Loris Prattes - Berichte 2018

Loris Prattes will am Hockenheimring noch einmal alles geben

Am nächsten Wochenende geht es für den 17-jährigen Neuhemsbacher Loris Prattes um viel. Nur er weiß, wieviel er am letzten Wochenende hat liegen lassen und wie sehr er hinter seinen Möglichkeiten blieb. Und genau das wurmt den Youngster. „Das muss ich am Wochenende unbedingt besser machen“. In dieser Saison ist es seine letzte Chance, sich mit einem Top-Ergebnis aus der ADAC-TCR-Germany-Saison 2018 in die Winterpause zu verabschieden. Die ADAC TCR Germany startet auf dem baden-württembergischen Hockenheimring in ihr siebtes und letztes Rennwochenende der Saison 2018.

 

Nun, wer den jungen Pfälzer kennt, der weiß, dass er zu den positiv denkenden Menschen zählt. „Es ist ja am Sachsenring nicht so gewesen, dass ich alles falsch gemacht habe. Ich habe ja nur im letzten Rennen am Start die falsche Linie gewählt. Ich habe keine Ahnung, wie viele Entscheidungen ein Pilot in der ersten Runde treffen muss. Richtig treffen muss. Doch es sind so viele, dass eine einzige Fehlentscheidung zum Aus führen kann. Und all die vielen richtigen davor nicht wahr genommen werden. Weil sie halt nur zum Weiterfahren, nicht jedoch zum Ausscheiden geführt haben. Ich werde bei meinem Heimrennen am Hockenheimring konzentriert und hoch motiviert wieder alles geben. Den Ausgang des Wochenendes werden wir dann sehen“, erklärte der Neuhemsbacher.

 

Nach wie vor steht jedoch sein selbst gestecktes Ziel in seinem Fokus. Die Vorgabe: In jedem ersten Zeittraining am Samstag sich unter den besten zwölf Piloten einzureihen, um im anschließenden zweiten Zeittraining um die Pole-Position mitkämpfen zu können. Ein kleiner Rückblick verriet, dass es dem Schüler in dieser Saison in den meisten Zeittrainings bereits gelang. „Immer wenn es um nichts geht, also in den freien Trainings, erwische ich eine freie Runde, habe also keinen Mitbewerber im Weg rumstehen, kann den Leistungs-Peak der Reifen auf den Punkt genau umsetzen und lande regelmäßig unter den besten Fahrern. Das ist mir in den Zeittrainings noch nicht so überzeugend gelungen. Daran muss ich unbedingt arbeiten, da das Zeittraining bei einer so hohen Leistungsdichte immer wieder der Schlüssel des Wochenendes ist“, sagte Loris Prattes.

 

Und so wird das Saison-Highlight mit Spannung erwartet. Wird der Neuhemsbacher sein selbst gestecktes Ziel erreichen und seine Performance auf dem Hockenheimring abrufen können? „In vielen Gesprächen mit meinem Teamchef und Ingenieur Ronny Jost (TOPCAR Sport) ist mir sehr deutlich bewusst geworden: Ein Wochenende besteht aus mehr als einer schnellen Runde. Ich muss den Kopf freibekommen. Mich nicht über etwas ärgern und damit ins Auto einsteigen. Den Fokus auf das absolut Wichtige zu setzen und nicht zu verlieren, wird eine große Herausforderung. Aber die mag ich ja am Motorsport“, analysiert Loris Prattes die Situation.

 

Die ADAC TCR Germany startet vom 21. bis 23. September in ihr finales Wochenende der Saison 2018 im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters. Motorsportbegeisterte Fans können die Rennen auf dem baden-württembergischen Hockenheimring vor Ort, über den deutschen Sender Sport 1 als auch im Internet auf sport1.de live verfolgen. Loris Prattes erstes freies Training beginnt bereits am Freitagvormittag um neun Uhr. „Ich würde mich freuen, wenn viele Zuschauer zum Hockenheimring kommen würden, um mich und mein TOPCAR-Sport-Team zu unterstützen.

 

18.09.2018 - Text: Michael Schulz / Foto: kartnet - Michael Schulz

Loris Prattes: „Es gibt nur einen, der mich schlagen kann“

Zugegeben, die Headline ist ein klein wenig provozierend. Doch war es der Neuhemsbacher selbst, der sich am letzten Wochenende vom 7. bis 9. September beim vorletzten Rennen der ADAC TCR Germany auf dem Sachsenring schlug. Dennoch ist diese ehrliche Einschätzung für ihn und seine Motorsport-Karriere von großer

Bedeutung. Loris Prattes hat es in dieser Saison alles andere als einfach. Der 17-Jährige verlor einen großen Partner und Unterstützer, so dass seine Teilnahme von Rennen zu Rennen auf der Kippe steht. Dazu sein Teamchef Ronny Jost von TOPCAR Sport: „Ich denke, wir müssen in Zukunft diese kleinen Fehler ausmerzen. Das Auto funktioniert, das haben wir gezeigt. Loris kann schnell fahren, das hat er auch gezeigt. Jetzt muss das Ganze nur noch fehlerlos passieren und vielleicht mit der nötigen Ruhe“.

 

Noch nie zuvor fuhr der 17-Jährige auf demschwersten Rundkurs in der Serie der ADAC TCR Germany - dem Sachsenring. Selbst erfahrene Piloten müssen immer wieder feststellen, dass es die sächsische Achterbahn in sich hat. Der Einstieg ins Wochenende am Freitagvormittag begann mit einem Dämpfer - Platz 22 war das Resultat. Doch immer besser verstand der Schüler die Strecke und katapultierte sich im zweiten freien Training am Nachmittag auf Platz drei vor. „Da wusste ich selber nicht, was ich da angestellt habe. Auf einmal passte alles und ich haute eine Top-Rundenzeit raus“, sagte er voller Freude.

