Loris Prattes - Berichte 2019

Nächster Schritt für Loris Prattes am Hockenheimring

Im Hause des Neuhemsbachers Loris Prattes gehen die Planungen für die Saison 2020 mit großen Schritten voran. So möchte der junge Pfälzer den Spätherbst nutzen, um die nächste Etappe seiner Motorsportkarriere in die Wege zu leiten. Nachdem das Motorsporttalent sein Können im TCR Auto mehrfach unter Beweis stellte, geht sein Weg nun weiter: „Im TCR Auto fühle ich mich sehr wohl - ich würde es mal als meine Komfortzone bezeichnen wollen. Dem gesamten Max-Kruse Racing Team bin ich sehr dankbar, dass sie mich in den letzten vier VLN Läufen aufgenommen haben und mir damit die Gelegenheit gaben, meine Performance abrufen zu können. Doch ich glaube jeder Rennfahrer spürt es ganz genau, wann er an einen Punkt gekommen ist, an dem es für ihn so nicht weiter geht. Im strömenden Regen habe ich Bestzeiten auf der Nordschleife gefahren, ein Ausrufezeichen nach dem anderen gesetzt, viele GT4 Autos hinter mir gelassen und die Grenzen des Fahrzeugs bei Aquaplaning ausgelotet. Der Höhepunkt war dann bei VLN 7, als ich mit der schnellsten Rennrunde auch im trockenen zu überzeugen wusste. Nun ist es soweit: Ich muss meine Komfortzone verlassen und den nächsten Schritt gehen“, bilanziert Loris Prattes seinen Ausflug bei Max-Kruse Racing. Welche Planung hat der Neuhemsbacher in der Pipeline? „Es ist mir eine große Ehre beim Saisonfinale des DMV-GTC kommende Woche für das Team von racing one an den Start gehen zu dürfen. Die Mannschaft um Teamchef Martin Kohlhaas ist äußerst professionell aufgestellt. 2018 wurde das Team Europameister in der GT4 Serie. Jetzt erhalte ich die großartige Gelegenheit, auf dem Hockenheimring einen ihrer Audi R8 GT4 zu pilotieren. Bereits am Mittwoch ist unser erster Testtag. Um so viele Testkilometer wie möglich zu sammeln, werde ich Taxifahrten auf dem Audi R8 GT4 übernehmen. Ich freue mich darauf, meinen Partnern Schuster & Sohn sowie KST Motorenversuch einen unvergesslichen Tag bereiten zu dürfen. Etwas zurückgeben zu können finde ich sehr wichtig. Ich kann es kaum erwarten! Es fasziniert mich unglaublich ein neues Auto auszuprobieren - diesmal mit Heckantrieb. Ich bin gespannt, wie schnell ich mich auf das Auto einschießen werde und ob ich den Audi genauso perfekt spüren werde, wie die beiden TCR Autos“, berichtet Prattes euphorisch. Erste Simulatoreinheiten hat der Youngster bereits absolviert. Weitere werden bis zum Rennen noch folgen. Loris Prattes hofft den Grenzbereich perfekt ausloten zu können, um am Ende seinen Beitrag zum Erfolg beizusteuern. „Coole Sache, auf die ich mich riesig freue“.

15.10.2019 -  Text und Fotos: Michael Schulz

Grandiose Leistung: Loris Prattes gewinnt mit „TOPCAR sport“ beim 24 Stunden Rennen in Barcelona

Hinter Loris Prattes liegt ein unglaublich aufregendes und erfolgreiches Rennwochenende! Erstmals durfte der 18-Jährige bei einem 24 Stunden Rennen teilnehmen. In einem Cupra TCR DSG von „TOPCAR sport with Bas Koeten Racing“ ging der Neuhemsbacher gemeinsam mit seinen Teamkollegen Fabian Danz, Julien Apotheloz und Antti Buri in den Klassen der TCE und TCR an den Start. Auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya zeigte das Team mit der Nummer 131 eine grandiose Leistung und sicherte sich damit verdient den ersten Platz in beiden Klassen. Prattes ist die Freude und Dankbarkeit über den Triumph deutlich anzumerken. „Zuallererst möchte ich ‚Topcar sport‘ danken, die mir das ermöglicht haben und vor allem auch meinen Teamkollegen, die auch alle super gefahren sind – ohne die wäre es gar nicht möglich gewesen. Es war meine erste Erfahrung mit einem 24 Stunden Rennen. Es ist einfach unglaublich, dass ich jetzt diese beiden großen Pokale mitnehmen darf“, schwärmt das Motorsport-Talent des ADAC-Pfalz.

