Loris Prattes - Berichte 2017

Gemischtes Wochenende für Loris Prattes auf dem Nürburgring

Nur zwei Wochen nach seinem Einschlag in einer der niederländischen Betonmauern von Zandvoort zeigte sich der 16-jährige Loris Prattes aus Neuhemsbach am vergangenen Wochenende von dem Erlebten unbeeindruckt. Der Renault Clio Cup Central Europe wurde zum dritten Mal in dieser Saison im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters ausgetragen. Diesmal auf der 3.629 Meter langen Sprintstrecke des Nürburgringes. Es war das fünfte der insgesamt sieben Rennwochenenden der Serie in der jungen Karriere des Pfälzer Motorsportlers und von dem Youngster mit großer Spannung erwartet. „Der Nürburgring war für mich immer dieses Mysterium. Wenn man zum Nürburgring fährt, fährt man zu einem unfassbaren Ort der Motorsportgeschichte. Überall spürst du die Geschichte. Überall sind all die großen Namen des Motorsports präsent. Also nicht dass ich mich davon eingeschüchtert fühle. Es ist eher der große Respekt, mit dem man diesem Ort begegnet“, beschrieb der Youngster den Mythos Nürburgring.

 

Und so stieg der Schüler nach nur wenigen Tagen erneut in seinen Renault Clio. Mit 220 PS ging es am Freitagvormittag in das erste der beiden freien Trainings an diesem Tag. Es galt das perfekte Setup für seinen Clio auf der schnellen Sprintstrecke zu finden. Denn wie an jedem Wochenende galt auch an diesem das Zeittraining als Schlüssel zum Erfolg. Zwei Mal Platz neunzehn in den freien Trainings und eine stetige Verbesserung seiner Rundenzeiten stimmte seinen Teamchef Mathias Schläppi zuversichtlich. „Erstaunlich, wie gut Loris seine Erfahrungen aus Zandvoort verkraftet hat. Lediglich am Anfang hatte ich

noch ein wenig das Gefühl, dass er in der ein oder anderen Kurve etwas unsicher war, diese Unsicherheit dann aber relativ schnell beseitigen konnte, weil er gutes Vertrauen in sein Auto hatte.“ Vertrauen, das er im Zeittraining auch dringend brauchte. Denn kurz vorher begann es in der Eifel zu regnen. Keine großen Wassermengen. Doch genug, um alle gesammelten Daten und Erfahrungen der ersten Trainings nicht nutzen zu können. Und so passierte es im Zeittraining, dass der Asphalt von Runde zu Runde abtrocknete und somit immer schneller wurde. Das Ergebnis: Nicht weniger als neunzehn Fahrer absolvierten ihre schnellste Runde mit gerade einmal einer Sekunde Differenz. Loris Prattes verbesserte seine eigene Bestzeit und landete auf dem siebzehnten Platz mit weniger als acht Zehntel Rückstand auf den Polesetter. „Ich fühlte mich am Nürburgring pudelwohl. Das Risiko eines Einschlages auf dieser Strecke mit ihren schnellen Kurven, deren Auslaufzonen sehr großzügig angelegt sind, war für mich sehr gering.“ Was Loris Prattes dann in seinem ersten Rennen des Wochenendes den Zuschauern auf den Tribünen bot, war schon beeindruckend. Sich geschickt aus allen Unfällen heraushaltend, ging er an einem Mitbewerber nach dem anderen vorbei und sicherte sich mit Platz neun wichtige Punkte in der Meisterschaft. Das zweite Rennen verlief dann gar nicht nach dem Geschmack des jungen Pfälzers. Ein Schlag auf seine Vorderachse von einem Mitbewerber verstellte die Spur so stark, dass ein Geradeausfahren fast unmöglich war. Sichtlich unzufrieden mit dem Ausgang schilderte der Schläppi-Race-Tec-Pilot die Situation: „Das ganze Wochenende und der Nürburgring waren für mich recht wechselhaft. Mein größtes Manko ist jedoch der Start. Den verhaue ich fast jedes Mal. Es wird Zeit, den mal intensiv zu üben, denn von den Zeiten her passt es erst einmal für mich.“ Und sein Teamchef Mathias Schläppi fügt noch hinzu: „Loris ist noch etwas zu unkonstant. Aber das ist in diesem Stadium normal. Was mir besonders gefallen hat, war sein erstes Rennen. Wie er bis auf Platz neun nach vorne gefahren ist, war schon sensationell. Heute hatte er einfach nur Pech. Viele Karambolagen und Loris war immer ein wenig mit dabei. So war das Gesamtergebnis nicht wie gewünscht.“

 

Bevor es nun für den Renault-Clio-Cup-Central-Europe-Piloten vom 2. bis 3. September zum nächsten Rennen ins tschechische Most geht, legt er und sein Schläppi-Race-Tec-Team am Donnerstag zuvor einen Test- und Trainingstag ein. Der Renault Clio Cup Central Europe findet diesmal im Rahmen des Czech Truck Prix statt.

