Jan Peters - Berichte 2018

Erlebnisbericht von Jan Peters bei den Scottish Six Days Trial 2018

In der ersten vollen Maiwoche treffen sich traditionell ca. 280 Trialer aus aller Welt um das härteste Mehrtagestrial der Welt zu bestreiten. Mit mehr als 100 jähriger Tradition eines der prestigeträchtigsten Trials die man fahren kann. Durch unerhört gutes Wetter im letzten Jahr waren die Startplätze in kürzester Zeit ausgebucht und wir konnten uns glücklich schätzen einen Platz bekommen zu haben. Wir, das sind 5 Deutsche Starter bei den SSDT, 4 davon aus Kerzenheim. Hendrik und Marvin Binder, Kolja Schmitt und ich, Jan Peters. Schon auf dem Weg in die Highlands sahen wir, dass die Moore wesentlich nasser und die Flüsse viel mehr Wasser hatten als im letzten Jahr. Und auch der Wetterbericht sagte Schottland typisches Wetter voraus. Am Montag, dem ersten Tag, wurden wir aus einer Mischung aus Regen und trockenen Fleckchen in die rund 120km Runde des Tages entlassen. Dienstag war dann einer der härtesten Tage die ich in Schottland erlebt hatte.

Wir waren in der ersten Startgruppe, starteten also ab 7:30 und es hörte nicht auf zu Regnen bis wir 8h später wieder im Ziel waren. Dazu kam starker Wind und Mooretappen die einem viel abverlangten. Die Sektionen bei den Sixdays sind selten wirklich schwer und in der Regel völlig ungefährlich, aber nach langen Etappen im Moor, der kalte und dem teilweise hohen Wasser in den Flüssen doch schwer genug um einige Strafpunkte zu kassieren. Am Mittwochmorgen merkte ich schon, dass der Wind noch stärker geworden war und die Wolken tief hingen. Und zwar so tief, dass wir oben auf den Gipfeln der Highlands die Streckenmarkierung nicht mehr erkennen konnten. In einem Vierertrupp tasteten wir uns im dichten Nebel durch das Moor - das sind Erinnerungen die ich wahrscheinlich nicht so schnell vergessen werde. Doch auch dieser Tag ging vorbei und der Wind brachte einen Wetterwechsel, Donnerstag kam ab und zu die Sonne raus und machte auch den langen Freitag, mit seinen über 160km on und off-road erträglich. Das Level der Sektionen wird die Woche über kontinuierlich angezogen und so warteten Samstag einige knackige Prüfungen auf uns, doch am letzten Tag lässt man sich von so etwas nicht entmutigen und außerdem hatten wir herrliches Wetter! Man konnte sogar kurzzeitig die Jacke ausziehen. Endlose Mooretappen und steinige Singletrails über 30km machten den Tag außerdem zu einem echten Endgegner. Doch dann hatten wir es geschafft, wir kamen überglücklich an der letzten Sektion: “Town Hall Brae” im Stadtkern von Fort William an und hatten es geschafft! Die SSDT 2018 gefinished. Für mich sogar als erfolgreichster der Truppe auf Platz 45. Die Top 50 sind immer mein Ziel in Schottland und somit bin ich voll zufrieden mit meinem Ergebnis, und vor allem habe ich wieder viele Geschichten zu erzählen und meine Grenzen kennen gelernt. Die SSDT sind ein Trial die wirklich jeder Fahrer einmal erlebt haben sollte.

 

16.05.2018 - Text: Jan Peters / Foto: Jens Peters