorchamps.

 

Sein Fazit für das erste Wochenende beschreibt Prattes so: „Ich habe wieder viel gelernt und kann mit der Leistung im zweiten Rennen sehr zufrieden sein. Nachdem ich mich mit dem Ablauf an dem Wochenende vertraut gemacht habe, gehe ich voller Zuversicht in die nächste Aufgabe – Spa-Francorchamps. Dort wird dann der Renault Clio Cup Central Europe vom 10. bis 11. Juni seine Zelte aufschlagen. Loris Prattes wird jedoch schon in den Wochen davor mit seinem Schläppi Race-Tec Team einige Tests auf der Strecke von Spa-Francorchamps absolvieren.

 

Eine ganz große Freude haben dem jungen Pfälzer ein paar Kinder der Mannsfeld-Löbecke-Stiftung gemacht. Die Stiftung, die derzeit 180 traumatisierte und misshandelte Kinder versorgt, wird seit längerem von Loris Prattes tatkräftig unterstützt. Ein paar von Ihnen erhielten an diesem Wochenende von Loris die Einladung, gemeinsam mit ihm und seinem Team einen schönen Tag zu verbringen. Als Dankeschön brachten sie ein selbst gemachtes Fan-Banner mit, auf dem seine Startnummer, sein Team und sein Name zu lesen war. „Es ist auch in Deutschland nicht selbstverständlich, mit einer glücklichen Kindheit auf zu wachsen. Wenn ich es an diesem Tag geschafft habe, ein paar Kinder, einen ganz normalen Tag bereitet zu haben, dann ist das jede Anstrengung wert“, sagte Prattes und fügte hinzu: „Aber auch sie, haben mir sehr viel Unterstützung dafür zurück gegeben. Danke an alle, die sich in der Stiftung so unermüdlich Engagieren“.

 

04.05.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes auf dem Weg zum Motorsport-Abitur

Wenn am kommenden Wochenende der Renault Clio Cup Central Europe im Rahmen der ADAC GT Masters in Oschersleben in die neue Saison startet, wird es für einen Fahrer ernst. Der 17-jährige Loris Prattes aus dem rheinland-pfälzischen Neuhemsbach beendete erst Ende 2015 seine Kartsportkarriere und wechselte in der letzten Saison in den Dacia Logan Cup. „Der Umstieg war alles andere als einfach. Plötzlich sitzt du nicht mehr in der Mitte des Fahrzeugs, musst kuppeln und ständig in die Spiegel schauen“, erklärt Prattes den Unterschied zum Kart. Dabei stapelt der sympathische Schüler tief. Stellte er seinen 90 PS starken Dacia Logan doch zum Ende der Saison auf der Vizemeister-Position ab. Doch 2017 sieht es für den erfolgsverwöhnten Youngster ein weiteres Mal schwierig aus. Gerade die Grundschule des Motorsports beendet, steigt Prattes in einen mit 220 PS Leistung ausgestatteten Renault Clio. Mit einem Gewicht von nur 1.080 Kg beschleunigt der Zwerg mit seinen sechs Gängen per Schaltwippe auf 220 km/h. Stellt man sich nun vor, dass am Sonntag vom Start weg 40 Fahrzeuge aus elf Nationen auf die erste Linkskurve der Motorsport Arena in Oschersleben zurasen, bekommt man einen kleinen Einblick auf Prattes bevorstehende Aufgaben.

 

„Ich konnte Oschersleben ja schon ausgiebig im Dacia Logan Cup kennenlernen. Über Kurvenkombinationen mache ich mir weniger Sorgen. Schwierig stelle ich es mir vor, in jeder Runde den perfekten Bremspunkt zu finden, ist der Clio doch deutlich schneller und kommt daher mit einer höheren Geschwindigkeit auf den Bremspunkt zu. Von daher wäre ich schon glücklich, wenn ich mich im Grenzbereich nicht drehe“, sagte der Pfälzer lächelnd. Dieses Kräftemessen dürfte in dieser Saison stärker denn je sein. Viele routinierte Fahrer, die in der letzten Saison teilweise noch in der Liga der Sportwagen, der ADAC GT Masters unterwegs waren, werden ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um es dem Rookie so schwer wie möglich zu machen. Und da wären wir bereits bei seiner Zielsetzung für das Jahr 2017. In seiner Debütsaison möchte der Schüler der integrierten Gesamtschule in Enkenbach-Alsenborn den Rookie-Meistertitel an sich reißen, ein Titel, dessen Stellenwert gleich nach dem des Gesamtplatzierten ist. „Der Rookie-Titel und ein Platz in der Top Ten, das wärʼs“, schwärmt der sympathische Prattes.

 

Das mit seiner Zielsetzung für 2017 keine leichte Aufgabe auf den jungen Piloten wartet, ist auch ihm klar. „Ich habe mein Trainings- und Fitnessprogramm erheblich gesteigert. Im Kartsport habe ich mich noch auf ein reines Konditionstraining konzentriert. Das reicht jetzt nicht mehr. Muskelaufbau und eine noch bessere Gesamtfitness stehen drei bis vier Mal in der Woche auf meinem Stundenplan“, berichtet Prattes. Doch wie sieht es mit der Freizeit aus? Bleibt ihm bei dem ganzen Training überhaupt noch Freizeit? „Für mich ist das Fitnesstraining meine Freizeit. Ich mache das nicht, weil ich muss. Mir macht es unheimlich viel Spaß. Ich freue mich auf jede Trainingseinheit“, schwärmt Prattes und fügt hinzu: „und wenn ich abschalten möchte, gehe ich raus in den Garten und mache dort Gartenarbeit. Wunderbar zum Nachdenken, Runterkommen und Entspannen.“

 

Der Renault Clio Cup Central Europe Saisonstart findet vom 28.04. bis 30.04.2017 in der Magdeburger Börde, der Motorsport Arena Oschersleben, statt. Anschließend reist der Motorsport-Tross weiter ins Belgische Spa-Francorchamps. Weitere Stationen werden unter anderem das französische Dijon-Prenois sowie Zandvoort sein, das in der malerischen Dünenlandschaft der holländischen Nordseeküste liegt.

 

27.04.2017 - Text und Foto: Michael Schulz