 

10.08.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Gestärkt geht es für Loris Prattes zum Nürburgring

 

Das letzte Wochenende war kein leichtes für den 16-jährigen Loris Prattes. Doch schon geht es weiter. Denn der Renault Clio Cup Central Europe macht am kommenden Wochenende vom 4. bis 6. August auf dem traditionsreichen Nürburgring halt. Gefahren wird auf der 3.629 Meter langen Sprintstrecke, die aufgrund ihrer schnellen Kurven eine weitere Herausforderung im Kalender des Pfälzers darstellt. Doch zunächst galt es für den Youngster, das vergangene Wochenende auf dem Dünenkurs der niederländischen Nordseeküste in Zandvoort zu verarbeiten. Am Dienstag vor dem offiziellen Rennwochenende schlug Loris Prattes mit seinem Renault Clio bei Tempo 160 km/h in eine der kräftigen Betonwände ein. Sein erster Ausritt in seiner noch jungen Karriere. Gleichzeitig keine kleine Sache. Schließlich fährt in den darauffolgenden Runden, teilweise sogar in den nächsten Rennen, dieses Erlebnis im Auto mit und muss erst einmal mental verdaut werden. Obwohl es von außen den Anschein hatte, dass ihm das schon sehr gut gelungen war, zog sich Loris mit seinem Vater und Bruder gemeinsam in die Berge Österreichs zurück. „Das war eine tolle Idee meiner Eltern. Ich konnte mich zurückziehen und im Kreise der Familie in aller Ruhe über das in Zandvoort Erlebte nachdenken. Der Unfall hat mich vielleicht bis Samstag noch beschäftigt. Danach war ich wieder voll im Racing-Modus. Doch nachdem ich mir meine Daten- und Videoaufzeichnungen angesehen habe, ärgere ich mich ein wenig, dass ich aus dem Wochenende nicht mehr gemacht habe. Zumindest wäre mehr drin gewesen“, ließ der Neuhemsbacher das Geschehen Revue passieren. Dennoch kann der Youngster mit seinem Abschneiden insgesamt in dieser Saison recht zufrieden sein. Wertvolle Meisterschaftspunkte konnte er bereits für sich verbuchen, sodass er nach vier der insgesamt sieben Rennwochenenden auf einem gesamt dreizehnten Platz steht. In der Rookie-Meisterschaft, also der Meisterschaft, die unter den Fahrern ausgetragen wird, die zum ersten Mal im Auto sitzen, liegt der Schüler auf dem fünften Platz. Keine schlechten Voraussetzungen für die letzten drei Rennwochenenden des Jahres.

 

Wenn am kommenden Wochenende die Motoren der 1,6-Liter-Maschinen gestartet werden, kann Loris Prattes auf seine ersten Erfahrungen mit dem Nürburgring bereits zurückgreifen. Und so erklärte er: „Der Nürburgring kann ja in verschiedenen Kursen gefahren werden. Ich habe dort bereits auf der Grand-Prix-Variante mit 5.148 Metern Länge erste Erfahrungen sammeln können. Wir werden zwar die Sprint Variante mit 3.629 Metern Länge fahren, doch die Umstellung stelle ich mir nicht besonders schwierig vor.“ Und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Schön, dass wir die Formel-1-Variante mit der Mercedes Arena und Schikane fahren.“ Dass die Strecke insgesamt jedoch nicht einfach zu fahren ist, ist auch dem Motorsport-Talent bekannt. Viele schnelle Kurven und Passagen legen eine Ähnlichkeit mit Zandvoort nahe. „Ich finde es klasse. Ich mag es, wenn es fahrerisch ein wenig kniffelig ist und auch der Mut dabei nicht zu kurz kommt“, sagte der Youngster und fügte hinzu: „Ich werde wieder 110 Prozent geben, meine Position finden und mich dann überraschen lassen, wo ich stehe.“ Und schob lachend hinterher: „Abwarten, was geht.“

 

Die Rennen auf dem Nürburgring in der Eifel finden vom 4. bis 6. August statt. Motorsportbegeisterte können sich die Rennen im Livestream über die Renault-Motorsport-Seiten im Internet sowie über den YouTube-Kanal des Renault Clio Cups anschauen.

 

31.07.2017 - Text: Michael Schulz

Zandvoort – wertvolle Erfahrungen für Loris Prattes

Endlich war es so weit. Voller Vorfreude ging es für den Pfälzer Loris Prattes letztes Wochenende nach Zandvoort. Der Dünenkurs mitten an der niederländischen Nordseeküste zählt zu den beliebtesten Strecken der Fahrer des Renault Clio Cup Central Europe. Da Loris Prattes die 4.307 Meter lange Strecke bisher nur von ein paar Testrunden aus dem Vorjahr kannte, reiste er mit seinem Schweizer Schläppi Race-Tec-Team bereits am Montag vor dem offiziellen Rennwochenende an. Schon nach den ersten Runden musste der 16-Jährige eine Erfahrung machen, die er im Nachhinein lieber nicht gemacht hätte. Doch bleibt es keinem Rennfahrer erspart, diese Erfahrungen machen zu müssen. Mit Tempo 160 km/h verlor er die Kontrolle über seinen Renault Clio und traf erst auf einen Reifenstapel, bevor eine Betonwand seinen Vortrieb stoppte. „Ich fahre ja erst seit wenigen Monaten in einem Auto. Aber so anders wie ein Abflug im Kart ist das eigentlich nicht“, scherzte der Youngster wenige Stunden später. Doch damit waren die geplanten Testfahrten und das damit verbundene Suchen nach dem perfekten Setup des Clios erst einmal gestrichen. Denn die Mechaniker im Team hatten nun alle Hände voll zu tun. Die Front war bis auf den Motor komplett beschädigt. Aber auch Seitenteile und das Heck hatten ordentlich etwas abbekommen. Es galt also erst einmal, so schnell wie möglich Ersatzteile zu organisieren. Doch die Schweizer haben ganze Arbeit geleistet. Nachdem sie am Mittwoch und Donnerstag dem Renault das Gesicht eines Clios zurückgegeben hatten, konnte Loris Prattes am Freitagabend in die ersten freien Trainings des Wochenendes starten.

