Loris Prattes - Berichte 2018

Loris Prattes möchte in Most glänzen

Wenn am kommenden Wochenende der zweite Lauf der ADAC TCR Germany im tschechischen Most startet, hat einer noch eine Rechnung offen, denn der Neuhemsbacher Loris Prattes wurde nur wenige Tage zuvor beim Saisonauftakt von Oschersleben um seinen verdienten Erfolg gebracht. „Das fühlt sich auch Tage danach nicht gut an. Das ganze Wochenende zählte ich zu den Schnellsten. Teilweise war ich sogar der Schnellste. Mein Topcar-Team hat einen fantastischen Job gemacht und mir meinen Seat so genial vorbereitet. Er flog nur so durch die Kurven. Im zweiten Rennen am Sonntag dann wurde ich durch Umstände gestoppt, für die ich nichts konnte“, berichtete der 17-Jährige frustriert.

 

Doch nun wartet bereits die zweite Herausforderung des Jahres. „Most ist eine tolle Rennstrecke. Ich mag sie. Schon letztes Jahr war ich dort als Rookie im Renault Clio Cup sehr schnell. Ich freue mich und bin, was den Ausgang der Rennen angeht, sehr optimistisch, zumal ich den TCR-Boliden deutlich besser fühle als den Clio“, so der 17-Jährige. Doch wir wollten vom sympathischen Rheinland-Pfälzer noch genauer wissen, was es damit auf sich hat. „Nun, ich bin selbst etwas irritiert. Der Clio war deutlich einfacher gestrickt. Er hatte keinen nennenswerten Downforce, also keinen großen Einfluss auf aerodynamische Effekte, die den kleinen Franzosen besser an den Asphalt pressen, um schneller durch eine Kurve fahren zu können. Außerdem hatte er mit 220 PS nicht wahnsinnig viel Power. Das sieht im TCR-Seat komplett anders aus. Das Fahrzeug ist deutlich komplizierter und schon viel näher an der GT-3-Fahrzeugklasse dran. Also bis auf die Power. Denn mit rund 350 PS im Seat haben wir in der TCR Germany natürlich nicht die rund 600 PS des GT Masters unter der Haube. Doch all dies fühlt sich für mich deutlicher an. Ich fühle seinen Grenzbereich sehr stark, was mich anfangs erst einmal gewundert hat. Inzwischen finde ich das einfach nur klasse. Der Umstieg war für mich ein großer Sprung, den ich in dieser Saison mit einem tollen Ergebnis krönen möchte“.

 

Für den Schüler liegt der Fokus nun auf dem tschechischen Autodrom in Most. Der 4.148 Meter lange böhmische Rundkurs bietet seit 1983 den Teams und Piloten 10 Rechts- und 18 Linkskurven. Auch für das bevorstehende Wochenende hat sich Loris Prattes wieder viel vorgenommen. „Nachdem die ersten Tests wie auch der erste Lauf der Saison in Oschersleben für mich sehr vielversprechend verlaufen sind, möchte ich mich durch gewünschte Platzierungen nicht unnötig unter Druck setzen. Aber einen der vorderen Plätze in der Rookie-Wertung sollte schon drin sein“, fügte er mit einem Lächeln hinzu. Das sieht auch sein Teamchef und Ingenieur Ronny Jost so: „Loris hat uns bereits mehrmals unter Beweis gestellt, dass er zu den Schnellsten gehört. Wir haben da volles Vertrauen in ihn. Wir sind ein kleines familiengeführtes Team, das mit Herzblut und vollem Ehrgeiz an die Aufgaben geht. Loris ist aus dem gleichen Holz geschnitzt. Das gefällt uns. Und so werden wir auch in Most wieder alles daransetzen, dass er unser Auto in einer der vordersten Reihen abstellen wird“.

 

Die ADAC TCR Germany startet am Freitag, dem 27. April, um 09:00 Uhr in das erste freie Training des Wochenendes. Alle Rennen am Samstag und Sonntag werden „live“ auf Sport 1 und im Internet auf der Seite von sport1.de übertragen.

 

24.04.2018 - Text und Foto: Michael Schulz

Das Quäntchen Glück war das Zünglein an der Waage

Neue Herausforderungen sind genau sein Ding. Und so nahm Loris Prattes diese am vergangenen Wochenende (13. bis 15. April 2018) in der Magdeburger Börde an. Der 17-jährige Nachwuchspilot startete mit seinem Schweizer TOPCAR-Team in die neue ADAC TCR Germany Saison 2018. Der Auftakt fand auch in diesem Jahr wieder auf dem 3.667 Meter langen Rundkurs der Motorsport Arena Oschersleben statt.