 

Der 18-Jährige durfte vor allem die schwierigen Nacht-Stints übernehmen und bilanziert nach dem Rennen überglücklich: „In der Nacht zu fahren war sehr anspruchsvoll. Da musste ich mich erst dran gewöhnen. Aber dann bin ich in einen richtigen Flow reingekommen und konnte dadurch konstant gute Zeiten fahren. Letztendlich ist es natürlich eine grandiose Leistung, die wir da erbracht haben. Ich glaube, ich werde das erst in ein paar Tagen so richtig realisieren.“ Kein Wunder – etliche erfahrene Motorsportler versuchen ihr Glück bei den 24 Stunden Rennen jahrelang erfolglos und Prattes schnappte sich gleich bei seinem ersten Rennen die Siege in zwei Klassen.

Darüber hinaus war es nicht nur das erste 24 Stunden Rennen für den sympathischen Neuhemsbacher, sondern auch das erste Rennen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya – umso erstaunlicher ist die Top-Leistung des 18-Jährigen. „Das 24 Stunden Rennen war im Endeffekt ein nächster Schritt. Ich konnte hier von Anfang an schnelle Zeiten hinlegen und vor allem auch die Konstanz bestätigen. Das ist extrem wichtig für ein Langstreckenrennen. Umso glücklicher bin ich, dass mir das gelungen ist“, berichtet Prattes erleichtert.

 

Lange ausruhen kann Prattes ich allerdings nicht – am kommenden Wochenende (7.9) steht schon das sechste Rennen der VLN Langstreckenmeisterschaft in der Grünen Hölle auf dem Nürburgring auf dem Programm. „Wir reisen bereits am Freitag an. Dann beginnen wir mit den normalen Trainings. Und am Samstag wird es wieder ernst in der VLN. Da hoffe ich natürlich, wieder ganz vorne mit dabei zu sein. Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben“, bekundet der 18-Jährige, der dort für Max Kruse Racing an den Start gehen wird.

 

06.09.2019 -  Text und Fotos: Michael Schulz

Prattes vs. Technik beim VLN5-Lauf auf der Nordschleife

Um es vorwegzunehmen: Superlative sind nicht so Loris Prattes’ Sache. Doch was der Neuhemsbacher auf der Nordschleife beim ROWE 6 Stunden ADAC Ruhr-Pokal-Rennen zeigte, war schon à la bonne heure! Bestzeit, Pole Position, mit Abstand bestes TCR Fahrzeug im Feld, GT-3 Fahrzeuge geärgert und in der Startaufstellung vor allen GT-4 Fahrzeugen eingereiht. „Es war unglaublich. Morgens am Rennwochenende ist mein erster Gang zum Zimmerfenster. Als ich das Wetter sah, wusste ich, da geht heute was. Leichter Regen auf der Nordschleife – genau mein Wetter. Ich hatte beim Rausfahren volles Vertrauen in unseren Golf GTI. Tja und dann habe ich im wahrsten Sinne des Wortes die Sau rausgelassen. Zugegeben es war relativ hart am Limit“, zeigte sich Loris Prattes überglücklich nach dem Zeittraining. Die Teamauswertung hat im Nachhinein Platz 21 von ca. 170 gestarteten Fahrzeugen im Zeittraining ergeben. „Wäre da auf meiner schnellen Runde nicht diese Gelbphase gewesen, hätte ich den Golf neun Sekunden schneller über die Nordschleife bewegen können. Aber da wären wir dann bei ‚hätte, hätte Fahrradkette‘, so der Förderkandidat des ADAC Pfalz.