 

Motorsport ist eine sehr komplexe Sportart, deren Erfolg von sehr vielen Faktoren abhängt. Mentale Stärke, der Mut, die gleiche Stelle auf der Rennstrecke erneut im Vollgasmodus zu passieren, war nun wichtiger als alle Einstellungen am Auto. „Der Start ins Wochenende stand leider unter keinem guten Vorzeichen. Der Unfall war für Loris eine enorme Belastung. Mit 16 Jahren einen solchen Unfall zu haben, dass beschäftigte ihn schon sehr. Da ging ihm einiges durch den Kopf“, sagte uns sein Teamchef Mathias Schläppi. Rangierte er in seinen freien Trainings und dem Zeittraining noch im hinteren Drittel der vierundzwanzig Teilnehmer aus sieben Nationen, stellte er seinen Renault im ersten der beiden Rennen an diesem Wochenende auf einem hervorragenden zwölften Platz ab. Es schien unglaublich, welche mentale Stärke der Youngster da an den Tag legte. Und auch das zweite Rennen am Sonntagnachmittag, das von Wetterkapriolen geprägt war, meisterte der Schüler aus Neuhemsbach mit Bravour. Mit Platz vierzehn sicherte er sich den Respekt des gesamten Teams. Und so zog Teamchef Mathias Schläppi positive Bilanz, indem er uns mitteilte: „Wenn man betrachtet, was er alles, gerade mental, an diesem Wochenende überwinden musste, hat er eine super Leistung gezeigt. Er fuhr wieder Topzeiten. Wir müssen jetzt sehen, dass wir ihn fehlerfrei durch die Rennen bekommen, dann spült es ihn ganz sicher in eine Top-Ten-Platzierung.“ Eines dieser kleinen Missgeschicke war ein etwas zu spät gewählter Bremspunkt am Ende der ‚Startgeraden. Als alle vier seiner Reifen durch die Verzögerung der Bremsen zum Stillstand kamen und Rauch aufstieg, verpasste er die Rechtskurve und musste sich über das Kiesbett der Kurve wieder zurück auf den Asphalt kämpfen. Keine leichte Aufgabe, denn Zandvoort zählt noch zu den „Oldschool“-Strecken, in denen die Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit im Kiesbett abbauen sollen und meist darin stecken bleiben. „Da war ich beim Überholen eines Mitbewerbers doch ein wenig zu optimistisch. Ich hätte gedacht, dass passt“, erklärte der sympathische Prattes seinen Abflug im Rennen mit einem Augenzwinkern und fügte hinzu: „Zandvoort werde ich als turbulent in Erinnerung behalten. Ich habe aber auch sehr viel gelernt und werde beim nächsten Mal wieder mit Vollgas an meinen Abflugstellen vorbeifahren.“

 

Nun heißt es ganz schnell umschalten. Denn bereits in 10 Tagen, vom 4. bis 6. August, ist der Renault Clio Cup Central Europe wieder auf Tour. Diesmal machen sie auf der traditionsreichen Strecke des Nürburgringes im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters halt. Auch Loris Prattes wird mit seinem Schläppi Race-Tec-Team wieder mit dabei sein.

 

25.07.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes: Ich bin bereit für Zandvoort

Er kann es nicht mehr erwarten. Der 16-jährige Loris Prattes aus Neuhemsbach in der Pfalz bereitet sich bereits seit Tagen akribisch auf das kommende Wochenende vor. Loris Prattes, der im Renault Clio Cup Central Europe an den Start geht, fährt am kommenden Wochenende im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters auf dem Dünenkurs von Zandvoort. „Ich war bereits einmal in Zandvoort zu einem Test. Es ist atemberaubend. Ich kann es nicht mehr erwarten“, berichtet der Youngster. Der 4.307 Meter lange Rundkurs an der niederländischen Nordseeküste ist bei den Fahrern und Teams eine der beliebtesten Strecken im Rennkalender der Saison. Zum einen liegt er nur wenige Meter von der Nordsee entfernt – es darf gechillt werden –, zum anderen begeistert der Circuit Zandvoort mit seinen schnellen und anspruchsvollen Kurven, die teilweise nicht eingesehen werden können.

 

Doch wir wollten von Loris Prattes wissen, was der junge Pfälzer seit seinem Rennen letzten Rennen im französischen Dijon vor zwei Wochen so alles erlebte. Dabei stellte sich heraus, dass er in der letzten Woche ein Praktikum absolvierte. Und wie sollte es anders sein, ging es auch hier um Motoren. Denn bei seinem Partner KST in Bad Dürkheim, der für die Automobilhersteller als Entwicklungsdienstleister im Bereich Motoren tätig ist, ging es ausschließlich um die Funktionsweise eines Verbrennungsmotors. „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte ja in vielen Prozessen nicht helfen. Trotzdem habe ich sehr viel gelernt. Vom Aufbau bis zum kompletten Ablauf aller beweglichen Teile und deren Funktionen habe ich nun eine bessere Vorstellung davon, was passiert, wenn ich am Scheitelpunkt einer Kurve aufs Gaspedal steige“, berichtete das sympathische Talent mit einem netten Grinsen im Gesicht.

 

Es ist seine Debütsaison im Renault Clio Cup Central Europe. Und auch wenn sich so etwas wie Routine bei dem sympathischen Schüler einstellt, mit dem vierten der sieben Rennwochenenden werden die Aufgaben nicht leichter. Unter anderem kann das Wetter in Zandvoort wie bei seinem letzten Rennen in Dijon das Zünglein an der Waage sein. Allein die Tatsache, dass Zandvoort an der Küste liegt – er sollte das Wetter im Auge behalten. Und dann verändert sich die Strecke von Zandvoort ständig, da der Wind den Sand der Dünen von Runde zu Runde anders verteilt. Es werden einige Herausforderungen auf den jungen Pfälzer und sein Schläppi Race-Tec Team zukommen. Loris Prattes sieht das eher pragmatisch. „Ich reise bereits einige Tage vorher nach Zandvoort. Sind ja Ferien“, scherzt er, „und werde mir die Strecke ganz genau anschauen. Und da ich das Wetter nicht beeinflussen kann, zählt für mich nur eins: Hauptsache, ich kann fahren. Dabei werde ich einfach das Beste aus allem machen“, fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu.