 

Von Anfang an zählte Loris Prattes zu den Schnellsten. „Ich fühlte mich im Auto sofort wohl. Es lag gut auf dem Asphalt, es war einfach grandios“, gab der Youngster einen Einblick. Mit dem Aufblinken der Startnummer 60, gefolgt von dem Fahrerkürzel „PRA“ an Position eins auf dem Zeitenmonitor, unterstrich der TOPCAR-Pilot bereits am Donnerstag in den freien Trainings seine Ambitionen für diese Saison. „Das Auto lag einfach unglaublich. Was mich selbst am meisten

dabei verwundert, ist die Tatsache, dass ich das Verhalten des Autos extrem gut spüre. Letztes Jahr bin ich noch im Renault Clio Cup gestartet. Und obwohl der Clio über 100 PS weniger unter der Haube hat als der Seat Cupra, habe ich den Grenzbereich des Renaults nicht so deutlich wahrgenommen“, analysierte Prattes die Unterschiede. Dass er damit richtig liegt, unterstrich er auch in den ersten beiden offiziellen freien Trainings der Saison 2018. Nach ein wenig Ausprobieren im ersten freien Training – Platz 13 war das Resultat – setzte sich Prattes im zweiten freien Training als Dritter an der Spitze fest. Was dann jedoch passierte, verlief alles andere als glücklich für den Rheinland-Pfälzer. Kurz vor dem Zeittraining begann der Regen. „Ich bin noch nie mit solch einem Geschoss im Regen gefahren. Ich wollte es nicht übertreiben“, so Prattes. Nach einem gelungenen Start ins Wochenende stellte ein 25. Platz im Zeittraining eine große Enttäuschung dar. „Sicherlich möchte ich ein Zeichen setzen und ganz weit vorne mitfahren. Dass es in meinem Debütjahr für die ersten drei Plätze noch etwas zu früh ist, ist mir schon klar. Aber Platz 25. Da wollte ich definitiv nicht stehen“, zeigte sich der Rookie enttäuscht. Auch beim Start zum ersten Rennen der Saison am Samstagmittag zeigte sich das Wetter nicht einsichtig. Unter den nassen Bedingungen arbeitete Plattes sich bis auf Platz 13 vor. Eine tolle Vorstellung, die er den 25.000 Zuschauern der Magdeburger Börde da bot. Drei Runden vor Schluss bekam er von einem Mitbewerber einen Treffer und war gezwungen, sich auf dem 18. Platz einzureihen. Und auch das zweite Rennen am Sonntagvormittag stand unter keinem guten Stern, auch wenn das Wetter bei sonnigen 18 Grad ein Einsehen mit dem Förderkandidaten des ADAC Pfalz hatte. Loris Prattes beschrieb die Situation so: „Ich fuhr in der ersten Runde in die Triple (eine dreifache Rechtskurve – eine Besonderheit der Motorsport Arena Oschersleben), als plötzlich einige Autos vor mir kreuz und quer über den Asphalt schossen. Ich hatte keine Ahnung, was da passierte. Eins wurde mir jedoch sofort klar: Das geht nicht gut. Und ehe ich mich versah, war ich mittendrin. Mein Kühler wurde beschädigt und verlor Wasser. Die Temperatur schoss sofort nach oben und ich musste mein Auto abstellen. Ein Ausfall war alles andere als meine Vorstellung von einem gelungenen Wochenende“.

 

Teamchef Ronny Jost zeigte sich sehr begeistert von seinem Schützling: „Loris hat einen Top-Job gemacht. Auch hier in Oschersleben hat er sein Talent ein weiteres Mal unter Beweis gestellt. Er ist richtig

schnell. Schade, dass wir das im Zeittraining nicht umsetzen konnten, denn in den Rennen hat er immer wieder gezeigt, dass er sehr gut überholen kann. Und das klingt einfacher, als es ist. Unterm Strich würde ich sagen, wir haben gemeinsam gezeigt, dass unsere Mitbewerber uns auf ihrer Rechnung haben sollten. Als Nächstes geht es für uns nach Most. Dort haben wir erste Tests absolviert und Loris kennt die Strecke aus dem letzten Jahr im Renault Clio Cup. Ich gehe davon aus, dass wir dort gut aufgestellt sind“. Und Loris Prattes fügte hinzu: „Mein Fokus ist nun auf Most gerichtet. Dort habe ich bereits gute Ergebnisse abgeliefert, so dass ich davon ausgehe, dass wir wieder einige Akzente setzen können“.