 

Freitags fanden die Taxifahrten statt – eine tolle Gelegenheit sich bei Kunden, Freunden und Partnern zu bedanken. Dazu hat der Max Kruse Racing Pilot eine schöne Einstellung, wie Loris Prattes erörterte: „Es ist unglaublich schön und befriedigend, anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und etwas zurückgeben zu können, denn sie sind es, die uns unterstützen und bei jedem Wetter an der Strecke mitfiebern, uns die Daumen drücken. Schöner kann man nicht Danke sagen“.

 

Doch bei aller Freude schlug am Samstag während des 6 Stunden Rennens der Motorsport-Teufel zu. Also falls es ihn wirklich gibt, so zeigte er sich auf beiden TCR Fahrzeugen des Teams. Zuerst musste der „Güldene Leuchter“ wegen technischen Defekt bereits in der ersten Runde des Zeittrainings abgestellt werden. Auch der grandiose Einsatz der Mechaniker – sie hatten im strömenden Regen beim Renntaxi das Differenzial ausgebaut – blieb unbelohnt. Schon in der ersten Rennrunde fiel der „Güldene“ aus. „Es war unfassbar. Noch beim 4. VLN Lauf schien unsere Pechsträhne vorbei zu sein. Und nun ist sie wieder da“, zeigte sich Loris Prattes enttäuscht.

 

Seine Enttäuschung sollte dann kurz vor Ende des 6 Stunden Rennens den Höhepunkt erreichen. „In der Startphase ist es mir leider nicht gelungen meine Reifen so anzuwärmen, um in der ersten Runde meine Pole-Position verteidigen zu können. Doch die 150 Meter, die ich da auf meinen Mitbewerber verloren habe, konnte ich bereits in der ersten Runde wieder gut machen“, berichtete der Volkswagen-Pilot. Danach begann laut Prattes die Lernphase für ihn: „Als erster in der Box verlief der Stop leider nicht so gut. Ich brauche einfach viel mehr Erfahrung im Drumherum. Erfolgreich zu sein, bedeutet nicht, einfach nur schnell zu sein. Es gehört dazu, dass du schnell genug in die Code60 Phase hinein fährst. Es gehört dazu das du in den Doppelgelb-Phasen nicht zu früh vom Gas runtergehst. Und noch viel, viel mehr. Das sind alles Lernprozesse, die ich für mich aber vor allem für meine Teamkollegin so schnell wie möglich umsetzen möchte“, so seine Analyse. Lange Zeit lag der Max Kruse Racing Golf mit der Startnummer 819 auf Platz zwei. Es sah so aus, als sei dem Volkswagen Team ein Platz auf dem Podium sicher, doch dann änderte sich alles. „10 Minuten vor Ende hatte Jasmin plötzlich keinen Vortrieb mehr. Sie fuhr den letzten Stint. Ich hatte mich für uns beide so gefreut. Und nun mussten auch wir uns von allen Podiumsgedanken verabschieden. Das war bitter. Doch ich verspreche meiner charmanten Teamkollegin, dass wir beim nächsten Mal die Nordschleife wieder zusammen rocken werden“, erzählte Loris Prattes mit einem Lächeln im Gesicht.

 

Auch wenn es an diesem Wochenende einfach nicht sein sollte – das gesamte Max Kruse Racing Team war von der Leistung des Junior-Piloten hellauf begeistert. „Auch wenn ich den Motorsport nun seit 14 Jahren betreibe, es ist für mich als absoluter Neueinsteiger in den Langstreckenrennen und gerade auf der berühmt berüchtigten Nordschleife unheimlich wichtig, die beste Performance für mein Team abzurufen. Und dazu zählen für mich auch die Mechaniker, die an diesem Wochenende eine unglaubliche Leistung vollbracht haben. Aber auch allen anderen hinter den Kulissen, die genauso ihren Beitrag zum Gelingen des Wochenendes leisten. Vor allem aber meiner Teamkollegin und Volkswagen-Motorsport“, fasste das Motorsport-Talent zusammen.