 

Das von ihm und seinem Team selbst gesteckte Ziel, in dieser Saison in jedem Zeittraining unter den besten zwölf zu sein, damit sie in dem alles entscheidenden zweiten Zeittraining mit um die Pole Position kämpfen können, erreichte Loris Prattes mit seinem Seat Cupra mit der Startnummer 60 nur knapp. Und auch in dem zweiten Zeittraining kam der Rheinland-Pfälzer nicht über einen zwölften Platz hinaus. „Im ersten Zeittraining fand ich meine Leistung recht gut. Im zweiten habe ich unsere Strategie nicht perfekt umsetzen können. Mit Platz zwölf keine einfache, jedoch nicht ganz aussichtslose Ausgangssituation für die Rennen“, analysierte Loris Prattes die beiden Zeittrainings.

 

Den Start am Samstag hatte Loris Prattes, wie er selber sagte, „regelrecht versemmelt“. Konnte sich jedoch im Rennverlauf Platz für Platz nach vorne kämpfen und landete am Ende auf Platz elf. „Am Anfang des Rennens habe ich leider zu lange gebraucht, um an einem Kontrahenten vorbeizukommen“, kommentierte der Pfälzer sein erstes Rennen.

 

Trotz eines diesmal sehr gelungenen Startes, bei dem Prattes einen Platz gutmachte, ging es in der ersten Kurve so turbulent zur Sache, dass er, um eine Kollision zu vermeiden, wertvolle Plätze verlor. „Diese Plätze wollte ich mir unbedingt wieder zurückholen. Ich wusste, dass ich jetzt eine Aufholjagd starten musste, wenn ich das Wochenende noch versöhnlich beenden wollte. Das Fahrzeug vor mir kam schlecht aus der Kurve heraus. Ich wollte es außen überholen. Im Nachhinein weiß ich, dass das eine schlechte Entscheidung war. Denn außen lag Dreck und ich musste durch das Kiesbett. Im Nachhinein hätte ich zurückziehen müssen. Mit etwas mehr Geduld abwarten sollen“, erklärt Loris Prattes die Situation. Doch auch wenn er dadurch bis auf Platz 19 zurückfiel, kämpfte er sich wieder bis auf Platz 16 vor.

 

Sein Debüt am Sachsenring kommentierte der 17-Jährige so: „Der Sachsenring ist mit Abstand die schwierigste Strecke im Rennkalender der ADAC TCR Germany. Er verlangt von einem Piloten absolute Geduld. Nur wenn du verstanden hast, diese Geduld aufzubringen, bist du in der Lage, schnell zu sein und schonst dabei deine Reifen. Gerade das macht für mich seinen Reiz aus. Ich bin mir auch ziemlich sicher, würde ich morgen ein weiteres Rennen auf dem Sachsenring bestreiten, kämen auf mich weitere, neue Erfahrungen zu“.

 

Nun gilt es für Loris Prattes und sein Schweizer Team, den Fokus auf das große Finale in zwei Wochen auf dem Hockenheimring zu richten. Denn in der ADAC TCR Germany Honda Rookie Challenge würde er gerne noch einen Platz gut machen. Loris Prattes belegt aktuell den fünften Platz.

 

11.09.2018 - Text: kartpress - Michael Schulz / Foto: kartnet - Michael Schulz

Pfeilschnell - jedoch ohne das Quäntchen Glück

Für den 17-jährigen Loris Prattes war es nach zweieinhalb Monaten das erste Mal wieder, dass er am vergangenen Wochenende vom 17. bis 19. August hinter dem Lenkrad seines Seat Cupra Platz nehmen durfte.

 

Die ADAC TCR Germany absolvierte im niederländischen Zandvoort ihr fünftes der insgesamt sieben Rennwochenenden. „Zandvoort ist eine der besten Strecken im ADAC-Kalender. Sie hat alles, was eine gute Rennstrecke braucht. Vor allem aber hat sie viel Charme. Inmitten der Dünen, inmitten der Urlauber Rennen zu fahren, ist schon etwas ganz Besonderes. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass wir bereits beim Einstieg in das Wochenende am Freitag brutal schnell waren. So schnell, wie noch nie in dieser Saison“, schwärmt der Neuhemsbacher.

 

Mit seinem Topcar-Sport-Team um Teamchef Ronny Jost war das Ziel recht einfach gesteckt. „Loris sollte sich auf das Zeittraining konzentrieren, damit wir das Auto für die Rennen am Samstag und Sonntag so weit wie möglich vorne in der Startaufstellung abstellen können“.

 

Nachdem Loris Prattes vor ein paar Wochen ein wichtiger Partner abgesprungen war, reichte das Budget des Youngsters gerade einmal für die Teilnahme. Wichtige Tests und Trainings in Zandvoort musste er sich leider sparen. Umso beachtlicher ist seine Leistung zu beurteilen. Bereits in den freien Trainings am Freitag machte der Topcar-Sport-Pilot mit Platz zwei deutlich, dass er zu den Schnellsten gehört. „Wenn du das erste Mal in Zandvoort mit einem schnellen Auto unterwegs bist, musst du ganz schnell beweisen, dass du es drauf hast. Hier gibt es einige Kurven, die es in sich haben. Dass Loris das Auto auf Platz sieben im Zeittraining abgestellt hat, damit bin ich top zufrieden“, so Teamchef Jost.

 

Doch nur alleine schnell zu sein, reicht nicht. Das Quäntchen Glück muss ebenfalls Bescheid wissen. Und so kam das Aus für den Förderpiloten des ADAC Pfalz startende Prattes bereits in der ersten Runde des Samstagrennens. Die Antriebswelle seines Seat Cupra quittierte nach einem Verbremser ihren Dienst. „Es ist allgemein bekannt, dass die Antriebswellen bei einem Verbremsen und gleichzeitigem Einlenken, gerne einmal kaputt gehen. Diesmal hat es leider Loris getroffen“, erklärte Ronny Jost.