 

Die Rennen im Renault Clio Cup Central Europe finden vom 21. bis 23. Juli im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters statt.

 

19.07.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Das Wetter im französischen Dijon war für Prattes schwer zu kalkulieren

Es war sein drittes Rennwochenende im Renault Clio Cup Central Europe. Heiß ersehnt und voller Vorfreude ging es für den Neuhemsbacher Loris Prattes am vergangenen Wochenende ins französische Dijon. In seiner noch jungen Motorsportkarriere hatte er bis zu diesem Zeitpunkt nur von der traditionsreichen Rennstrecke Circuit de Dijon-Prenois gehört. Insbesondere von dem Auf und Ab, das ihm von seinem Schläppi Race Tec Team als kleine Kopie der belgischen Spa-Francorchamps-Strecke beschrieben wurde. „Alle Beschreibungen hatten recht. Es ist total beeindruckend, wenn du im Vollgasmodus auf eine Erhöhung zufährst und absolut nicht sehen kannst, was dahinter los ist. Sicherlich habe ich mir im Vorfeld den Kurs mit seinen 3.801 Metern Länge und acht Kurven eingeprägt. Doch live vor Ort und dann auch zum allerersten Mal ist eine ganz andere Nummer“, schwärmte der 16-Jährige vom Circuit de Dijon-Prenois.

 

Als ob es für einen Rookie nicht schon schwer genug ist, auf einer unbekannten Rennstrecke im Blindflug unterwegs zu sein, zeigte sich zusätzlich noch das Wetter von seiner launischen Seite. „Egal für welchen Reifen – Slick- oder Regenreifen – wir uns entschieden haben, in jeder Trainingssitzung wechselten die Bedingungen so stark, dass ich immer wieder mit den falschen Reifen auf der Strecke war“, berichtet der Youngster. In den freien Trainingseinheiten am Freitag war das ja noch zu verkraften, zumal das Motorsport-Talent die Strecke weder im Trockenen noch im Regen kannte. War gerade eben noch der Regenreifen die schnellere Wahl, veränderte sich der französische Asphalt innerhalb weniger Runden und plötzlich war der profillose Reifen der schnellere. So auch im Zeittraining. Fanden die ersten vier Runden des Zeittrainings noch auf trockenem Asphalt statt, absolvierte der Pfälzer den Rest seines Zeittrainings zu Testzwecken im Regen. „Es war wahnsinnig schwierig, innerhalb dieser vier Runden das Leistungsoptimum der Reifen zu erwischen. Mit Platz fünfzehn im Zeittraining war ich natürlich nicht zufrieden“, analysierte Prattes. Doch auch im ersten Rennen des Wochenendes sorgte das Wetter bei allen beteiligten für volle Aufmerksamkei: Dauerregen noch vor dem Start ins Rennen, als dann inmitten des Rennverlaufes die Strecke wieder abtrocknete. Bis zu diesem Zeitpunkt machte der Renault-Clio-Pilot mit der Startnummer drei viele Positionen gut. War bereits inmitten der Top Ten. Doch da die eine Hälfte der Mitbewerber mit profillosen „Slick“-Reifen ins Rennen ging, Prattes jedoch auf Regenreifen unterwegs war, drehte sich das Blatt zu Ungunsten des Newcomers. Etliche Piloten, die auf Slickreifen ins Rennen gestartet sind, gingen nun an dem sympathischen Prattes vorbei. Platz vierzehn war nicht nach seinem Geschmack. Den misslungenen Start ins zweite Rennen des Wochenendes musste sich Prattes dann auf seine eigene Fahne schreiben. „Ich habe den Start komplett ,versaubeutelt‘. Das war ganz klar mein Fehler. Doch dieser motivierte mich umso mehr“, sagte der Youngster. Bis zur vorletzten Kurve zählte der Clio von Prattes zu den schnellsten im gesamten Fahrerfeld und erkämpfte sich einen hervorragenden Top-Ten-Platz. Wäre da nicht die unglückliche Kollision mit einem Mitbewerber gewesen, die Prattes auf den zwölften Gesamtplatz zurückwarf. „An diesem Wochenende gab es einige Widrigkeiten, die auf mich gewartet haben. Dennoch freue ich mich, diese Erfahrungen gemacht zu haben. Ich freue mich definitiv auf das Wiederkommen nach Dijon. Es hat mir hier sehr viel Spaß gemacht“, sagte der Racer abschließend.

 

Prattes, der gerade vor zwei Wochen seine mittlere Reife absolvierte, ist bereits hochmotiviert mit der nächsten Aufgabe beschäftigt. Für ihn und sein Schweizer Team um Teamchef Matthias Schläppi geht es vom 21. bis 23. Juli zur nächsten Aufgabe an die holländische Nordseeküste. Der Dünenkurs von Zandvoort, nur wenige Meter vom Nordseestrand entfernt, ist Austragungsort der kommenden ADAC GT Masters. Im Rahmenprogramm findet auch das vierte Rennen des Renault Clio Cup statt, das gleichzeitig die Halbzeit in dieser Saison darstellt. „Ich freue mich riesig auf Zandvoort. Ich habe schon so viel von dieser legendären Rennstrecke gehört, dass ich es kaum mehr erwarten kann, das Flair der Rennstrecke selber zu bestaunen“, so Loris Prattes.