 

Loris Prattes kann bereits in vier Wochen beim 42. RCM DMV Grenzlandrennen auf der Nürburgring-Nordschleife wieder ans Max Kruse-Lenkrad greifen.

 

07.08.2019 - Text: Michael Schulz / Foto: Tim Upitz

Loris Prattes: „Wahnsinn – Platz zwei auf der Nordschleife“

Loris Prattes wurde bei seinem Debüt-Rennen auf Europas schönsten, längsten und schwierigsten Rennstrecke ins buchstäblich kalte Wasser geschubst. Seine TCR Erfahrung auf der Nordschleife beläuft sich auf gerade einmal 30 Runden, die er im Rahmen seiner Nordschleifen Permit Mitte Mai gemacht hat. Am vergangenen Wochenende (12.-13. Juli) wurde es dann für den Neuhemsbacher ernst. „Auch wenn ich letztes Jahr im ADAC ein TCR Cupra pilotiert habe, hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung, was mich am Nürburgring erwarten würde“, eröffnete Loris Prattes. Doch nicht ohne Grund ist der erst 18-Jährige ins Max Kruse Junior Team berufen worden. „Keine Frage, das erfüllt mich mit stolz, für Max Kruse Racing und Volkswagen an den Start gehen zu dürfen. Das ist für mich eine großartige Chance“, schwärmte der Pfälzer. Als er am Freitag den Golf von seiner Teamkollegin Jasmin Preisig übernahm, war es noch trocken in der Eifel. Aber kaum hatte er den Grand-Prix-Kurs in Richtung Nordschleife verlassen, fing es an wie aus Eimern zu regnen. Noch scherzte Loris Prattes: „Ich glaube, das nennt man im Englischen - It´s raining cats and dogs“. Doch schnell wurde ihm klar: „Es war eine höllische Aufgabe das Auto bei Aquaplaning Bedingungen auf dem Asphalt zu halten. Ich hatte sehr großes Glück, dass unser goldfarbener Golf GTI mit Benjamin Leuchter vor mir fuhr und ich mir seine Linie anschauen konnte. Benny zeigte sich nach der Session beeindruckt, wie gut ich ihm im Regen folgen konnte“. Am Samstag wurde es dann ernst für das Fahrerduo Preisig-Prattes. „Das Zeittraining war für uns wirklich schwierig. Als Erstes durfte meine Kollegin Jasmin ran. Sie war gerade ein paar Runden auf der Nordschleife, als ein Massencrash für eine einstündige Verzögerung sorgte. Im Nachhinein stellte sich dann heraus, dass ihre einzig freie Runde uns den dritten Platz im Zeittraining sicherte. Ich selber konnte dann zwar nach Wiederaufnahme des Zeittrainings wieder auf Zeitenjagd gehen, doch eine Code 60 Phase nach der anderen sorgte dafür, dass ich nicht eine freie Runde zusammen bringen konnte“. Nachdem der „güldene GTI“ des Max Kruse Racing Teams Platz eins im Zeittraining erreicht hatte, war die Prämisse für das Rennen nun eindeutig. „Wir wollten unbedingt den Doppelsieg. Dabei wollten wir es aber unseren beiden Profi-Piloten Benjamin Leuchter und Andreas Gülden nicht zu einfach machen. Auch wenn Jasmin und ich als Junioren-Piloten gelten, wollten wir die Lücke zu den beiden so klein wie möglich halten. Letztendlich haben wir einen super Job gemacht. Dabei hat Jasmin, die als Erste in den Golf eingestiegen ist, eine hervorragende Vorarbeit geleistet. Nach dem Fahrerwechsel saß ich dann circa eine Stunde und 45 Minuten für den Rest des Rennens hinterm Lenkrad. Ich konnte mich von Runde zu Runde steigern und eine schnelle Rundenzeit nach der anderen fahren. Wir waren absolut konkurrenzfähig. Ich hatte absolutes Vertrauen in unseren TCR Golf. Daher freue ich mich wahnsinnig, dass mein erstes Rennen so gut funktioniert hat. Jasmin und ich haben uns verdientermaßen Platz zwei gesichert und für Volkswagen und Max Kruse Racing den Doppelsieg eingefahren. Ich kann mich nur bei jedem Einzelnen im Max Kruse Racing Team bedanken, insbesondere aber bei meinen Sponsoren und meinen Eltern für ihr Vertrauen. Sie waren es, die mir das alles erst ermöglicht haben“, bilanzierte der Abiturient. Jetzt stellt sich die Frage, wie es für den Youngster weiter geht. Seinen nächsten Einsatz als für Max Kruse Racing bestreitet der 18-Jährige bereits in drei Wochen, wenn der fünfte Lauf der Langstreckenmeisterschaft auf der Nordschleife am 2. und 3. August startet. „Ich werde definitiv wieder mein Bestes geben. Das Gelernte umsetzen und so versuchen, die Lücke zu unseren beiden Profi-Piloten zu verringern“.