 

Die Startaufstellung für Sonntagvormittag sah dann vor, dass der Seat Cupra von Loris Prattes mit der Startnummer 60 das Rennen von Platz vier in Angriff nahm. Eine Ausgangssituation, die Hoffnung auf einen Podestplatz macht. Von daher ist die Frage berechtigt: Hielten die Nerven des Youngsters am Start? „Dass ich einen Frühstart gemacht habe, somit eine Durchfahrtsstrafe bekommen habe, war ganz allein mein Fehler. Ein so blöder Fehler, der darf eigentlich nicht passieren. Ich ärgere mich total darüber. Das hat mir das gesamte Rennen kaputtgemacht.“

 

Dazu sagte sein Teamchef abschließend: „Eigentlich hat alles gepasst, um ganz vorne mit zu fahren. Das Auto lag perfekt, Loris war sehr schnell, doch leider hat uns der Frühstart und die daraus resultierende Durchfahrtsstrafe ganz nach hinten ans Ende des Feldes gespült. Dass Loris dann noch eine riesige Lücke zugefahren hat und bis auf Platz 18 vorgefahren ist, ist unter diesen Umständen eine beachtliche Leistung“.

 

Für sein nächstes Rennen auf dem Sachsenring, das vom 7. bis 9. September im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters ausgetragen wird, ist die Situation für den Pfälzer ähnlich. Wieder geht es auf eine Achterbahn, wieder wird der TCR-Pilot aufgrund fehlenden Budgets im Vorfeld nicht trainieren und testen können. „Leider kenne ich den Sachsenring nicht. Ich bin dort noch nie gefahren und werde voraussichtlich nur zwei freie Trainings zu je 30 Minuten absolvieren können. Ich werde mich so schnell wie möglich an die Strecke gewöhnen müssen um bereits im zweiten freien Training zu schauen, was überhaupt möglich ist. Immerhin hat die gesamte Saison gezeigt, dass ich mit den Schnellsten mithalten kann. Der Unterschied besteht für mich darin, dass es mir aus finanziellen Gründen einfach nicht möglich ist, so viele Testtage zu absolvieren wie einige andere meiner Mitstreiter“, so seine Analyse.

 

22.08.2018 - Text: kartpress - Michael Schulz / Foto: kartnet - Michael Schulz

Loris Prattes freut sich auf den Dünenkurs von Zandvoort

Auch wenn der sympathische Neuhemsbacher nicht zum ersten Mal an den niederländischen Dünenkurs von Zandvoort fährt, so freut er sich umso mehr, endlich wieder in seinen Seat TCR einsteigen zu dürfen. „Leider ist mir in den letzten Wochen ein Partner abgesprungen, so dass ich am Nürburgring aus finanziellen Gründen nicht an den Start gehen konnte“, sagte der 17-jährige Loris Prattes.

 

Es steht im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters der fünfte der insgesamt sieben Läufe der ADAC TCR Germany auf der Agenda des Rheinland-Pfälzers. Austragungsort ist der direkt an der Nordsee liegende Dünenkurs von Zandvoort. Loris Prattes, der dort sein Debüt im letzten Jahr feierte, sagte: „Letztes Jahr - das war nicht einfach. Ich erinnere mich noch sehr gut. Ich war mit meinem damaligen Team ein paar Tage vor dem offiziellen Wochenende angereist und verlor bei Tempo 160 km/h die Kontrolle über meinen damaligen Renault Clio. Der Einschlag war sehr heftig. Dennoch habe ich Zandvoort lieben und schätzen gelernt. Ich fahre dort sehr gerne und freue mich schon wahnsinnig auf die bevorstehenden Aufgaben“.

 

In diesem Jahr ist der Schüler mit seinem Schweizer Topcar-Sport-Team auf einem Seat-Cupra-TCR-Boliden mit 350 PS unterwegs. Bereits beim Saisonauftakt in Oschersleben zeigte Loris Prattes deutlich, dass man mit ihm rechnen muss. Diesen Trend setzte er bei den darauffolgenden Rennwochenenden im tschechischen Most und auf dem österreichischen Red Bull Ring fort. Und auch wenn er mit dem Nürburgring auf weitere wichtige Meisterschaftspunkte verzichten musste, so befindet der Youngster sich auf einer stetigen Lernkurve. „Es ist wirklich unglaublich, doch im Gegensatz zu dem Clio im letzten Jahr spüre ich das TCR-Auto viel deutlicher. Der Grenzbereich, das Arbeiten der Reifen, das macht einfach unglaublich viel Spaß. Nach jedem Rennwochenende habe ich wieder unglaublich viel gelernt“, so Loris Prattes.

 

Dabei hat es der Neuhemsbacher nicht einfach. Aufgrund der enormen Kosten, die so eine ADAC-TCR-Germany-Saison verschlingt, kann der 17-Jährige mit seinem Team nicht so oft trainieren und testen gehen, wie er gerne möchte. „Ich weiß, was meine Eltern für finanzielle Anstrengungen auf sich nehmen. Ich würde es auch klasse finden, wenn sich mehr Firmen in dem Bereich engagieren würden, um den Nachwuchs im Motorsport zu fördern. Doch egal, wie schwer der Weg an dieser Stelle auch ist, ich muss ein dickes Dankeschön an meine Mama sagen: Danke Mama, dass du so für mich kämpfst“, sagte uns Loris Prattes sichtlich gerührt.

 

Die ADAC TCR Germany wird vom 17. bis 19. August wieder im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters ausgetragen. Diesmal auf dem niederländischen Dünenkurs von Zandvoort. Die Rennen werden wieder in gewohnter Qualität auf dem deutschen Sender Sport 1 als auch im Internet auf sport1.de live zu verfolgen sein. Loris Prattes erstes freies Training beginnt am Freitagmittag um 12.20 Uhr.

 

13.08.2018 - Text: kartpress - Michael Schulz / Foto: kartnet - Michael Schulz

Heimrennen ist nicht gleich Heimrennen

Es war am vergangenen Wochenende alles andere als einfach für den sympathischen Loris Prattes aus Neuhemsbach. Wollte er doch den angereisten Steirer Fans im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters ein Rennen zeigen, das ganz nach seinem Geschmack verläuft. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt - doch dazu später mehr.

 

Die ADAC TCR Germany gastierte für ihren dritten Lauf der Saison 2018 auf dem Red Bull Ring. Für den im pfälzischen Neuhemsbach lebenden 17-jährigen Rookie die Gelegenheit, einen Großteil seiner Familie väterlicherseits zu einem tollen Motorsport-Wochenende nach Spielberg einzuladen. Tolle Rennen, die für eine gute Ausgangssituation in der Meisterschaft sorgen sollten, plante der Schüler im Vorfeld für sein Heimrennen ein.