 

06.07.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes kann das Auf und Ab im französischen Dijon nicht mehr erwarten

Der nächste weiße Fleck auf seiner Motorsportvita steht für den 16-jährigen Loris Prattes am kommenden Wochenende auf seiner Agenda. Der junge Pfälzer aus Neuhemsbach geht damit in sein drittes Rennen der Saison im Renault Clio Cup Central Europe. Diesmal ist es der Circuit Dijon Prenois im französischen Burgund. 3.801 Meter lang, acht Kurven und viele Vollgaspassagen, gepaart mit vielen Höhenunterschieden von bis zu 30 Metern, werden bei dem Youngster einige Erinnerungen an sein erfolgreiches Wochenende im belgischen Spa-Francorchamps auslösen. Loris Prattes erreichte bereits in seinem zweiten Rennen mit seinem Renault Clio mit der Startnummer drei den Sprung in die Top Five. Dabei galt am Anfang der Saison ein Ausrufezeichen unter den Top-Ten-Plätzen bereits als Erfolg. Doch der Youngster hat den Erfolg generell eingeplant. Bereits vor vielen Jahren im Kartsport und auch im letzten Jahr, seinem ersten im Automobilsport, gab sich der Förderkandidat des ADAC Pfalz mit einem zweiten Platz eher weniger zufrieden.

 

„Spa-Francorchamps war einfach nur unglaublich. Die Strecke verursachte bei mir ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Sie hat hammermäßig Spaß gemacht und zugleich war es brutal schwierig, das Auto auf der Strecke zu halten“, erklärte der sympathische Racer. „Hinzu kam, dass ich mit den Besten der Serie mithalten konnte. Eine Platzierung unter den Top Five, damit habe ich nicht gerechnet. Es war einfach sehr emotional für mich. Und das wollte ich am liebsten sofort noch einmal erleben. Doch ich musste mich in Geduld üben, denn die nächste Chance auf ein erfolgreiches Wochenende habe ich ja erst in Dijon. Die letzten zweieinhalb Wochen habe ich intensiv genutzt und mich auf die Eigenheiten der Strecke von Dijon vorbereitet.“ Und da gibt es für den Newcomer einiges zu lernen. Denn auch wenn man beim Betrachten des Streckenlayouts im ersten Moment geneigt ist, dessen Schwierigkeit zu unterschätzen, so wird jedem Fahrer spätestens live vor Ort in seinem Rennwagen klar – das sieht einfacher aus, als es ist. Einige Passagen werden „blind“ gefahren. Der Pilot kommt mit Vollgas an und kann aufgrund der Senken und des Anstiegs den weiteren Verlauf der Strecke nicht sehen. Er muss sich auf sein Können verlassen und allen Mut zusammennehmen. Das gilt insbesondere für die Kurvenkombinationen der „S de sablières“ und der „Virage de la combe“. Aber auch die „Parabolique“ ist eine knifflige Aufgabe für jeden Piloten. Ihr enger Radius mit einer Überhöhung am Kurvenausgang und einem Anstieg der Fahrbahn hat schon manch einen Piloten zum Verzweifeln gebracht.

 

Für den Pfälzer Schüler heißt es am Donnerstag erst einmal, seine Schulbücher beiseitezulegen, um gemeinsam mit seinem Schweizer Schläppi Race-Tec Team zum Championat de France ins französische Burgenland zu reisen. Freitag bis Sonntag werden dann weitere wichtige Erfahrungen in der jungen Motorsportkarriere auf Loris Prattes warten. „Ich kann es kaum erwarten. Die Zeit zwischen den Rennwochenenden war mir definitiv zu lang. Ich muss unbedingt zurück ins Auto und da weitermachen, wo ich in Spa-Francorchamps aufgehört habe“, so der Racer.

 

27.06.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes – Wow, wie cool war das denn!

Spa Francorpchamps gehört zu den Klassikern unter den Rennstrecken. Mit seinen 7004 Metern ist die Ardennen-Achterbahn in Belgien legendär und für jeden Rennfahrer eine absolute Herausforderung. Am vergangenen Wochenende war Spa-Franchorchamps der Austragungsort des Renault Clio Cups Central Europe, bei dem zusammen mit der französischen Serie, Loris Prattes und weitere 51 Fahrer an den Start gingen.

 