 

17.07.2019 - Text und Foto: Michael Schulz

Loris Prattes pilotiert den zweiten Max Kruse GTI ab der VLN4

 

Vor wenigen Stunden kam für den Neuhemsbacher die freudige Nachricht: Loris Prattes wird ab dem 4. VLN Lauf für Max Kruse Racing an den Start gehen. „Ich kann es immer noch nicht fassen. Die ganze Saison war für meine Gefühlswelt ein einziges Auf und Ab. Zuerst konnten wir uns mit keinem Team in der etablierten ADAC TCR Germany Serie einigen, so dass ich beschloss, mich auf mein Wirtschaftsabitur zu konzentrieren und nun diese Nachricht“, zeigt sich der Pfälzer sichtlich bewegt. Als der 18-Jährige erst vor wenigen Wochen seine Permit für die Nordschleife machte, ging alles ganz schnell. „Ich stehe mit dem Teamgründer Benjamin Leuchter seit Mitte des Vorjahres im engen Kontakt . Er war es, der mich auf die Idee brachte, die VLN Langstrecken-Meisterschaft in Angriff zu nehmen. Und auch er war es, der sich für mich stark gemacht hat, damit er ein cooles Fahrerduo auf seinem VW Golf GTI TCR hat“, so der Youngster. Komplettiert wird das Fahrerduo von der 26-jährigen Schweizerin Jasmin Preisig, die gerade zur Markenbotschafterin des Volkswagen-Importeurs in der Schweiz erklärt wurde. „Ich kenne Jasmin aus der letzten Saison in der ADAC TCR Germany. Da waren wir zwar auf der Strecke Konkurrenten, verstanden uns jedoch abseits der Strecke sehr gut. Ich freue mich umso mehr, mir das Auto mit einer so charmanten und schnellen Teamkollegin teilen zu dürfen. Doch auch das Vertrauen, das Max Kruse Racing da in uns bzw. mich setzt, macht mich sehr stolz. Alleine von ihm unterstützt, gefördert und fahrerisch gecoacht zu werden ist eine große Ehre. Bezüglich meiner weiteren Karriereplanung ist das für mich eine Riesen Chance. Ich freue mich darauf, die Volkswagen-Farben repräsentieren zu dürfen. Und wo wir gerade beim Thema Stolz sind – ich könnte die ganze Welt umarmen. Danke Mama und Papa“, erklärt Loris Prattes. Doch ein wenig selbstkritisch sieht der Neuhemsbacher die Herausforderung dann schon: „Auch wenn ich mich jetzt erst einmal auf die anstehenden Aufgaben freue, so bin ich mir bewusst, dass es keine leichte sein wird. Dafür habe ich einfach zu wenig Testkilometer auf der Nordschleife absolviert. Doch ich werde die Herausforderung annehmen und mein absolut Bestes geben, damit wir gemeinsam für Volkswagen eine Top-Platzierung herausholen können“.