 

Die nächste Chance bietet sich dem Rookie bereits in 10 Tagen, wenn am Freitag, dem 27. April, die TCR um 09:00 Uhr morgens als erste in das Rahmenprogramm des ADAC GT Masters startet. Die Rennen werden wie gewohnt „live“ auf Sport 1 und im Internet auf der Seite von sport1.de übertragen.

 

18.04.2018 - Text und Foto: Michael Schulz (kartpress.de) 

Loris Prattes – „Ich kann es nicht mehr erwarten“

 

Es sind nur noch wenige Tage, bis die ADAC TCR Germany im Rahmen der ADAC GT Masters ihren Saisonstart 2018 in der Magdeburger Börde feiert. Bereits am kommenden Freitag (13.04.) heißt es dann: „Gentlemen, please start your engine“. Besonders freudig zeigt sich in den letzten Wochen der Rheinland-Pfälzer Loris Prattes: „Ich kann es nicht mehr erwarten. Für mich geht ein ganz großer Traum in Erfüllung“.

 

Der 17-Jährige, der 2015 noch im Kart saß und 2016 für die meisten Serien noch zu jung war – seine ersten Erfahrungen im Automobilsport machte er im Ducia Logan Cup –, ging im vergangenen Jahr in einem 220 PS starken Renault Clio im Renault Clio Cup Central Europe an den Start. Den nächsten Schritt in seiner noch jungen Motorsport-Karriere zündet der Pfälzer mit seinem Topcar-Team im Seat Cupra. Die Schweizer um Teamchef Ruedi Jost setzten bereits im Vorjahr zwei Seat Cupra sehr erfolgreich in der ADAC TCR Germany ein. Eines der beiden Topcar-TCR-Fahrzeuge pilotierte letztes Jahr sein heutiger Coach Ronny Jost, womit sich der Youngster inmitten der Schweizer Motorsport-Geschichte wiederfindet, denn die Familie Jost und der Motorsport sind seit vielen Jahren untrennbar mit einander verbunden. Ihre Erfahrungen reichen bis in das Jahr 1974 zurück. Eine Symbiose, die auch dem jungen Prattes gefällt: „Ich fühle mich im Team der Familie Jost sehr wohl. Die Arbeit ist konzentriert, professionell und sehr harmonisch. Es macht mir wahnsinnig viel Spaß“.

 

Ihre ersten gemeinsamen Arbeitstage absolvierten sie bereits 10 Tage zuvor zu den offiziellen Testtagen der ADAC TCR Germany in Oscherlseben. „Wir haben uns nach einem schnellen jungen Fahrer umgeschaut. Nach ein paar Tests in Italien waren wir von Loris’ Grundschnelligkeit als auch von seiner hohen Lernkurve begeistert. Nach dem ersten offiziellen Test in Oschersleben sind wir begeistert. Loris hat unsere Erwartungen jederzeit bestätigt. Wir konnten unsere Tests absolvieren und waren zu jedem Zeitpunkt schnell. Wir freuen uns auf den gemeinsamen Startschuss in die neue Saison“, berichtet Ronny Jost. Auch Loris Prattes zeigte sich von den beiden Testtagen in der Magdeburger Börde begeistert: „Sicherlich fehlt mir noch die Erfahrung, einen 350-PS-Boliden permanent am Limit zu bewegen. Doch es fühlt sich gut an. Ich fühle mich absolut sicher. Der Spanier gibt mir ständig ein Feedback, mit dem ich umgehen kann. Hinzu kommt die fantastische Arbeit mit Ronny Jost. Alleine was ich in den letzten Tagen wieder alles dazugelernt habe, stimmt mich sehr zuversichtlich für die neue Saison“. Der große Rollout der Saison 2018 findet vom 13. bis 15. April auf dem 3.696 Meter langen Rundkurs der Motorsport Arena Oschersleben statt.

 

Die ADAC TCR Germany startet um 09:30 Uhr in ihr erstes freies Training der Saison. Alle Rennen werden „live“ auf Sport 1 und im Internet auf der Seite von sport1.de übertragen.

 

10.04.2018 - Text und Fotos: Michael Schulz (kartpress)

Loris Prattes wechselt mit Schweizer Team in die ADAC TCR Germany

 

„Der Deal ist perfekt“, strahlt Loris Prattes übers ganze Gesicht und erklärt: „Ich werde 2018 für das Schweizer Topcar-Team in der ADAC TCR Germany an den Start gehen“.