„Eau Rouge zaubert dir als Racer ein Funkeln in die Augen, lässt dir gleichzeitig den Atem stocken und du kneifst nur noch die Arschbacken zusammen, wenn es nach der Senke wieder bergauf geht.“, nimmt uns ein vollkommen geflashter Youngster verbal auf seine Achterbahnfahrt der Gefühle mit. „Diese Strecke ist einfach nur genial! Jedes Mal wenn du rausfährst, erlebst du diesen absoluten WOW-Effekt. Es ist brutal schwierig das Auto auf der Strecke zu halten, aber es macht hammermäßig Spaß!“, erzählt er begeistert weiter. Kein Wunder, dass der jüngste Tourenwagenfahrer Österreichs derart fasziniert ist, denn sein Wochenende verlief besser als er es sich jemals erträumt hätte. Am Donnerstag beim freien Training sah es danach allerdings noch nicht aus. Ein Motorschaden gleich zu Beginn der Session, verbannte Prattes in eine Zwangspause. Der Motor musste getauscht werden und Stunde um Stunde verging, bis man entschied, das Auto gleich für das Freitagstraining fertig zu machen. Am Freitag fuhr dann das Wetter Achterbahn und es schüttete zum ersten freien Training wie aus Eimern. „Bei trockenen Bedingungen krallst du dich schon ins Lenkrad, aber bei den Wassermassen war das Spurhalten kaum machbar.“, so der Newcomer. Zum nächsten Training stand dann eine feuchte, abtrocknende Strecke auf dem Programm, und weil das noch nicht genügend Parameter für das Setup waren, ging es am Samstag bei sonnigen, frühsommerlichen 20 Grad, zum 1. Qualifying auf eine trockene Strecke. Sein Schläppi Tec-Team hatte ihm trotz aller Widrigkeiten ein perfektes Auto hingestellt. Und der Rookie machte das Beste daraus. „In der dritten Runde hatte ich freie Fahrt, kein Mitbewerber stand mir im Weg und ich habe eine absolut perfekte Runde getroffen.“, freut sich Prattes. Mit Startplatz fünf fuhr sich der Rookie damit seinen bisher besten Startplatz ein. Das darauffolgende Rennen war eine harte Bewährungsprobe, denn mit seinem leicht übersteuernden Clio versuchte er seine gute Position zu halten und etliche Angriffe abzuwehren. „Ich wollte an diesem Wochenende in die TOP-Ten fahren, dass ich auf Platz sechs ins Ziel kam hat mich riesig gefreut und natürlich auch ein wenig überrascht.“, grinst der Youngster und fügt noch hinzu: „Echt schade, dass mir das beim zweiten Rennen nicht auch gelungen ist. Aber ohne freie Runde beim Qualifying, kann das eigentlich nicht klappen.“ Zum Verdruss aller bekam Prattes im zweiten Rennen - zusammen mit sechs weiteren Fahrern - dann noch eine 30 Sekunden Zeitstrafe aufgebrummt. Der Grund: Sie waren zu schnell hinter dem Safety Car hergefahren. Mit einem Schmunzeln im Gesicht kommentiert Prattes diese Situation: „Ich weiß eigentlich gar nicht, wie man hinter dem Safety Car zu schnell sein kann? Eigentlich gibt dieses ja das Tempo vor.“ Es wird sich zeigen ob sich sein 17. Platz nach dem Einspruch noch verbessert.

 

Die Freude lässt sich das Motorsporttalent dennoch nicht nehmen: „Das Wochenende war einfach cool! Ein sechster Platz in meinem dritten Rennen, das ist doch unglaublich! Ich hoffe natürlich, dass ich bei meinem nächsten Start in Dijon-Prenois beim Championat de France am 1. und 2. Juli 2017 daran anknüpfen kann.“

 

14.06.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes begibt sich in die Ardennen-Achterbahn

Wörtlich zu nehmen ist dies natürlich nicht, denn bei der Ardennen-Achterbahn handelt es nicht wortwörtlich um eine Achterbahn, sondern um eine Motorsport-Rennstrecke in Belgien, den Circuit de Spa-Francorchamp. Die zahlreichen Kurven und die insgesamt 100 Meter Höhendifferenz, die sich im Streckenverlauf zeigen, führen zu derart hohen Fliehkräften, dass jeder Rennfahrer, der sich das erste Mal auf die 7004 m lange Strecke begibt, das Gefühl hat, in einer Achterbahn unterwegs zu sein. So erging es auch Loris Prattes, der sich am vergangenen Wochenende für das erste Training in seinen Rennwagen setzte, um sich zusammen mit seinem Schäppi Tec-Team auf das zweite Saisonrennen in der Serie des Renault Clio Cups Central Europe vom 10.-11. Juni 2017 vorzubereiten.

 

Der Einstieg in die für ihn neue Serie ist dem Rookie bei der Auftaktveranstaltung in der Motorsport Arena in Oschersleben bereits souverän gelungen: „Bei knapp 40 Fahrern unter die TOP 15 in der Gesamtwertung zu fahren, stimmt mich wirklich zufrieden. Klar gab es die ein oder andere Herausforderung, aber besser machen kann man immer etwas.“ Selbstbewusst und voller Zuversicht stellt sich der Förderpilot des ADAC Pfalz jetzt seiner nächsten Aufgabe – dem Rennen in Spa-Francorchamps. Und hierfür hieß es natürlich erst einmal die Strecke genau kennenzulernen. Die beste Möglichkeit für einen Newcomer ist das Testen am Simulator. „Ich habe mir den Streckenverlauf wirklich gut eingeprägt. Ich bin sooft es ging am Simulator gefahren.“, so Prattes. „Ich wusste ja, dass die Strecke wirklich mächtig ist, dass sie extrem lange Geraden hat und dass es viel Auf und Ab geht, aber die Realität hat mich echt umgehauen!“, berichtet der Youngster absolut überwältigt, als er nach seinem ersten Training aus dem Auto steigt. „Die Fliehkräfte merkst du viel heftiger, als du dir das je vorstellen kannst und auch das bergauf und -ab ist viel stärker zu spüren. Und Eau Rouche ist der absolute Wahnsinn - Nervenkitzel pur! Du siehst nichts, weil es viel höher ist, als du es je vermutest hättest und du krallst dich einfach nur am Lenkrad fest, weil du merkst, dass du das Auto noch stärker im Griff haben musst als normal!“, erzählt er begeistert weiter. Die Strecke zählt zu den absoluten Herausforderungen im Rennkalender des Renault Clio Cups und verlangt von den Fahrern aufgrund der vielen Vollgas-Kurven enorm viel Mut. „Du musst den Bremspunkt absolut exakt treffen, da du aus extrem hoher Geschwindigkeit viel stärker abbremsen musst – in der Busstop-Schikane bremst du z.B. aus 200 km/h auf 60 km/h runter, um dann wieder schnell genug aufs Gas gehen zu können. Die Strecke ist echt der absolute Hammer.“, führt Prattes seine imposanten Eindrücke weiter aus. Als es aber um seine ganz persönliche Zielsetzung für das Rennen auf dieser Ardennen-Achterbahn geht, zeigt sich der Youngster bescheiden und sehr zurückhaltend: „Ich kann im Moment nicht wirklich einschätzen, wo ich stehe. Ich gehe davon aus, dass die Abstände zwischen den Fahrern und Autos deutlich größer sein werden, als beim Auftaktrennen in Oschersleben. Wenn ich mich wieder im Mittelfeld platzieren kann, dann wäre das für mich als Rookie bei meinem ersten Rennen hier in Spa-Francochamps ein voller Erfolg.“