Der vierte VLN Lauf in der Saison 2019 das 50. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy findet am 13.07.2019 auf der Nürburgring-Nordschleife statt und kann im Internet via Livestream verfolgt werden.

 

09.07.2019 - Text und Foto: Michael Schulz

Max Kruse Racing verdoppelt sich: Zwei VW Golf GTI TCR bei VLN 4

Der „Güldene Leuchter“ von Max Kruse Racing bekommt Verstärkung: Ab dem vierten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring setzt das Team aus Reinbek zwei Volkswagen Golf GTI TCR ein. Gesteuert wird das Schwesterauto des „Güldenen Leuchters“ von der Schweizerin Jasmin Preisig und dem Nachwuchs-Piloten Loris Prattes aus Neuhemsbach. Zudem veranstaltet das Team am Freitag erstmalig Renntaxi-Fahrten.

 

Eine Chance für den Nachwuchs

Max Kruse Racing schlägt ab dem vierten VLN-Lauf am 13. Juli 2019 ein neues Kapitel auf. Neben dem bekannten und beliebten „Güldenen Leuchter“ mit Andy Gülden und Benny Leuchter setzt das Team einen zweiten Volkswagen Golf GTI TCR ein. Pilotiert wird das ebenfalls in der TCR-Klasse startende Auto von der Volkswagen-Markenbotschafterin für die Schweiz Jasmin Preisig (26) und der deutschen Nachwuchshoffnung Loris Prattes (18). Beide Neuzugänge verfügen trotz ihrer Jugend bereits über eine Menge Erfahrung im TCR-Auto und werden eine echte Bereicherung für das Team darstellen. Damit wird Max Kruse Racing auch dem eigenen Anspruch gerecht, erfolgreiche Nachwuchsarbeit zu leisten. Bereits im Jahr 2018 setzte die Mannschaft in der ADAC TCR Germany ab Saisonmitte ein zweites Fahrzeug mit dem jungen Schweizer Florian Thoma ein, der mittlerweile über die GT4-Klasse den Weg in das hoch klassifizierte ADAC GT Masters gefunden hat.

 

Schnelle Renn-Amazone

Von ihrem Vater hat Jasmin Preisig das Benzin im Blut geerbt: Sie durfte schon früh erste «Erfahrungen» im Renn-Kart sammeln und hatte riesigen Spaß daran. Die Faszination ist ungebrochen und so betreibt sie schon seit 12 Jahren aktiv Motorsport. Dabei durfte sie auch schon den einen und anderen Erfolg feiern. Trotz begrenzter Mittel machte Jasmin ihren Weg über den Kartsport in den Tourenwagensport – in der vergangenen Saison 2018 fuhr sie in der ADAC TCR Germany mit einem Opel Astra TCR. In diesem Jahr war Jasmin Bestandteil des von Volkswagen unterstützten Projektes „Girls Only – Ready to rock the Green Hell“, wo ein reines Frauenteam mit einem Volkswagen Golf GTI TCR beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring antrat und die Zielflagge sah. Darüber hinaus wurde die junge Schweizerin gerade zur Markenbotschafterin des Volkswagen-Importeuers in der Schweiz erklärt.

 

Nachwuchs-Hoffnung aus Deutschland

Loris Prattes stieg ebenfalls schon sehr früh in den Motorsport ein. Bereits seit 2006 betreibt der Schüler Kartsport. Bis 2015 arbeitete sich der Deutsche durch die verschiedenen Kart-Klassen und sammelte dabei viele Siege und Titel. Im Jahr 2016 erfolgte der Wechsel in den Automobilsport und Loris startete dort richtig durch. Schon im ersten Jahr sicherte sich der junge Rheinland-Pfälzer den Vizemeister-Titel im Dacia Logan Cup. Ein Jahr später stieg Loris in den Renault Clio Cup auf. Die TCR-Klasse stand 2018 das erste Mal auf dem Programm. In der hart umkämpften ADAC TCR Germany griff Loris in das Lenkrad eines Seat Leon Cupra TCR und wurde damit zum Gegner für seine heutige Teamkollegin Jasmin Preisig. Daneben erwarb er mit mehreren Starts bei der VLN die große Nordschleifen-Permitt, wodurch er nun auf den schnellen Autos in der VLN antreten darf.Für die Mannschaft bedeutet die Verdoppelung der Fahrzeuge eine große Herausforderung, der man sich aber sehr gern stellt. Mit zwei Fahrzeugen und vier talentierten Piloten steigen zwar Aufwand und Kosten, aber auch die Möglichkeiten bei der Abstimmung und Entwicklung. Mit zwei Volkswagen Markenbotschaftern im Team wird Max Kruse Racing in Zukunft auf und abseits der Rennstrecke noch enger mit Volkswagen zusammenarbeiten.