 

Bereits die ersten beiden freien Trainings verliefen jedoch nicht nach seinem Geschmack. Über einen 16. und 12. Platz hinaus ging es für den weiß-roten Seat Cupra TCR mit der Startnummer 60 nicht. „Ich bin mir nicht sicher, woran es gelegen hat. Am Donnerstag konnten wir testen und die Zeiten sahen deutlich besser aus. Dabei fühlte ich mich eigentlich wohl. Der Seat lag von Anfang an gut auf dem Asphalt, doch die Zeit wollte einfach nicht purzeln“, sagte der Youngster. Das bekamen auch die eigens mit einem Reisebus angereisten Fans zu sehen, die auf den Tribünen und im Fahrerlager mit Fahnen und einem großen Fan-Banner für mächtig Unterstützung sorgten. „Soviel Aufmerksamkeit für mich machte mich schon ein bisschen verlegen. Ich bin doch nur ein Rookie. Aber für die Seele tat das sehr gut zu sehen, dass so viele Menschen an mich glauben“, sagte Loris Prattes sichtlich gerührt.

 

Das Zeittraining am späten Freitagnachmittag setzte sein kleines Tief fort. Nur die besten zwölf Fahrzeuge des Zeittrainings nehmen im Anschluss an einem zweiten Zeittraining teil. Ähnlich der Formel eins, wird dann im zweiten Zeittraining die tatsächliche Startaufstellung für das ersten Rennen ausgefahren. „Ich habe es einfach nicht hinbekommen den Peak meiner neuen Reifen optimal zu nutzen. Somit musste ich mich mit Platz 16 zufriedengeben. Eine Position, die überhaupt nicht nach meinem Geschmack war“, berichtete Loris Prattes.

 

In den beiden Rennen kam es dann für den 17-Jährigen ganz bitter. Bereits in der ersten Runde des ersten Rennens passierte das, was er an diesem Wochenende überhaupt nicht erleben wollte. Dazu sagte Loris: „Gerade an diesem Wochenende habe ich meinen Fokus ganz besonders hochgehalten und bereits im Zeittraining versucht, alles aus dem Auto herauszuholen. Auch der Start in das erste Rennen gelang mir sehr gut. Ich konnte in nur zwei Kurven bis auf Platz zwölf vorfahren, doch leider bekam ich in der dritten Kurve von einem Mitbewerber einen Schlag auf mein Heck, so dass ich in ein weiteres Fahrzeug abgedrängt wurde. Mein Seat war vorerst stark beschädigt. Vielen Dank an mein Team TOPCAR Sport um Teamchef Ronny Jost, die einen super Job gemacht haben und mir den Seat für das zweite Rennen wieder aufgebaut haben“.

 

Im zweiten Rennen lief es dann deutlich besser für den Youngster mit Steirer Wurzeln. „Der Start ist mir noch besser gelungen als der erste. Ich konnte gut mithalten und zu den ersten Überholungen ansetzen, als ich plötzlich mit meinen Bremsen Probleme bekam. Ich konnte keinen Bremsdruck aufbauen. Dadurch war es mir nicht möglich, die Geschwindigkeit und den Druck auf meine Mitbewerber aufrecht zu erhalten. Ich konnte nicht mehr angreifen oder anders gesagt: Ich konnte nur noch mitfahren“, sagte der Rookie, der damit in der Meisterschaft wichtige Punkte in der Steiermark liegen gelassen hat. Er fügt hinzu: „Es ärgert mich schon, dass ich ausgerechnet in meinem Heimrennen nicht das zeigen konnte, was wirklich in mir steckt. Doch als Rennfahrer habe ich gelernt, auch mit diesen Ereignissen umzugehen. Von daher: abhaken und nach vorne schauen“.

 

Für das nächste Rennen bleibt Loris Prattes und seinem Team TOPCAR Sport ein wenig Zeit, das vergangene Rennwochenende Revue passieren zu lassen. Nächster Stopp ist dann vom 3. bis 5. August der Nürburgring in der Eifel.

 

14.06.2018 - Text: kartpress - Michael Schulz / Foto: kartnet - Michael Schulz

 Loris Prattes will es am Red Bull Ring wissen

Wenn am kommenden Wochenende die ADAC TCR Germany zu ihrem dritten der insgesamt sieben Rennwochenenden die Teilnehmer auf den Red Bull Ring einlädt, dann will es der erst 17-jährige Loris Prattes wissen. Denn der in Neuhemsbach lebende Schüler startet in sein aufregendstes Rennwochenende der Saison.

 

„Für mich sind in dieser Saison alle Rennen spannend und aufregend zugleich. Doch der Red Bull Ring ist etwas ganz Besonderes“, so der Youngster. Kein Wunder, hat er doch aufgrund seiner doppelten Staatsbürgerschaft eines seiner beiden Heimrennen vor sich. Loris Prattes, der zwar in Deutschland in Rheinland Pfalz geboren ist, ist mit der Steiermark stark verwurzelt. Sein Vater Karl Prattes ist in Deutschlandsberg bei Graz geboren. „Inzwischen hat sich die ganze Familie, viele Freunde und Angehörige sowie die halbe Weststeiermark bereits angekündigt, mich am Red Bull Ring zu unterstützen.

 

Loris Prattes, der mit seinen 17-Jahren noch eine recht kurze Automobil-Motorsport-Vita vorzuweisen hat, ist erst in dieser Saison in die ADAC TCR Germany gewechselt. Dennoch hat er sich als Rookie in der hart umkämpften Serie einiges vorgenommen. Gemeinsam mit seinem Schweizer Topcar-Team um Teamchef Ronny Jost will er in den vorderen Rängen mitmischen. „Loris hat ein wahnsinniges Potential. Das haben wir in einigen Tests zum Jahreswechsel sofort erkannt. Es ist unserer Meinung nach nur konsequent, in sein Talent zu investieren. Er genießt unser vollstes Vertrauen“, so Teamchef Ronny Jost.