 

Wenn die Ampeln am nächsten Wochenende für Loris Prattes in seinem 220 PS starken Renault Clio R.S. IV auf grün umschalten, kann das Renngeschehen aus Belgien im Live-Stream, aus der Renault-Sports-Seite heraus, live mitverfolgt werden.

 

Text und Foto: Michael Schulz

Generalprobe für Loris Prattes in Oschersleben geglückt

Seit Monaten kann es der 16-jährige Loris Prattes nicht mehr erwarten. Am letzten Wochenende war es dann endlich soweit. 220 PS warteten beim Renault Clio Cup Central Europe in der Magdeburger Börde auf den jungen Pfälzer aus Neuhemsbach. Den Startschuss in die neue Saison absolvierte die Serie im Rahmen der ADAC GT Masters in der Motorsport Arena Oschersleben. Bei kalten, aber sonnigen Wetterbedingungen war der Youngster in erster Linie gespannt, wie es sich denn nun in einem Rennwagen mit 220 PS anfühlt. Wie wird die Startphase sein? Bekommt er das Spiel mit der Rennkupplung hin, oder würgt er gleich zu Beginn der Saison den Motor ab? Viele Eindrücke und neue Erfahrungen galt es erst einmal zu machen und nach Priorität zu sortieren. „Wie hart wird im Clio Cup gefahren? Wie viel Kontakt wird es zwischen den Autos geben? Ich war ganz schön aufgeregt. Aber als es losging und ich in die erste Kurve einbog, war alles klar. Es hat einfach nur riesigen Spaß gemacht“, berichtete der junge Deutsch-Österreicher, der unter deutscher Lizenz an den Start geht.

 

Die ersten Trainingsphasen nach einer langen Winterzeit waren von ausgiebigen Rotphasen geprägt. Testkilometer zu bekommen, um wichtige Daten zu sammeln, war schier unmöglich. Um das auszugleichen, hätte es der Youngster im ersten Zeittraining der Saison ordentlich krachen lassen müssen. Doch auch das Zeittraining verlief für ihn nicht nach Plan. Die Rotphasen schienen sich wie ein roter Faden durch das Wochenende zu schieben. „Ich hatte dadurch keine einzige freie Runde. Jedes Mal, wenn ich die Reifen auf Betriebstemperatur hatte, konnte ich mitten in der Runde wieder abbrechen, auf Zeitenjagd zu gehen“, analysierte der Schüler seine Situation. Und so galt es für den Rookie erst einmal, seinen 14. Platz vom Zeittraining im ersten Rennen gegen seine 22 internationalen Mitbewerber zu verteidigen, um dann aus den Rennsituationen heraus weiter Plätze nach vorne gutzumachen. Doch auch bei Überholmanövern kann so einiges schiefgehen. Es ist ein ständiger Lernprozess, den die jungen Piloten innerhalb kürzester Zeit bewältigen müssen. „Ich habe beim Überholen einen kleinen Fehler gemacht und mich mit meinem Clio dabei um die eigene Achse gedreht“, sodass Prattes einige Mitbewerber an sich vorbeiziehen lassen musste. Doch mit einem 19. Platz in seinem ersten Renault Clio Cup Rennen machte es der sympathische Prattes im zweiten Rennen am Sonntag deutlich besser. Zumindest von der Platzierung her. Denn am Start erwischte er, wie schon im Vorfeld befürchtet, den optimalen Kupplungspunkt nicht perfekt. Doch ein Rennabbruch, gefolgt von einem Neustart, und Prattes war wieder auf Kurs. Von da an wurden die Rundenzeiten immer besser. „Ich hatte im Laufe des Rennens Probleme mit dem Bremsdruck. Da ich von Runde zu Runde immer härter in die Bremse trat, lag der Bremsdruck zu weit hinten. Ich hätte ihn aber viel weiter vorne gebrauchen können“, erklärte Prattes mit einem Lächeln im Gesicht. Trotz aller Widrigkeiten – kein Rennen läuft perfekt – schloss Prattes eine Riesenlücke zu den Vorausfahrenden und beendete sein zweites Rennen auf einem 13. Platz. Als Gesamt-15. geht es für den Förderkandidaten des ADAC Pfalz auf die belgische Ardennen-Achterbahn, nach Spa-Francorchamps.

 

Sein Fazit für das erste Wochenende beschreibt Prattes so: „Ich habe wieder viel gelernt und kann mit der Leistung im zweiten Rennen sehr zufrieden sein. Nachdem ich mich mit dem Ablauf an dem Wochenende vertraut gemacht habe, gehe ich voller Zuversicht in die nächste Aufgabe – Spa-Francorchamps. Dort wird dann der Renault Clio Cup Central Europe vom 10. bis 11. Juni seine Zelte aufschlagen. Loris Prattes wird jedoch schon in den Wochen davor mit seinem Schläppi Race-Tec Team einige Tests auf der Strecke von Spa-Francorchamps absolvieren.