 

Renntaxi mit Nordschleifen-Ikonen

Als weiteres Highlight bietet Max Kruse Racing bei VLN 4 erstmalig die Möglichkeit, in einem zum Renntaxi umgebauten VW Golf GTI TCR eine heiße Nordschleifen-Runde auf dem Beifahrersitz zu erleben. Als Taxifahrer stehen sowohl „Lord Schleife“ Andy Gülden und der frisch gebackene WTCR-Rennsieger auf der Nordschleife Benny Leuchter als auch die beiden MKR-Junioren Jasmin Preisig und Loris Prattes bereit. Ein exklusives und einmaliges Erlebnis, dass sich kein Fan entgehen lassen sollte. Weitere Einsätze bei kommenden VLN-Rennen sind geplant. Interessenten können unter office@mk10.racing weitere Informationen anfordern.

 

Max Kruse, Teambesitzer:

„Ab VLN 4 gehen wir als Team den nächsten Schritt und setzen ein zweites Auto ein. Es war von Anfang an unser Ziel und Anspruch, nicht nur um Top-Platzierungen zu kämpfen, sondern auch erfolgreiche Nachwuchsarbeit zu leisten. Nachdem wir damit im letzten Jahr in der TCR Germany mit Florian Thoma angefangen haben, setzten wir dieses Konzept jetzt auch in der VLN konsequent um. Loris und Jasmin sind zwei absolute Nachwuchs-Hoffnungen, die ganz sicher ihren Weg machen werden. Dass wir zudem mit Benny und Jasmin zwei Volkswagen Markenbotschafter im Team haben, macht uns besonders stolz. Nun müssen wir diese guten Voraussetzungen umsetzen und nach dem ganzen Pech endlich gute Ergebnisse einfahren.“

 

Benny Leuchter, Team-Gründer:

„Ich freue mich sehr, dass wir 2019 wie schon im letzten Jahr ein zweites Auto einsetzen können. Zwei Autos im Langstreckensport bedeutet für das Team eine große Herausforderung, sowohl vom Equipment her als auch personell. Aber diese nehmen wir gern an und ich bin mir sicher, dass wir die richtigen Leute in der Mannschaft haben, um das zu meistern. Mit Jasmin und Loris haben wir zwei sehr gute Fahrer an Bord. Andy und ich werden unsere Erfahrungen und Kenntnisse auf der Nordschleife an sie weitergeben und die beiden werden sicher sehr schnell gute Ergebnisse bringen. Wir haben schon gezeigt, dass wir mit unserem VW Golf GTI TCR von der Performance her auf der Nordschleife ganz vorn mitfahren können. Ebenso froh bin ich über die Begeisterung unserer Partner über diesen Schritt, die uns da voll und ganz unterstützen. Vielen Dank dafür!“

 

Jasmin Preisig, Pilotin:

„Ich freue mich mega darauf, den Rest der Saison mit Max Kruse Racing zu bestreiten! Auch das neue Design unseres Autos ist der Hammer und wird den Leuten sicher ins Auge stechen. Den VW Golf GTI TCR kenne ich ja mittlerweile sehr gut und bin zuversichtlich, sofort gute Leistungen bringen zu können. Vor dem Rennen haben wir noch ein Team-Meeting in der Werkstatt, um uns kennen zu lernen. Da bin ich schon sehr gespannt drauf und freue mich total auf die kommenden Rennen!“