 

Dass dieses in Loris Prattes gesetzte Vertrauen bisher noch keine Früchte nach dem Geschmack des 17-Jährigen trug, lag jedoch nicht an ihrem Schützling. Im Gegenteil:In allen freien Trainings und auch den beiden Zeittrainings der ersten beiden Rennwochenenden in Oschersleben und Most tauchte der weiß-rote Seat-Pilot mit der Startnummer 60 immer wieder auf einem der vordersten Plätzen auf. Auch den ersten Platz auf der Anzeigetafel konnte der Topcar-Pilot bereits für sich verbuchen.

 

Dass ein größerer Erfolg noch auf sich warten lässt, lag nach Aussage von Loris Prattes daran: „Wenn man ganz vorne mitfährt, herrscht dort ein wahnsinniger Druck. Da bleibt einem nicht einmal eine Zehntelsekunde Zeit durchzuatmen. Nicht einmal auf der Geraden“, lacht Prattes und führt fort: „Wenn an der Spitze nur einer einen kleinen Fehler macht, ist das wie mit Domino Steinen. Er verhindert auch dir eine gute Platzierung im Rennen. Und wenn du bekanntlich kein Glück hast, kommt auch noch Pech hinzu, wie mein Bremsausfall in Most“. Dennoch weiß der Pfälzer um seine Chance: „Ich werde auch in den kommenden Rennen fokussiert an die anstehenden Aufgaben herangehen. Mit ein bisschen Geduld wird der Erfolg sich dann schon einstellen“.

 

Dass ihm dies bereits vom 8. bis 10. Juni auf dem Red Bull Ring in der Steiermark glücken soll, kommentiert der Rookie salopp: „Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich mag den Red Bull Ring. Gerade die Auf- und Ab-Passagen, gepaart mit einem interessanten Mix an schnellen Vollgaskurven und den langsamen Kurven, machen diese Strecke so einmalig. Und die Tatsache, dass auch die Formel 1 auf dem Steiermark-Kurs fährt, macht es gleich umso spannender“.

 

04.06.2018 - Text: kartpress - Michael Schulz - Foto: kartnet - Michael Schulz

Loris Prattes - „Da hätte ich mehr draus machen müssen“

 

Die TCR Germany feierte zusammen mit der ADAC GT Masters am vergangenen Wochenende (27. bis 29. April) ihre Premiere im tschechischen Most. Der 4.212 Meter lange Motodrom bot bei fantastischem Sommerwetter allen Beteiligten ein spannendes Motorsportwochenende. Mitten unter ihnen der Neuhemsbacher Loris Prattes, der mit seinem Schweizer Topcar-Team in dieser Saison einen Seat Cupra mit 400-PS einsetzt.

 

„Ich liebe meinen Seat. Er fährt sich absolut fantastisch. Auch wenn die schnellen Kurven in Most schon eine Herausforderung an meinen Mut darstellen. Zu keinem Zeitpunkt fühlt sich das für mich unsicher an. Ein klasse Auto, was mir mein Team dahingestellt hat“, berichtet Loris Prattes begeistert. Dabei begann das Wochenende am Donnerstagmorgen alles andere als gut für ihn. „Bereits in der ersten Trainingssession hörte sich mein Getriebe irgendwie komisch an. Also brach ich ab und ließ mal meine Mechaniker nachschauen“, so der 17-Jährige. Keine schlechte Idee. Stellte sich doch recht schnell heraus, dass der berühmte Zahn im Getriebe der Grund für die Geräusche war. Es musste komplett getauscht werden. „Das war leider sehr schade. Damit konnten wir am Donnerstag im freien Training leider nichts probieren. Loris hat ein wenig Erfahrung mit dem Autodrom, wir jedoch leider keine“, sagte Teamchef Ronny Jost am Donnerstagabend. Und so blieb dem sympathischen Pfälzer nichts anderes übrig als den Trainingsrückstand am Freitag zu kompensieren.

 

Mit Platz 18 und elf in den beiden freien Trainings ließ sich eine Tendenz bereits abzeichnen, dennoch war der Schüler nicht von seinen Leistungen überzeugt: „Most darf man nicht unterschätzen. Die Strecke sieht auf dem Blatt Papier so einfach aus, dies stellt sich aber aufgrund der höheren Geschwindigkeiten im TCR-Auto als falsch heraus. Diese Mischung in den unterschiedlichen Kurven, die einen großen Vollgasanteil haben, macht Most so tricky“, erklärt der Youngster. So spiegelte sich der Trainingsrückstand auch in den Ergebnissen im Zeittraining wieder. Die sechste Startreihe - Platz elf hieß die Ausgangssituation für die Rennen. Der Förderkandidat der ADAC Pfalz legte bereits beim Start am Samstagvormittag die Marschrichtung fest. Es sollte weiter vorwärts für ihn und sein Team gehen. „Der Start ist mir richtig gut gelungen. Doch auch wenn ich in der Startphase etwas Gas rausnehmen musste, weil mir zwei Mitbewerber den Weg blockierten, ging es Schritt für Schritt nach vorne. Das hat zwar viel Spaß gemacht und das Auto fühlte sich richtig gut an, doch glaube ich, dass in uns mehr steckt als Platz neun“, berichtete Prattes.

 

Wie sehr sich Erfahrung durch Training, ständiges Testen, Probieren und Lernen auswirken, sollte der Youngster am Sonntagvormittag erfahren. Von elf gestartet, innerhalb weniger Runden bis auf Platz sechs vorgefahren, versagte seine Bremse durch Überhitzung. Sichtlich enttäuscht berichtet der Topcar-Pilot: „Jetzt weiß ich, dass ich etwas übertrieben habe. Zuerst überhitzte meine Bremse und fiel dann komplett aus. So hatte ich mir das Wochenende nicht vorgenommen“. Eine weitere wichtige Erfahrung in seiner jungen Motorsport-Vita. „Wenn man bedenkt, dass uns 90 Prozent vom Testtag am Donnerstag gefehlt hat, kann ich nur sagen, dass Loris einen tollen Job gemacht hat. Die Erfahrungen, die uns hier in Most fehlen, haben wir versucht, durch harte Arbeit in den freien Trainings am Freitag wettzumachen“, sagte sein Teamchef Ronny Jost.