 

Eine ganz große Freude haben dem jungen Pfälzer ein paar Kinder der Mannsfeld-Löbecke-Stiftung gemacht. Die Stiftung, die derzeit 180 traumatisierte und misshandelte Kinder versorgt, wird seit längerem von Loris Prattes tatkräftig unterstützt. Ein paar von Ihnen erhielten an diesem Wochenende von Loris die Einladung, gemeinsam mit ihm und seinem Team einen schönen Tag zu verbringen. Als Dankeschön brachten sie ein selbst gemachtes Fan-Banner mit, auf dem seine Startnummer, sein Team und sein Name zu lesen war. „Es ist auch in Deutschland nicht selbstverständlich, mit einer glücklichen Kindheit auf zu wachsen. Wenn ich es an diesem Tag geschafft habe, ein paar Kinder, einen ganz normalen Tag bereitet zu haben, dann ist das jede Anstrengung wert“, sagte Prattes und fügte hinzu: „Aber auch sie, haben mir sehr viel Unterstützung dafür zurück gegeben. Danke an alle, die sich in der Stiftung so unermüdlich Engagieren“.

 

04.05.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes auf dem Weg zum Motorsport-Abitur

Wenn am kommenden Wochenende der Renault Clio Cup Central Europe im Rahmen der ADAC GT Masters in Oschersleben in die neue Saison startet, wird es für einen Fahrer ernst. Der 17-jährige Loris Prattes aus dem rheinland-pfälzischen Neuhemsbach beendete erst Ende 2015 seine Kartsportkarriere und wechselte in der letzten Saison in den Dacia Logan Cup. „Der Umstieg war alles andere als einfach. Plötzlich sitzt du nicht mehr in der Mitte des Fahrzeugs, musst kuppeln und ständig in die Spiegel schauen“, erklärt Prattes den Unterschied zum Kart. Dabei stapelt der sympathische Schüler tief. Stellte er seinen 90 PS starken Dacia Logan doch zum Ende der Saison auf der Vizemeister-Position ab. Doch 2017 sieht es für den erfolgsverwöhnten Youngster ein weiteres Mal schwierig aus. Gerade die Grundschule des Motorsports beendet, steigt Prattes in einen mit 220 PS Leistung ausgestatteten Renault Clio. Mit einem Gewicht von nur 1.080 Kg beschleunigt der Zwerg mit seinen sechs Gängen per Schaltwippe auf 220 km/h. Stellt man sich nun vor, dass am Sonntag vom Start weg 40 Fahrzeuge aus elf Nationen auf die erste Linkskurve der Motorsport Arena in Oschersleben zurasen, bekommt man einen kleinen Einblick auf Prattes bevorstehende Aufgaben.

 

„Ich konnte Oschersleben ja schon ausgiebig im Dacia Logan Cup kennenlernen. Über Kurvenkombinationen mache ich mir weniger Sorgen. Schwierig stelle ich es mir vor, in jeder Runde den perfekten Bremspunkt zu finden, ist der Clio doch deutlich schneller und kommt daher mit einer höheren Geschwindigkeit auf den Bremspunkt zu. Von daher wäre ich schon glücklich, wenn ich mich im Grenzbereich nicht drehe“, sagte der Pfälzer lächelnd. Dieses Kräftemessen dürfte in dieser Saison stärker denn je sein. Viele routinierte Fahrer, die in der letzten Saison teilweise noch in der Liga der Sportwagen, der ADAC GT Masters unterwegs waren, werden ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen, um es dem Rookie so schwer wie möglich zu machen. Und da wären wir bereits bei seiner Zielsetzung für das Jahr 2017. In seiner Debütsaison möchte der Schüler der integrierten Gesamtschule in Enkenbach-Alsenborn den Rookie-Meistertitel an sich reißen, ein Titel, dessen Stellenwert gleich nach dem des Gesamtplatzierten ist. „Der Rookie-Titel und ein Platz in der Top Ten, das wärʼs“, schwärmt der sympathische Prattes.

 

Das mit seiner Zielsetzung für 2017 keine leichte Aufgabe auf den jungen Piloten wartet, ist auch ihm klar. „Ich habe mein Trainings- und Fitnessprogramm erheblich gesteigert. Im Kartsport habe ich mich noch auf ein reines Konditionstraining konzentriert. Das reicht jetzt nicht mehr. Muskelaufbau und eine noch bessere Gesamtfitness stehen drei bis vier Mal in der Woche auf meinem Stundenplan“, berichtet Prattes. Doch wie sieht es mit der Freizeit aus? Bleibt ihm bei dem ganzen Training überhaupt noch Freizeit? „Für mich ist das Fitnesstraining meine Freizeit. Ich mache das nicht, weil ich muss. Mir macht es unheimlich viel Spaß. Ich freue mich auf jede Trainingseinheit“, schwärmt Prattes und fügt hinzu: „und wenn ich abschalten möchte, gehe ich raus in den Garten und mache dort Gartenarbeit. Wunderbar zum Nachdenken, Runterkommen und Entspannen.“

 

Der Renault Clio Cup Central Europe Saisonstart findet vom 28.04. bis 30.04.2017 in der Magdeburger Börde, der Motorsport Arena Oschersleben, statt. Anschließend reist der Motorsport-Tross weiter ins Belgische Spa-Francorchamps. Weitere Stationen werden unter anderem das französische Dijon-Prenois sowie Zandvoort sein, das in der malerischen Dünenlandschaft der holländischen Nordseeküste liegt.

 

27.04.2017 - Text und Foto: Michael Schulz

Letzte Aktualisierung: 14.08.2017

 

- Kartslalom Meisterschaftsstand