 

Loris Prattes, Pilot:

„Ich bin sehr froh, nun mit Max Kruse Racing in die VLN zu starten. Mit Benny Leuchter stehe ich seit der letzten TCR Germany Saison in Kontakt und Benny wollte mich unbedingt in seinem Team haben. Das ist eine große Ehre für mich, von einem Tourenwagen-Star wie Benny Leuchter gefördert zu werden und macht mich sehr stolz. Auch in einem derart bekannten Team wie Max Kruse Racing zu fahren, ist eine tolle Gelegenheit für mich, für die ich sehr dankbar bin. Meine Teamkollegin Jasmin kenne ich aus dem letzten Jahr in der TCR Germany. Dort waren wir zwar Gegner, verstanden uns aber schon super. Nun freue ich mich sehr darauf, mit ihr zusammen die VLN zu bestreiten und werde versuchen, das Bestmögliche herauszuholen!“

 

02.07.2019 - Text und Foto: Max Kruse Racing

Loris Prattes - Eine Entscheidung fürs Leben

Schweren Herzens musste sich in den letzten Wochen der 18-Jährige Neuhemsbacher immer wieder mit einer Entscheidung auseinandersetzen. Dabei ging es um eine grundsätzliche, für seinen weiteren Lebensweg grundsätzliche Entscheidung. Motorsport-Karriere oder Wirtschaftsabitur. „Mein Herz schlägt für den Motorsport. Es ist keine Laune, die kommt und geht. Es ist eine Leidenschaft. Die lebst du. Du hast sie oder hast sie nicht. Dennoch ist mir bewusst, dass der Weg in den beruflichen Motorsport nicht alleine von mir abhängt. Ich musste diesmal auf meinen Verstand hören“, erklärte der junge Pfälzer.

 

Doch auch der Verstand bringt die eine oder andere Leidenschaft hervor. Und so wird sich Loris Prattes während seines Wirtschaftsabiturs, dass im Mai und Juni seine ganze Aufmerksamkeit verlangt, auf die Langstrecken Klassiker im Motorsport vorbereiten. Dazu gehört als erstes die „Mission Nordschleife“. Wer bis jetzt immer dachte, dass Rennfahrer generell und automatisch auf der legendären Nordschleife an Rennen teilnehmen dürfen der irrt. Denn 2015 führte der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) die „Nordschleifen-Lizenz“ und ein „Register für Gelbverstöße“ ein. Eine Maßnahme, die die Sicherheit auf der Rennstrecke erhöhen soll und vor allem Nordschleifen-Neulingen besser geschult und intensiver auf die besonderen Gegebenheiten der 20,832 km langen legendären Rennstrecke vorbereiten soll. Doch alle Theorie ist in diesem Fall nicht grau –denn für den Erhalt der „DMSB Permit Nordschleife“ so die korrekte Bezeichnung, steht nicht nur die Theorie auf der Agenda.

 

Während der theoretische Teil bereits in der kommenden Woche am 25. und 26. April in den Startlöchern steht, wird es dann am Samstag den 27. April ernst. Sein erstes Rennen erwartet ihn beim dritten Lauf der Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring (VLN). Im 61. ADAC ACAS H&R-Cup startet Loris Prattes für das MRC Race World Team um Teamchef Sebastian Schemann auf einem 220-PS starken BMW 325i. Es wird sein erstes Rennen für die „Permit Stufe B“ sein. Startet er an einem zweiten VLN Langstreckenrennen und kann 18 Rennrunden nachweisen, wobei mindestens drei Starter in seiner Klasse an den Start gehen müssen und seine Platzierung innerhalb von 75% seine Klasse liegen, kann der angehende Wirtschafts-Abiturient die „Permit Stufe A“ beim Deutschen Motorsport Verband beantragen. „Das wäre ein kleiner Traum. Damit könnte ich dann unter anderen bei den 24 Stunden vom Nürburgring an den Start gehen“, erklärte der Pfälzer.

 

24.04.2019 - Text und Foto: Michael Schulz