 

Nach einer kleinen Pause geht es für den Neuhemsbacher, dessen familiäre Wurzeln in der Steiermark liegen, zum Red Bull Ring. Dort wird die ADAC TCR Germany vom 08. bis 10.06. zu Gast in der Steiermark sein. „Der Red Bull Ring ist für mich immer wieder eine tolle Gelegenheit, meine ganze Familie zu Gast beim Rennen zu haben. Sie werden mich dort tatkräftig unterstützen. Ich freue mich schon sehr auf dieses Highlight“.

 

02.05.2018 - Text: kartpress - Michael Schulz - Foto: kartnet - Michael Schulz

Loris Prattes möchte in Most glänzen

Wenn am kommenden Wochenende der zweite Lauf der ADAC TCR Germany im tschechischen Most startet, hat einer noch eine Rechnung offen, denn der Neuhemsbacher Loris Prattes wurde nur wenige Tage zuvor beim Saisonauftakt von Oschersleben um seinen verdienten Erfolg gebracht. „Das fühlt sich auch Tage danach nicht gut an. Das ganze Wochenende zählte ich zu den Schnellsten. Teilweise war ich sogar der Schnellste. Mein Topcar-Team hat einen fantastischen Job gemacht und mir meinen Seat so genial vorbereitet. Er flog nur so durch die Kurven. Im zweiten Rennen am Sonntag dann wurde ich durch Umstände gestoppt, für die ich nichts konnte“, berichtete der 17-Jährige frustriert.

 

Doch nun wartet bereits die zweite Herausforderung des Jahres. „Most ist eine tolle Rennstrecke. Ich mag sie. Schon letztes Jahr war ich dort als Rookie im Renault Clio Cup sehr schnell. Ich freue mich und bin, was den Ausgang der Rennen angeht, sehr optimistisch, zumal ich den TCR-Boliden deutlich besser fühle als den Clio“, so der 17-Jährige. Doch wir wollten vom sympathischen Rheinland-Pfälzer noch genauer wissen, was es damit auf sich hat. „Nun, ich bin selbst etwas irritiert. Der Clio war deutlich einfacher gestrickt. Er hatte keinen nennenswerten Downforce, also keinen großen Einfluss auf aerodynamische Effekte, die den kleinen Franzosen besser an den Asphalt pressen, um schneller durch eine Kurve fahren zu können. Außerdem hatte er mit 220 PS nicht wahnsinnig viel Power. Das sieht im TCR-Seat komplett anders aus. Das Fahrzeug ist deutlich komplizierter und schon viel näher an der GT-3-Fahrzeugklasse dran. Also bis auf die Power. Denn mit rund 350 PS im Seat haben wir in der TCR Germany natürlich nicht die rund 600 PS des GT Masters unter der Haube. Doch all dies fühlt sich für mich deutlicher an. Ich fühle seinen Grenzbereich sehr stark, was mich anfangs erst einmal gewundert hat. Inzwischen finde ich das einfach nur klasse. Der Umstieg war für mich ein großer Sprung, den ich in dieser Saison mit einem tollen Ergebnis krönen möchte“.

 

Für den Schüler liegt der Fokus nun auf dem tschechischen Autodrom in Most. Der 4.148 Meter lange böhmische Rundkurs bietet seit 1983 den Teams und Piloten 10 Rechts- und 18 Linkskurven. Auch für das bevorstehende Wochenende hat sich Loris Prattes wieder viel vorgenommen. „Nachdem die ersten Tests wie auch der erste Lauf der Saison in Oschersleben für mich sehr vielversprechend verlaufen sind, möchte ich mich durch gewünschte Platzierungen nicht unnötig unter Druck setzen. Aber einen der vorderen Plätze in der Rookie-Wertung sollte schon drin sein“, fügte er mit einem Lächeln hinzu. Das sieht auch sein Teamchef und Ingenieur Ronny Jost so: „Loris hat uns bereits mehrmals unter Beweis gestellt, dass er zu den Schnellsten gehört. Wir haben da volles Vertrauen in ihn. Wir sind ein kleines familiengeführtes Team, das mit Herzblut und vollem Ehrgeiz an die Aufgaben geht. Loris ist aus dem gleichen Holz geschnitzt. Das gefällt uns. Und so werden wir auch in Most wieder alles daransetzen, dass er unser Auto in einer der vordersten Reihen abstellen wird“.

 

Die ADAC TCR Germany startet am Freitag, dem 27. April, um 09:00 Uhr in das erste freie Training des Wochenendes. Alle Rennen am Samstag und Sonntag werden „live“ auf Sport 1 und im Internet auf der Seite von sport1.de übertragen.

 

24.04.2018 - Text und Foto: Michael Schulz

Das Quäntchen Glück war das Zünglein an der Waage

Neue Herausforderungen sind genau sein Ding. Und so nahm Loris Prattes diese am vergangenen Wochenende (13. bis 15. April 2018) in der Magdeburger Börde an. Der 17-jährige Nachwuchspilot startete mit seinem Schweizer TOPCAR-Team in die neue ADAC TCR Germany Saison 2018. Der Auftakt fand auch in diesem Jahr wieder auf dem 3.667 Meter langen Rundkurs der Motorsport Arena Oschersleben statt.

 

Von Anfang an zählte Loris Prattes zu den Schnellsten. „Ich fühlte mich im Auto sofort wohl. Es lag gut auf dem Asphalt, es war einfach grandios“, gab der Youngster einen Einblick. Mit dem Aufblinken der Startnummer 60, gefolgt von dem Fahrerkürzel „PRA“ an Position eins auf dem Zeitenmonitor, unterstrich der TOPCAR-Pilot bereits am Donnerstag in den freien Trainings seine Ambitionen für diese Saison. „Das Auto lag einfach unglaublich. Was mich selbst am meisten