 

Damit ist für den 17-jährigen Pfälzer ein Traum wahr geworden. Denn nach dem Wechsel 2016 vom Kartsport in den Automobilsport wurde der Youngster im letzten Jahr im Renault Clio Cup Central Europe auf die bevorstehende Aufgabe vorbereitet. „Ich bin wahnsinnig glücklich, dass mir Ruedi und Ronny Jost die Chance einräumen, die nächste Stufe auf meiner Motorsport-Karriereleiter zu erklimmen. Wir haben bereits in Italien die ersten gemeinsamen Tests absolviert und ich muss sagen: So ein TCR Fahrzeug mit 350 PS ist schon richtig cool. Im Gegensatz zum Clio geht da echt die Post ab. Ich fühlte mich auf Anhieb wohl in dem Seat Leon. Der Seat klebt besser am Asphalt, ermöglicht eine höhere Kurvengeschwindigkeit und die Bremsen beißen richtig kräftig zu. Alles in allem eine komplett neue Erfahrung für mich“, schwärmt der junge Prattes von seinem neuen Sportgerät und fügt hinzu: „Mein allergrößtes Dankeschön gilt jedoch meinen Eltern. Sie waren es, die mir das ermöglicht haben. Dabei verzichten Sie selber auf Vieles, um mich zu unterstützen - und das, obwohl ich zwei Geschwister habe.“   

Sein Fahrzeugingenieur Ronny Jost, der im letzten Jahr selbst noch im Seat Leon saß, zeigte sich von seinem neuen Piloten stark beeindruckt: „Wir haben genau das gesucht, was alle Teams suchen – einen schnellen jungen Fahrer. So haben wir uns in der Kartszene und in anderen Meisterschaften umgeschaut und unter anderen den Loris zum Testen nach Italien eingeladen. Loris zeigte von Anfang an, dass er zu den schnellsten Fahrern gehört und eine hohe Lernkurve besitzt. Wir sind uns im Team einig: In der Saison 2018 werden wir auf jeden Fall die Rookie-Meisterschaft und eine gute Platzierung in der Meisterschaft anpeilen“.

Für das Nachwuchstalent des ADAC Pfalz geht es in dieser Saison erst einmal darum, seinen Rhythmus zu finden. Sich an die höheren Geschwindigkeiten zu gewöhnen – den deutlich späteren Bremspunkt zu treffen. Je schneller ihm das alles gelingt, desto schneller wird er das notwendige Vertrauen in sein Rennfahrzeug bekommen. Denn sein selbst gestecktes Ziel für die Saison 2018 der ADAC TCR Germany steht bereits. Loris Prattes peilt einen Gesamtplatz in den Top Fünfzehn an und geht noch einen Schritt weiter. Ein Treppchenplatz in der Rookie-Meisterschaft steht ganz oben auf seiner Agenda. Keine leichte Aufgabe, die sich der Neuhemsbacher da selber auferlegt hat. In der vergangenen Saison waren nicht weniger als acht Autohersteller, verteilt auf achtundzwanzig Teams und vierzig Fahrer, an der Titeljagd der ADAC TCR Germany beteiligt. Nachdem bereits zwei weitere Autohersteller ihre Fahrzeuge für die TCR Saison 2018 angekündigt haben, scheint ein nachlassendes Interesse an dieser hart umkämpften Nachwuchsserie nicht in Sicht zu sein. Startschuss fällt, wie schon in den Jahren zuvor, auf Deutschlands nördlichster Rennstrecke, der Motorsport Arena Oschersleben. Nur zwei Wochen später geht es dann im tschechischen Most, 100 Kilometer südlich von Dresden gelegen weiter, bevor es am zweiten Juni Wochenende in die Heimat der Staiermark nach Spielberg an den Red Bull Ring geht. Von dort aus startet die ADAC TCR Germany in ihre Sommerpause und beendet diese Anfang August am berühmten Nürburgring. Mitte August stehen dann die niederländischen Dünen von Zandvoort im Fokus der Teams und Piloten, bevor die nächste Herausforderung, der als sächsische Rollercoaster bekannte Sachsenring, wartet. Nur zwei Wochen später, Mitte September, steht dann das große Finale der sieben Meisterschafts-Rennwochenenden auf dem Hockenheimring auf dem Programm.

Doch zuvor hat Loris Prattes beim offiziellen Test der Teams vom 26. bis 28. März in der Magdeburger Börde ein weiteres Mal die Möglichkeit, sich an seinen Seat Leon zu gewöhnen.

 

12.04.2018 - Text und Foto: Michael Schulz - kartpress.de