dabei verwundert, ist die Tatsache, dass ich das Verhalten des Autos extrem gut spüre. Letztes Jahr bin ich noch im Renault Clio Cup gestartet. Und obwohl der Clio über 100 PS weniger unter der Haube hat als der Seat Cupra, habe ich den Grenzbereich des Renaults nicht so deutlich wahrgenommen“, analysierte Prattes die Unterschiede. Dass er damit richtig liegt, unterstrich er auch in den ersten beiden offiziellen freien Trainings der Saison 2018. Nach ein wenig Ausprobieren im ersten freien Training – Platz 13 war das Resultat – setzte sich Prattes im zweiten freien Training als Dritter an der Spitze fest. Was dann jedoch passierte, verlief alles andere als glücklich für den Rheinland-Pfälzer. Kurz vor dem Zeittraining begann der Regen. „Ich bin noch nie mit solch einem Geschoss im Regen gefahren. Ich wollte es nicht übertreiben“, so Prattes. Nach einem gelungenen Start ins Wochenende stellte ein 25. Platz im Zeittraining eine große Enttäuschung dar. „Sicherlich möchte ich ein Zeichen setzen und ganz weit vorne mitfahren. Dass es in meinem Debütjahr für die ersten drei Plätze noch etwas zu früh ist, ist mir schon klar. Aber Platz 25. Da wollte ich definitiv nicht stehen“, zeigte sich der Rookie enttäuscht. Auch beim Start zum ersten Rennen der Saison am Samstagmittag zeigte sich das Wetter nicht einsichtig. Unter den nassen Bedingungen arbeitete Plattes sich bis auf Platz 13 vor. Eine tolle Vorstellung, die er den 25.000 Zuschauern der Magdeburger Börde da bot. Drei Runden vor Schluss bekam er von einem Mitbewerber einen Treffer und war gezwungen, sich auf dem 18. Platz einzureihen. Und auch das zweite Rennen am Sonntagvormittag stand unter keinem guten Stern, auch wenn das Wetter bei sonnigen 18 Grad ein Einsehen mit dem Förderkandidaten des ADAC Pfalz hatte. Loris Prattes beschrieb die Situation so: „Ich fuhr in der ersten Runde in die Triple (eine dreifache Rechtskurve – eine Besonderheit der Motorsport Arena Oschersleben), als plötzlich einige Autos vor mir kreuz und quer über den Asphalt schossen. Ich hatte keine Ahnung, was da passierte. Eins wurde mir jedoch sofort klar: Das geht nicht gut. Und ehe ich mich versah, war ich mittendrin. Mein Kühler wurde beschädigt und verlor Wasser. Die Temperatur schoss sofort nach oben und ich musste mein Auto abstellen. Ein Ausfall war alles andere als meine Vorstellung von einem gelungenen Wochenende“.

 

Teamchef Ronny Jost zeigte sich sehr begeistert von seinem Schützling: „Loris hat einen Top-Job gemacht. Auch hier in Oschersleben hat er sein Talent ein weiteres Mal unter Beweis gestellt. Er ist richtig

schnell. Schade, dass wir das im Zeittraining nicht umsetzen konnten, denn in den Rennen hat er immer wieder gezeigt, dass er sehr gut überholen kann. Und das klingt einfacher, als es ist. Unterm Strich würde ich sagen, wir haben gemeinsam gezeigt, dass unsere Mitbewerber uns auf ihrer Rechnung haben sollten. Als Nächstes geht es für uns nach Most. Dort haben wir erste Tests absolviert und Loris kennt die Strecke aus dem letzten Jahr im Renault Clio Cup. Ich gehe davon aus, dass wir dort gut aufgestellt sind“. Und Loris Prattes fügte hinzu: „Mein Fokus ist nun auf Most gerichtet. Dort habe ich bereits gute Ergebnisse abgeliefert, so dass ich davon ausgehe, dass wir wieder einige Akzente setzen können“.

 

Die nächste Chance bietet sich dem Rookie bereits in 10 Tagen, wenn am Freitag, dem 27. April, die TCR um 09:00 Uhr morgens als erste in das Rahmenprogramm des ADAC GT Masters startet. Die Rennen werden wie gewohnt „live“ auf Sport 1 und im Internet auf der Seite von sport1.de übertragen.

 

18.04.2018 - Text und Foto: Michael Schulz (kartpress.de) 

Loris Prattes – „Ich kann es nicht mehr erwarten“

 

Es sind nur noch wenige Tage, bis die ADAC TCR Germany im Rahmen der ADAC GT Masters ihren Saisonstart 2018 in der Magdeburger Börde feiert. Bereits am kommenden Freitag (13.04.) heißt es dann: „Gentlemen, please start your engine“. Besonders freudig zeigt sich in den letzten Wochen der Rheinland-Pfälzer Loris Prattes: „Ich kann es nicht mehr erwarten. Für mich geht ein ganz großer Traum in Erfüllung“.

 

Der 17-Jährige, der 2015 noch im Kart saß und 2016 für die meisten Serien noch zu jung war – seine ersten Erfahrungen im Automobilsport machte er im Ducia Logan Cup –, ging im vergangenen Jahr in einem 220 PS starken Renault Clio im Renault Clio Cup Central Europe an den Start. Den nächsten Schritt in seiner noch jungen Motorsport-Karriere zündet der Pfälzer mit seinem Topcar-Team im Seat Cupra. Die Schweizer um Teamchef Ruedi Jost setzten bereits im Vorjahr zwei Seat Cupra sehr erfolgreich in der ADAC TCR Germany ein. Eines der beiden Topcar-TCR-Fahrzeuge pilotierte letztes Jahr sein heutiger Coach Ronny Jost, womit sich der Youngster inmitten der Schweizer Motorsport-Geschichte wiederfindet, denn die Familie Jost und der Motorsport sind seit vielen Jahren untrennbar mit einander verbunden. Ihre Erfahrungen reichen bis in das Jahr 1974 zurück. Eine Symbiose, die auch dem jungen Prattes gefällt: „Ich fühle mich im Team der Familie Jost sehr wohl. Die Arbeit ist konzentriert, professionell und sehr harmonisch. Es macht mir wahnsinnig viel Spaß“.

 

Ihre ersten gemeinsamen Arbeitstage absolvierten sie bereits 10 Tage zuvor zu den offiziellen Testtagen der ADAC TCR Germany in Oscherlseben. „Wir haben uns nach einem schnellen jungen Fahrer umgeschaut. Nach ein paar Tests in Italien waren wir von Loris’ Grundschnelligkeit als auch von seiner hohen Lernkurve begeistert. Nach dem ersten offiziellen Test in Oschersleben sind wir begeistert. Loris hat unsere Erwartungen jederzeit bestätigt. Wir konnten unsere Tests absolvieren und waren zu jedem Zeitpunkt schnell. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Startschuss in die neue Saison“, berichtet Ronny Jost. Auch Loris Prattes zeigte sich von den beiden Testtagen in der Magdeburger Börde begeistert: „Sicherlich fehlt mir noch die Erfahrung, einen 350-PS-Boliden permanent am Limit zu bewegen. Doch es fühlt sich gut an. Ich fühle mich absolut sicher. Der Spanier gibt mir ständig ein Feedback, mit dem ich umgehen kann. Hinzu kommt die fantastische Arbeit mit Ronny Jost. Alleine was ich in den letzten Tagen wieder alles dazugelernt habe, stimmt mich sehr zuversichtlich für die neue Saison“. Der große Rollout der Saison 2018 findet vom 13. bis 15. April auf dem 3.696 Meter langen Rundkurs der Motorsport Arena Oschersleben statt.

 

Die ADAC TCR Germany startet um 09:30 Uhr in ihr erstes freies Training der Saison. Alle Rennen werden „live“ auf Sport 1 und im Internet auf der Seite von sport1.de übertragen.

 

10.04.2018 - Text und Fotos: Michael Schulz (kartpress)

Loris Prattes wechselt mit Schweizer Team in die ADAC TCR Germany

 

„Der Deal ist perfekt“, strahlt Loris Prattes übers ganze Gesicht und erklärt: „Ich werde 2018 für das Schweizer Topcar-Team in der ADAC TCR Germany an den Start gehen“.

 

Damit ist für den 17-jährigen Pfälzer ein Traum wahr geworden. Denn nach dem Wechsel 2016 vom Kartsport in den Automobilsport wurde der Youngster im letzten Jahr im Renault Clio Cup Central Europe auf die bevorstehende Aufgabe vorbereitet. „Ich bin wahnsinnig glücklich, dass mir Ruedi und Ronny Jost die Chance einräumen, die nächste Stufe auf meiner Motorsport-Karriereleiter zu erklimmen. Wir haben bereits in Italien die ersten gemeinsamen Tests absolviert und ich muss sagen: So ein TCR Fahrzeug mit 350 PS ist schon richtig cool. Im Gegensatz zum Clio geht da echt die Post ab. Ich fühlte mich auf Anhieb wohl in dem Seat Leon. Der Seat klebt besser am Asphalt, ermöglicht eine höhere Kurvengeschwindigkeit und die Bremsen beißen richtig kräftig zu. Alles in allem eine komplett neue Erfahrung für mich“, schwärmt der junge Prattes von seinem neuen Sportgerät und fügt hinzu: „Mein allergrößtes Dankeschön gilt jedoch meinen Eltern. Sie waren es, die mir das ermöglicht haben. Dabei verzichten Sie selber auf Vieles, um mich zu unterstützen - und das, obwohl ich zwei Geschwister habe.“   

Sein Fahrzeugingenieur Ronny Jost, der im letzten Jahr selbst noch im Seat Leon saß, zeigte sich von seinem neuen Piloten stark beeindruckt: „Wir haben genau das gesucht, was alle Teams suchen – einen schnellen jungen Fahrer. So haben wir uns in der Kartszene und in anderen Meisterschaften umgeschaut und unter anderen den Loris zum Testen nach Italien eingeladen. Loris zeigte von Anfang an, dass er zu den schnellsten Fahrern gehört und eine hohe Lernkurve besitzt. Wir sind uns im Team einig: In der Saison 2018 werden wir auf jeden Fall die Rookie-Meisterschaft und eine gute Platzierung in der Meisterschaft anpeilen“.

Für das Nachwuchstalent des ADAC Pfalz geht es in dieser Saison erst einmal darum, seinen Rhythmus zu finden. Sich an die höheren Geschwindigkeiten zu gewöhnen – den deutlich späteren Bremspunkt zu treffen. Je schneller ihm das alles gelingt, desto schneller wird er das notwendige Vertrauen in sein Rennfahrzeug bekommen. Denn sein selbst gestecktes Ziel für die Saison 2018 der ADAC TCR Germany steht bereits. Loris Prattes peilt einen Gesamtplatz in den Top Fünfzehn an und geht noch einen Schritt weiter. Ein Treppchenplatz in der Rookie-Meisterschaft steht ganz oben auf seiner Agenda. Keine leichte Aufgabe, die sich der Neuhemsbacher da selber auferlegt hat. In der vergangenen Saison waren nicht weniger als acht Autohersteller, verteilt auf achtundzwanzig Teams und vierzig Fahrer, an der Titeljagd der ADAC TCR Germany beteiligt. Nachdem bereits zwei weitere Autohersteller ihre Fahrzeuge für die TCR Saison 2018 angekündigt haben, scheint ein nachlassendes Interesse an dieser hart umkämpften Nachwuchsserie nicht in Sicht zu sein. Startschuss fällt, wie schon in den Jahren zuvor, auf Deutschlands nördlichster Rennstrecke, der Motorsport Arena Oschersleben. Nur zwei Wochen später geht es dann im tschechischen Most, 100 Kilometer südlich von Dresden gelegen weiter, bevor es am zweiten Juni Wochenende in die Heimat der Staiermark nach Spielberg an den Red Bull Ring geht. Von dort aus startet die ADAC TCR Germany in ihre Sommerpause und beendet diese Anfang August am berühmten Nürburgring. Mitte August stehen dann die niederländischen Dünen von Zandvoort im Fokus der Teams und Piloten, bevor die nächste Herausforderung, der als sächsische Rollercoaster bekannte Sachsenring, wartet. Nur zwei Wochen später, Mitte September, steht dann das große Finale der sieben Meisterschafts-Rennwochenenden auf dem Hockenheimring auf dem Programm.

Doch zuvor hat Loris Prattes beim offiziellen Test der Teams vom 26. bis 28. März in der Magdeburger Börde ein weiteres Mal die Möglichkeit, sich an seinen Seat Leon zu gewöhnen.

 

12.04.2018 - Text und Foto: Michael Schulz - kartpress.de

Letzte Aktualisierung: 06.12.2018

 

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